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Was ist Sexting? Ratgeber zu Gefahren des Messenger-Trends


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Als Sexting wird der Austausch erotischer Nachrichten per Messenger oder Chatprogramm bezeichnet. Neben dem bekannten Dirty Talk in Textform werden heute auch Bilder und Videos mit viel nackter Haut versendet. Das ist gefährlich. Wir erklären warum, und wie Sie sich und Ihre Kinder schützen.

Sexting ist ein Hype, der vor allem bei Teenagern auf der Tagesordnung steht. Früher haben sich Jugendliche untereinander kleine Zettel mit teils anzüglichen Botschaften geschrieben. Heute wird gechattet. Häufig werden die erotischen Nachrichten unter Jugendlichen als Vertrauensbeweis oder Mutprobe angesehen. Frei nach dem Motto „Wetten, dass du mir niemals ein Bild im Slip zusenden würdest.“

werden Fotos mit viel nackter Haut ausgetauscht. Moderne Kommunikationsmittel haben Sexting einen Schub verpasst. Schließlich haben die meisten Teenager ein Handy einstecken und können zu jeder Zeit und an jedem Ort via Smartphone-Kamera ein Foto aufnehmen und per Messenger versenden.

Auf die leichte Schulter sollten Sie den Trend nicht nehmen. Von Sexting gehen zahlreiche Gefahren aus, die das Leben der Sexter, wie die Flirtpartner genannt werden, sehr schwer machen können. Vor allem Kinder sollten über das Thema aufgeklärt werden. Schließlich geht Sexting weit über einen normalen Flirt hinaus und schafft oft Tatsachen, die auch Jahre später noch existieren.

Die internationale non-profit Organisation Innocence in Danger hat sich den Kinderschutz vor Missbrauch auf die Fahnen geschrieben und erklärt im nachfolgenden Video, was Sexting ist und warum manche Fotos mehrere tausend Euro wert sind.

Messenger sind eine Hochburg für Sexting

Am Anfang war Sexting vor allem ein Thema in Chats. Die Möglichkeiten der Chat-Clients auf Webseiten waren begrenzt, sodass vor allem das reine Texten im Vordergrund stand. Mit Messengern für das Smartphone wurde der Chat mobil und auf Bilder und Videos ausgeweitet. Schließlich kann mit dem Smartphone jeder Teenager Videos aufnehmen und Fotos anfertigen. Die Kommunikation über WhatsApp, Facebook Messenger oder andere Chatprogramme gehört zum Alltag.

Häufig wird für die Verbreitung von Bildern die Messenger-Anwendung Snapchat benutzt. Die Teenager wiegen sich bei Snapchat in Sicherheit, weil die übertragenen Bilder und Videos nur für kurze Zeit angezeigt und anschließend gelöscht werden. Doch das ist ein großer Irrtum. Mit simplen Tricks können die Nacktbilder auf dem Gerät des Empfängers gespeichert werden und sind danach dauerhaft verfügbar.

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Welche Gefahr besteht?

Grundsätzlich ist Sexting ein sehr gefährliches Spiel. Auch wenn die Bildchen und Videos nur unter Paaren oder besten Freunden/Freundinnen versendet werden, können Sie einige Zeit später sehr gefährlich werden. Wer als Teenager eine Freundin oder einen Freund hat, ist sich oft nicht im Klaren, dass dieser Partner nicht der Letzte ist. Freundschaften ändern sich in diesem Alter schnell und die Wege trennen sich.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt können die Nacktbilder der Ex-Freundin oder des Ex zu einem Risiko werden. Bringt der Ex-Partner die Fotos in Umlauf, ist guter Rat teuer. Tür und Tor für Cyber-Mobbing ist geöffnet und oft lässt sich die Schikane kaum stoppen. Meist wenden sich die Teenager aus falscher Scham nicht an Erwachsene und Vertrauenspersonen, die recht einfach helfen könnten. Schließlich wissen die Jugendlichen spätestens zu diesem Zeitpunkt, dass Sie mit Sexting wohl einen Fehler begangen haben. Einige Jugendliche werden damit sogar erpressbar.

