Betrug im Namen von Microsoft erkennen, verhindern, melden & beseitigen

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(Quelle: news.microsoft.com)

Immer wenn Sie einen unaufgeforderten Anruf oder eine E-Mail von Microsoft bekommen ist große Vorsicht geboten. Cyberkriminelle nutzen gerne den Markennamen des Windows-Entwicklers, um ahnungslose Verbraucher in eine Falle zu locken. Häufig geht es um die Sicherheit Ihres Computers oder um einen angeblichen Gewinn, der Ihnen von Microsoft zusteht. Wir erklären, welche Fallen lauern, wie Sie diese erkennen, sich selbst helfen und wo Sie Betrug melden können.

Das wissen alle Kinder: Sie dürfen unbekannten Menschen die Tür nicht öffnen und sie dürfen weder Schokolade noch andere Süßigkeiten von Fremden annehmen. Weiter dürfen sie nicht mit Menschen telefonieren, die sie nicht kennen. Auch nicht, wenn diese fremden Personen sich als Freunde von Bekannten ausgeben. Erwachsene missachten diese recht einfachen Vorsichtsmaßnahmen sehr häufig. Viele von ihnen fallen auf Tricks herein, auf die sie nicht hätten reinfallen müssen, hätten sie sich doch nur einmal ihrer guten Kinderstube besonnen.

Besonders beliebt bei Betrügern ist seit Monaten die Microsoft-Betrugsmasche. Dazu rufen die Kriminellen wahllos Nutzer an. Sie erklären, dass sie Mitarbeiter von Microsoft sind und genau wissen, dass auf dem Computer des Angerufenen ein Virus sein Unwesen treibt. Anschließend möchten die Betrüger Zugang zu dem Computer, um den vermeintlichen Virus zu entfernen. Doch oft ist das Gegenteil der Fall. Es wird Schadsoftware installiert, die den Kunden nicht nur ausspioniert, sondern oft auch noch seines Geldes beraubt. Dieses Szenario erinnert uns an den Fremden, der an der Tür klingelt und das öffnende Kind um Einlass bittet. Häufig hat diese Person nichts Gutes im Schilde.

In diesem Ratgeber erklären wir, auf welche Betrugsversuche im Namen von Microsoft Sie eingestellt sein sollten und wie Sie diese erkennen.

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Datenspionage und Abzocke von falschen Microsoft-Mitarbeitern per Telefonanruf

Gerade in den vergangenen Monaten häuften sich die Anrufe im Namen von Microsoft. Was diese sogenannten Microsoft-Mitarbeiter wollen, ist zunächst das Vertrauen der angerufenen Personen zu gewinnen. Es wird ein wenig geplänkelt, dann werden EDV-Daten abgeglichen. Diese haben die Anrufer vorher bereits ausspioniert oder die Informationen sind ohnehin kein Geheimnis. Anschließend werden Hilfestellungen zur Beseitigung eines frei erfundenen Problems angeboten. Hier werden gern Viren vorgeschoben. Angeblich ist auf dem Rechner Schadsoftware installiert, die permanent persönliche Daten versendet. Der Angerufene soll dann persönliche Daten preisgeben, sein Passwort verraten oder etwas herunterladen.

Neben der telefonischen Kontaktaufnahme versuchen die Betrüger in den letzten Monaten auch, per E-Mail Kontakt aufzunehmen oder via Popup-Fenstern im Internet Nutzer einzufangen.

Brechen Sie solche Anrufe sofort ab und reagieren Sie auf keine E-Mails oder Fenster im Internet, die über einen Virenbefall informieren.

Was wollen die falschen Microsoft-Anrufer?

Letztlich soll der Anruf die Tür für den Zugang zu dem heimischen Computer öffnen. Ziel der Kriminellen ist es häufig, dass eine Fernsteuerungssoftware heruntergeladen werden soll. Ist das einmal geschehen, können die Kriminellen einen Vollzugriff auf den Computer erhalten. Anschließend können die Betrüger schädliche Software installieren. Diese Software durchläuft ähnlich wie ein Virenscanner die auf dem System befindlichen Dateien und filtert Daten mit persönlichen Informationen, Bankverbindungen und Kreditkartendaten heraus. Des Weiteren können Programme installiert werden, die sogenannte Pop-ups öffnen, auf andere Seiten umleiten oder Malware installieren.



