Einkauf im Fakeshop: So bekommen Sie Ihr Geld zurück

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(Quelle: Screenshot)

Sie haben in einem Fakeshop eingekauft und bekommen gerade mit, dass Sie womöglich betrogen wurden? In diesem Fall ist guter Rat teuer. Bei uns erhalten Sie diesen jedoch kostenlos. Wir erklären konkret, was Sie nach dem Einkauf und der Bezahlung im Fakeshop tun können, um Ihr Geld zurückzubekommen.

Ganz wichtig ist, dass Sie vor der Bezahlung genau überlegen und für sich entscheiden, ob Sie dem Webshop vertrauen. Die meisten Menschen fallen auf Fakeshops herein, weil sie unaufmerksam waren, im Stress zu schnell bestellt und bezahlt haben oder schlicht nach der Optik des Onlineshops gegangen sind. Doch davon sollten Sie sich nicht blenden lassen. Schließlich weiß jeder, dass das Essen aus einem schönen Topf noch lange nicht schmeckt. Wenn Sie also misstrauisch werden und noch nicht bezahlt haben, dann stoppen Sie den Einkauf und zahlen Sie auch nicht.

Es gibt übrigens Hinweise, die immer für Misstrauen sorgen sollten. Kritisch sollten Sie immer dann sein, wenn Sie in einem unbekannten Onlineshop nur per Überweisung bezahlen können. Fragen Sie sich, warum nicht auch andere Zahlungsweisen wie PayPal oder Kreditkarte angeboten werden. Gleiches gilt, wenn Sie nur per Kreditkarte bezahlen können. Auch dann sollten Sie misstrauisch werden. Weitere Erkennungsmerkmale für Fakeshops sowie eine Checkliste finden Sie unserem ausführlichen Fakeshop-Ratgeber.

Doch trotz aller Vorsicht kommt es immer wieder vor, dass Verbraucher in die Falle tappen. Das Schnäppchen war so lukrativ, dass Sie bestellt und auch gleich bezahlt haben. Doch dann werden Sie misstrauisch oder wundern sich eventuell darüber, dass Sie von dem Onlineshop nichts mehr hören. Jetzt gilt: Sie müssen schnell sein. Je länger Ihre Überweisung zurück liegt, umso geringer ist die Chance, dass Sie die Zahlung stoppen können. Nachfolgend erklären wir, was Sie in welcher Reihenfolge tun sollten. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht, aber unsere Erfahrungen zeigen, dass viele Kunden auf diesen Wegen ihr Geld zurückbekommen haben.

Fakeshop-Zahlung per Kreditkarte

In vielen typischen Fakeshops, die Sie auch in unserer großen Fakeshop-Liste finden, können und müssen Sie per Kreditkarte zahlen. Doch wenn es sich um einen Fakeshop handelt, dann ist das Geld oft weg. Denn entweder bekommen Sie gar nichts oder nach langer Zeit ein Imitat eines Markenproduktes oder ein ganz anderes Billigprodukt, was in keinem Verhältnis zu Ihrer Zahlung steht.

Wer per Kreditkarte bezahlt, hat oft einen sehr großen Aufwand, um das Geld zurückzuholen. In der Regel müssen Sie nachweisen, dass keine Ware geliefert wurde oder es sich bei der erhaltenen Ware um eine Fälschung handelt. Oft müssen Sie erst versuchen sich mit dem Onlineshop zu einigen, bevor der Kreditkartenanbieter zurückzahlt. Das kostet Zeit und strapaziert die Nerven des Geschädigten. Um Ihr Geld zurückzubekommen, raten wir wie folgt vorzugehen:

  1. Lassen Sie die Kreditkarte sperren.
  2. Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei.
  3. Setzen Sie sich mit Ihrem Kreditkartenanbieter in Verbindung und fordern Sie eine Rückerstattung wegen Betrugsverdacht. Je nach Bedingungen des Anbieters gelingt das mehr oder weniger komfortabel.

Verzichten Sie auf keinen Fall auf die Erstattung der Strafanzeige und Sperrung Ihrer Kreditkarte. Fakeshops sind oft so aufgebaut, dass Ihre persönlichen Daten samt Kreditkartendaten direkt an den Fakeshop-Betreiber übermittelt werden. Damit sind diese in Händen von Kriminellen und können für weitere Straftaten wie einen Datenmissbrauch genutzt werden.