Entweder du zahlst, oder ich sende deine Nachtbilder an alle meine Freunde und poste es auf Facebook.

Diese und ähnliche Sätze müssen sich Jugendliche von ihren Ex-Freunden anhören und wissen keinen Ausweg. Gefährlich ist das Spiel nicht nur für die gemobbten Teenager. Wer die Bilder ohne das Einverständnis des Abgebildeten versendet, veröffentlicht oder andere Jugendliche erpresst, kommt schnell mit dem Gesetz in Konflikt. Neben strafrechtlichen Konsequenzen kann ein derartiges Verhalten auch zivilrechtlich teuer werden.

Wie schützen Sie sich und Ihre Kinder?

Das größte Problem sind erfahrungsgemäß die Erwachsenen, weil diese sich mit der Thematik Sexting zu wenig auskennen und beschäftigen. Ein effektiver Schutz der Kinder ist nur möglich, wenn die Jugendlichen zum Thema Sexting gut aufgeklärt werden. Dabei reicht es allerdings nicht, wenn Erwachsene das Wort Sexting in den Medien aufgeschnappt haben und dem Teenager verbieten. So einfach ist das nicht, da der Jugendliche bei seinen Freunden schnell als Spielverderber ins Abseits gerät. Vielmehr sollten Eltern wissen, welche Gefahren bestehen und diese intensiv mit den Kindern besprechen.

5 Tipps für den Umgang mit Sexting

1.

Wer unbedingt nackte Haut zeigen möchte, kann das tun, aber ohne erkannt zu werden. Erklären Sie Ihren Kindern, dass Ganzkörperaufnahmen tabu sind.  Aufgenommen werden sollen nur kleine Partien, sodass die Person nicht zu identifizieren ist. Besondere Kennzeichen wie Tattos, Piercings oder Leberflecke sollten nicht erkennbar sein. Auch die Umgebung im Hintergrund sollte keine Rückschlüsse auf die Person zulassen. Sollte später doch etwas schief gehen, sieht man nur ein Stück Haut.

2.

Bevor die Teenies die Bildchen auf die Reise schicken, sollten sie sich mehrfach vergewissern, dass der richtige Chatpartner ausgewählt ist. Es ist einfach nur peinlich, wenn man die Bilder und Texte der falschen Person zusendet.

 

3.

Wer Nacktbilder versendet oder empfängt, sollte diese nicht auf seinem Smartphone oder Computer speichern. Zu groß ist die Gefahr, dass diese später in falsche Hände geraten. Das geschieht beispielsweise, wenn Kriminelle den Computer per Virus angreifen oder der PC verkauft wird. Selbst wenn die Festplatte gelöscht wird, könnten Profis die Daten wiederherstellen. So kann man später schnell in Verbindung mit Kinderpornografie gebracht werden. Das kann unter Umständen grundlos die Karriere zerstören.

4.

Erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihren Kindern eine Strategie, was diese auf die Anforderung eines Fotos antworten könnten. „Mich gibts nur Live und in Farbe“ oder „Heute gibts kein Bild von mir“ strahlt Selbstbewusstsein aus und zeigt dem Gegenüber die eigene Einstellung.

5.

Hol Dir Hilfe. Sind die Bilder einmal verschickt, kann man sie nicht mehr zurückholen. Wird der Jugendliche erpresst, gemobbt oder kursieren die Fotos im Internet, dann hilft nur eins: Hilfe von Erwachsenen. Eltern sollte Ihre Kinder darüber aufklären. Jugendliche sollten Hilfe bei den Eltern, einer Vertrauensperson oder Lehrern suchen. Auch Online gibt es Hilfe unter save-me-online.de.

Ergänzend zu diesem Ratgeber erklären wir in einem weiteren Artikel, wie Sie WhatsApp sicher nutzen und worauf in den WhatsApp-Einstellungen zu achten ist. Außerdem finden Sie bei uns zahlreiche Anleitungen zum Thema Sicherheit und Datenschutz für Snapchat, WhatsApp und Facebook.

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