Sie haben in der Microsoft-Lotterie nichts gewonnen

Ebenso verbreitet sind E-Mails oder Anrufe, die einen Gewinn bei der Microsoft-Lotterie offerieren. Dann heißt es: „Sie haben die Microsoft Lotterie gewonnen!“ Gerade hierfür sollen die Kunden dann ihre Bankdaten verraten. Auch das ist ein Scheinanruf, bei dem der Anrufer Ihnen nichts schenken möchten. Häufig handelt es sich hier um eine Art des Vorschussbetruges. Statt Geld zu bekommen, sollen Sie erst einmal etwas bezahlen. Der Kreativität der Betrüger sind hier kaum Grenzen gesetzt. Nicht selten wird die Zahlung mit einer Gebühr für den Geldtransport oder den Notar begründet. Leider sind die Kriminellen oft erfolgreich.

Brechen Sie solche Anrufe sofort ab und löschen Sie derartige E-Mails. Es gibt keine Microsoft-Lotterie.

Unaufgeforderte Sicherheits-Updates per E-Mail oder Telefon gibt es bei Microsoft nicht

Kriminelle versenden E-Mails, um über eine scheinbare Sicherheitslücke in Microsoft-Windows oder anderen Microsoft-Produkten zu informieren. Nicht selten wird dafür ein ohnehin bestehendes Sicherheitsproblem thematisiert, welches in den Medien gerade präsent ist. In den E-Mails sind häufig Links enthalten, die Sie auf betrügerische Internetseiten führen. Hier sollen entweder Daten ausspioniert werden oder es wird Spyware beziehungsweise andere Schadsoftware heruntergeladen. In einigen Fällen befindet sich im Anhang eine Datei, die Sie installieren sollen, um Ihren Computer sicher zu machen.

Solche E-Mails können Sie löschen.



Daran erkennen Sie echte Sicherheitsinformationen von Microsoft

  • Wenn Microsoft über einen Sicherheitsvorfall informiert, dann werden niemals Dateien im Anhang der E-Mail versendet, die Sie installieren sollen.
  • Sicherheitsupdates können Sie entweder direkt über die Windows-Update-Funktion herunterladen oder Sie erhalten einen Verweis auf die echte Webseite von Microsoft.
  • Alle Informationen zu Sicherheitsupdates finden Sie immer auch auf der Webseite von Microsoft. Prüfen Sie vor der Installation eines Updates, ob es dazu Informationen auf der Microsoft-Webseite gibt.

Die Security-Updates von Microsoft können auf der echten Internetseite von Microsoft heruntergeladen werden. Greifen Sie niemals auf ein fremdes Angebot zurück, welches im Namen von Microsoft verschickt oder telefonisch offeriert wird. Microsoft kontaktiert niemals selbst die EDV-User, diese müssen sich stets von sich aus an das Unternehmen wenden.

Überprüfung der Windows-Kopie per Telefon oder E-Mail

Auch die Überprüfung der Echtheit der Lizenz für Microsoft-Windows oder andere Microsoft-Produkte wird häufig zum Anlass genommen, um an persönliche Daten der Nutzer zu kommen. Dazu werden Computernutzer angerufen, per E-Mail kontaktiert oder über Fenster im Internet eingefangen. Fallen Sie auf diesen Unsinn nicht herein. Microsoft fordert keine Kreditkarteninformationen von Ihnen, um Ihre Windows-Kopie zu überprüfen. Zudem werden Sie von dem Softwareentwickler nicht unaufgefordert angerufen.

Die Echtheit einer Microsoft-Lizenz wird in der Regel ausschließlich mit dem Genuine Advantage-Programm überprüft. Das findet häufig vor einem Download oder im Rahmen eines Updates statt.



So schützen Sie sich generell vor Betrug im Namen von Microsoft

Es gibt einige recht simple Vorsichtsmaßnahmen, mit denen Sie sich recht wirkungsvoll vor Betrug im Namen von Microsoft schützen können. Wer die nachfolgenden Punkte beachtet, wird weniger böse Überraschungen erleben.