Im Fakeshop per PayPal bezahlt?

Wir empfehlen immer wieder, dass Sie gerade in neuen und unbekannten Onlineshops nach Möglichkeit via PayPal bezahlen sollten. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Fakeshops können oft keine PayPal-Zahlung anbieten. Denn PayPal prüft die Unternehmen. Wenn ein Onlineshop nicht liefert, kann er nach kurzer Zeit keine PayPal-Zahlung mehr anbieten. Außerdem schützt PayPal den Verbraucher mit dem Käuferschutz vor Betrügern. Wenn Sie über Ihr PayPal-Konto bezahlt haben und der Händler nicht liefert, dann bekommen Sie Ihr Geld zurück. In diesem Fall müssen Sie also nur eine Rückerstattung über das Käuferschutzprogramm beantragen (zur Anleitung).

Ganz uneingeschränkt gilt der Käuferschutz von PayPal allerdings nicht. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf prüfen, ob der Einkauf über das Käuferschutzprogramm abgesichert ist. Es gibt einige wenige Ausschlüsse, die Sie in den PayPal-Bedingungen finden.

Fakeshop-Zahlung per Vorkasse via Überweisung

Bei sehr vielen Fakeshops müssen Sie per Vorkasse via Überweisung auf ein Bankkonto bezahlen. Doch das ist eine der riskantesten Zahlungsweisen überhaupt. Denn ist das Geld erst einmal überwiesen, wird es schwer das Geld zurückzuholen. Dennoch ist es nicht aussichtslos. Allerdings spielt hier die Zeit gegen Sie, was auch die Fakeshop-Betreiber wissen. Deshalb versuchen diese die Kunden gezielt hinzuhalten. Nur wenige Tage nach Ihrer Überweisung haben Sie noch die Chance das Geld zurückzurufen. So sollten Sie vorgehen:

  1. Wenn Sie sich sicher sind, in einem Fakeshop eingekauft zu haben, sollten Sie unverzüglich Anzeige bei der Polizei erstatten.
  2. Setzen Sie sich dann mit Ihrer Hausbank in Verbindung und veranlassen Sie einen kostenpflichtigen Überweisungsrückruf wegen Betrugsverdacht. Schildern Sie die Gründe genau und geben Sie das Aktenzeichen Ihrer Anzeige mit an.
  3. Mit etwas Glück bekommen Sie von der gegnerischen Bank eine Rücküberweisung.

Durch den Überweisungsrückruf wegen Betrugsverdacht werden häufig auch die Compliance-Abteilungen oder die Geldwäschebeauftragten der Banken informiert. Diese überprüfen die Bankverbindung und sperren unter Umständen das Konto, sodass keine weiteren Kunden geschädigt werden können.

Übrigens: Der genannte Kontoinhaber ist in der Regel wenig hilfreich. Fakeshops eröffnen die Konten auf den Namen von unbeteiligten Dritten. Diese wissen oft gar nicht, dass sie ein Konto bei der jeweiligen Bank besitzen. 



Wenn Sie das Geld nicht zurück bekommen – der Joker

Manchmal scheitern alle Versuche, dass Geld zurück zu bekommen. Dann ist nicht nur der Ärger und die Enttäuschung groß, sondern oft auch das finanzielle Loch in der Haushaltskasse. Doch es gibt in einigen Fällen noch einen Joker, der vielen Opfern schon geholfen hat. Prüfen Sie, ob Sie eine passende Versicherung abgeschlossen haben. Einige Versicherungen enthalten eine sogenannte Cyberpolice, die Schäden durch die Nutzung des Internets mit absichert. Prüfen Sie also, ob eine Ihrer Versicherungen sogenannte Internetschäden absichert.

Ausbleibende Lieferung bei existierendem Unternehmen

Nicht jede ausbleibende Lieferung ist auf einen Fakeshop zurückzuführen. Immer häufiger kommt es vor, dass Unternehmen in Schwierigkeiten geraten, zahlungsunfähig sind oder einfach nur schlampig geführt werden. Im schlimmsten Fall kann auch das zu einem finanziellen Schaden führen. Allerdings hat das mit einem Fakeshop nichts zu tun, da das Unternehmen im Gegensatz zu Fakeshops tatsächlich existiert.