  • Kaufen Sie keine Software oder Sicherheitsdienstleistungen, die Ihnen im Rahmen eines unaufgefordert erfolgten Anrufes angeboten werden.
  • Achten Sie darauf, dass Sie Dritten niemals einen uneingeschränkten Zugang auf Ihrem Computer verschaffen. Sollte eine Fernwartung notwendig sein, sollten Sie nur einem Ihnen persönlich bekannten Mitarbeiter eines Support-Unternehmens diesen Zugang verschaffen. Prüfen Sie die Identität des Mitarbeiters, indem Sie beispielsweise die ihnen bekannte Telefonnummer des Unternehmens zurückrufen.
  • Geben Sie am Telefon niemals Ihre Kreditkartennummer, die Bankverbindung oder gar persönliche Passwörter preis.

Sie sind auf die Microsoft-Masche hereingefallen? Erste Hilfe

Leider fallen immer wieder Nutzer auf die Betrugsmaschen im Namen von Microsoft herein. Sollten Sie im Rahmen eines Anrufs, einer E-Mail oder eines Werbefenster im Internet persönliche Daten preisgegeben, Fernzugriff ermöglicht oder gar Software installiert haben, dann sind laut Microsoft folgende Sicherheitsmaßnahmen sinnvoll:

  • Ändern Sie alle Passwörter Ihres Computers bzw. der verwendeten Onlinekonten. Denken Sie vor allem auch an Ihr E-Mail-Konto, das Onlinebanking oder andere wichtige Online-Dienste.
  • Scannen Sie Ihren Computer mit dem Microsoft-Sicherheits-Scanner (Microsoft Safety Scanner), den Sie hier herunterladen können.
  • Wenn Sie Windows 7, Vista oder XP verwenden, dann installieren Sie Microsoft Security Essentials und führen Sie einen vollständigen Scan durch.

Sollten Sie keinen Virus finden oder die Überprüfung des Computers nicht fehlerfrei durchgeführt werden können, dann empfehlen wir Ihnen die Überprüfung des Computers durch einen Spezialisten. Dieser kann die vorhandene Schadsoftware auch entfernen.

Laien empfehlen wir generell, dass sie den Computer durch einen Spezialisten vor Ort überprüfen lassen.



Wo können Sie Betrug im Namen von Microsoft melden?

Microsoft zeigt starkes Interesse daran, die Internet-Kriminalität, auch Cybercrime genannt, zu unterbinden. Nachfolgend listen wir Ihnen einige Anlaufstellen auf, bei denen Sie den Betrug im Namen von Microsoft melden können und sollten: 

  • Betrug im Namen des technischen Supports von Microsoft können Sie direkt bei dem Softwareriesen melden. Besuchen Sie dazu diesen Link und füllen Sie das Formular vollständig aus.
  • Falls Sie von einer deutschen Telefonnummer im Namen von Microsoft einen betrügerischen Anruf erhalten haben, können Sie diesen bei der Bundesnetzagentur melden.
  • Sollten Sie sich aufgrund einer E-Mail, eines Anrufes oder einer Meldung im Internet unsicher sein, ob Ihr Computer noch sicher ist, dann können Sie direkt den technischen Support von Microsoft kontaktieren. Besuchen Sie dazu bitte diese Microsoft-Support-Webseite oder rufen Sie aus Deutschland die Kundendiestrufnummer 01806/672255 (0,20 € pro Anruf aus dem deutschen Festnetz. Aus den Mobilfunknetzen höchstens 0,60 € pro Anruf.) an.

Zusätzlich können und sollten Sie vor allem als Geschädigter eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizei erstatten, was auch im Internet möglich ist. Diese benötigt jedoch genaue Angaben und Informationen über Links, die zum Öffnen oder Herunterladen dubioser Downloads auffordern.

Und nicht zuletzt ist es sinnvoll, den Betrug auch bei uns unter kontakt@onlinewarnungen.de zu melden, damit wir unsere Leser vor neuen Maschen warnen können.

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