Sollten Sie ein Problem mit einem solchen Unternehmen haben, ist anzuraten zunächst über das EU-Portal zur Online-Streitbeilegung zu einer außergerichtliche Einigung zu kommen. Unter http://ec.europa.eu/consumers/odr/ können Sie eine Beschwerde gegen einen Händler einreichen und die Streitbeilegung starten. Kommt es zu keiner Einigung, sollten Sie so schnell wie möglich Ihre Forderungen auf dem zivilrechtlichen Weg durchsetzen. In diesem Fall sollten Sie sich entweder an einen Rechtsanwalt wenden oder die nächste Beratungsstelle der Verbraucherzentrale aufsuchen.



Wo sollten Sie Anzeige erstatten?

Grundsätzlich haben Sie die Wahl, ob Sie eine Strafanzeige im Internet erstatten oder persönlich die nächste Polizeidienststelle aufsuchen und dort Anzeige erstatten. Wichtig ist, dass Sie Anzeige erstatten. Denn nach dem Einkauf in einem Fakeshop bestehen unabhängig von dem finanziellen Schaden weitere Risiken wie beispielsweise durch den Missbrauch Ihrer persönlichen Daten. Wir haben in einem Artikel zusammengefasst, welches Risiko nach dem Einkauf in einem Fakeshop besteht.

Aus unserer Erfahrung raten wir, wenn die Zeit drängt, die Anzeige vor Ort in der nächsten Polizeidienststelle zu erstatten. Dann erhalten Sie sofort ein Aktenzeichen und einen Beleg für die erstattete Anzeige. Diesen benötigen Sie beispielsweise dann, wenn Sie einen Überweisungsrückruf veranlassen oder eine Rückzahlung über den Kreditkartenanbieter beantragen möchten. Nach unserer Erfahrung kann die Bearbeitung einer Onlineanzeige bis zu 6 Wochen dauern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Vielmehr sollen Ihnen die Tipps nützliche Anregungen geben, um den Schaden möglichst gering zu halten. Wer Hilfe und Beratung im Einzelfall benötigt, sollte sich für eine kostenpflichtige Beratung an einen Rechtsanwalt oder die nächste Beratungsstelle der Verbraucherzentrale wenden.

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15 Kommentare zu Einkauf im Fakeshop: So bekommen Sie Ihr Geld zurück

  1. Die Seite jodhavi.com ist sicherlich auch eine Fake Website!
    Dort wird Bekleidung, Schmuck, Brillen, usw verkauft. Habe mir ein Kleid bestellt und es kam nach 3 Wochen an. Es entsprach nicht einmal ansatzweise dem Original. Sehr schlechte Qualität, Nähte kaputt, komplett andere Farben, eine andere Form und andere Muster. Es sieht aus wie ein zusammengeflicktes hässliches, riesiges Handtuch.
    Die Website war, nachdem ich 3 Mails geschickt hatte, für einige Tage nicht mehr aufzurufen und auch das Kleid war nicht mehr zu finden, nachdem sie die Website wieder „online“ gestellt hatten.
    Dazu erfährt man keinerlei Kontaktinformationen bis auf die Email Adresse. Also ist eine Rücksendung nutzlos.

  2. Warnung vor: „Moncler“ -Jacken. Die Website heisst: andreasgoedel.de

    Die Ware kommt nach ca. 3 Wochen direkt aus China, das Logo ist zwar aufgenäht; die Jacke ist von schlechter Qualität, mit billiger Watte klumpenartig gefüllt. Die Originaletiketten liegen in der Jackentasche. Als Versender gibt es 2 Adressen in China. Der Online-Store ist nicht erreichbar. Es gibt keine Adresse oder Telefonnummer. Das Geld ist weg!

  3. Ich bin ebenfalls auf die Firma Articla**.com reingefallen bei mir sind 2.000 euro weg… Die Polizei sagt sie kann nichts machen da das Geld schon in Bitcoins umgetauscht wurde.
    Das Konto wurde auf eine Person eröffnet die von Nichts wusste. Verrückte Welt!

    Ich habe versucht mit den Betrügern (als der Shop noch online war) Kontakt aufzunehmen und habe auch deren Seite gemeldet was überhaupt nichts gebracht hat ausser Ärger. Man lachte mich aus und es wurde gesagt „wir machen was wir wollen weil wir es können“.

    Nun meinte mein Sohn NOCH das er von einem dunkeln Geländewagen nach der Schule verfolgt wurde und die Betrüger sagten auch was von Konsequenzen.
    Manchmal bekomme ich nun auch Pakete auf Rechnung die ich ünberhaupt nicht bestellt habe dann muss ich wieder alles Umtauschen…. und erklären….
    Vor einigen Tagen wurde dann auch mein E-Mail Postfach bombardiert so dass ich es nicht mehr benutzen konnte und anschließend wurde es noch gehackt den Zugang konnte ich aber nach langen hin und her wiederbekommen.

    Die Polizei sagte das man auf keinen Fall etwas auf eigene Faust machen soll wie ich es tat
    da diese Leute wirklich gefährlich sein sollen
    die Staatsanwaltschafen sind da mit Hochdruck dran versicherte man mir
    Für mich ware es eine wirklich schreckliche Zeit.

    Geiz ist nicht geil habe ich nun wieder mal gelernt ich hoffe es erholen sich alle Betrogenen

    Freundliche Grüße
    Robert L.

    • Auf die Firma Articlass bin ich auch gerade hereingefallen. Eine sehr teure Erfahrung.
      Warum ist eine solche Seite immer noch aktiv?? Ich werde morgen Anzeige erstatten!

  4. Jemand schon mal Glück gehabt bei der Rückerstattung des Geldes von der anderen Bank ?
    Hatte innerhalb von 32 Stunden den Antrag gestellt .. nun heißt es wohl erstmal warten ?!

  5. Hallo,
    schaut euch mal den hier an. Kommt mir sehr verdächtig vor:

    „http://www.wetterauer-lamm-und-landgenuss.de“

    Kein Impressum, Nur Kreditkarte

  6. Guten Tag, ich habe bei der Firma Konsolen-24.com / Tercic Import eine PS4 bestellt und per Vorkasse/Überweisung bezahlt. Die Überweisung habe ich Anfang November 2017 ausgelöst und die Seite ist mittlerweile verschwunden, keine Ware ist da und auch kein Kontakt möglich. Ich werde morgen bei der Polizei Anzeige erstatten. L.S.

  7. Rückruf der Überweisung wegen Betrugsverdacht geht leider nur innerhalb 1 Tag lt. VoBa
    Ist das so ? In Ihrem Artikel ist dies anders geschildert..
    MfG

    • Nein, dass ist nach unseren Informationen nicht so. Sie können den Antrag auch später noch stellen. Allerdings arbeitet die Zeit natürlich gegen den Erfolg. Je länger die Überweisung her ist, umso geringer die Chance das der Antrag auf Rücküberweisung erfolgreich ist.

      Wichtig: Rückruf und Antrag auf Rücküberweisung sind wahrscheinlich zwei unterschiedliche Produkte der Bank.

      Viele Grüße

  8. Ich habe am 18.10.2017 bei SARNOTTI ein Samsung Galaxy S7 Smartphone bestellt.
    Am 18.10.2017 per Überweisung bezahlt und seither von der `Firma SARNOTTI` nichts mehr gehört, trotz
    mehrerer Nachfragen per MAIL.
    Wer kann mir helfen!!

    • Ebenso. Ein Tag vorher aber genau das selbe. Ich habe telefonisch bei der Bank den Überweisungsrückruf angestoßen und nach Ablauf der 14 Tage Frist erstatte ich Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle. Danach wende ich mich an die Verbraucherzentrale oder Anwalt. Ob sich ein Anwalt lohnt?

  9. Ich habe Ende September bei Gartenwelt-Engel ein Gartengerät bestellt, am 26.09.2017
    per Überweisung bezahlt und seither von der `Firma` nichts mehr gehört, trotz
    mehrerer Nchfragen.