Identitätsdiebstahl: Datenmissbrauch per E-Mail für Auslansüberweisung

Hacker Datendiebstahl Symbolbild
Symbolbild (Quelle: pixabay.com/geralt)

Ihre Freunde werden von Ihnen per Mail kontaktiert, obwohl Sie gar nicht geschrieben haben? In den Nachrichten in Ihrem Namen geht es natürlich um Geld, welches Ihre Kontakte via Überweisung freundlicherweise auslegen sollen. Bei uns hat sich ein Leser gemeldet, dem das gerade passiert. Warum und wer steckt dahinter?

Immer wieder nutzen Kriminelle die Möglichkeit, unbescholtene Bürger in Fallen zu locken. Dabei scheinen die Methoden schier grenzenlos und der Einfallsreichtum der Gauner enorm hoch zu sein. Meist wollen die Kriminellen an das Geld der Menschen kommen. Dafür werden über mehrere Stepps die Straftaten vorbereitet.


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Bei uns haben sich Leser gemeldet, deren Identität gestohlen und missbraucht wird. So wird uns berichtet, dass Kriminelle mithilfe einer neuen E-Mail-Adresse die Identität einer anderen Person angenommen haben. Anschließend werden die Kontakte des Opfers angeschrieben und um eine Überweisung gebeten. Wir kennen das schon von dem sozialen Netzwerk Facebook, wo ganze Profile kopiert werden, um anschließend die Freunde abzuzocken. Auch in Bezug auf E-Mails ist die Masche nicht neu. Bei dem sogenannten CEO-Betrug werden Unternehmen nach dem gleichen Schema kontaktiert und der Buchhalter oder Prokurist vom vermeintlichen Chef um eine Überweisung gebeten.

Woher haben die Kriminellen die Kontakte?

Hier können wir zunächst nur mutmaßen. Möglicherweise stammen diese von einer Phishing-Attacke auf das E-Mail-Postfach des Opfers. Unlängst haben wir von Phishingangriffen auf GMX-Kunden und von Phishingangriffen auf Kunden des Maildienstes 1&1 berichtet. Ist ein Nutzer auf diese Attacken hereingefallen und hat seine Kontakte in seinem Mail-Account gespeichert, ist es leicht, die fremde Identität zu stehlen und zu übernehmen. Schließlich haben die Kriminellen alle Daten, die sie benötigen.

Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass der PC des Opfers mit Schadsoftware befallen ist, welche im Hintergrund Daten ausliest und an die Betrüger sendet. 

Was haben die Kriminellen mit den E-Mail-Kontakten vor?

Auch in diesem Fall geht es wieder um das liebe Geld. Die Betrüger legen eine neue E-Mail-Adresse mit dem Namen der gestohlenen Identität an. Mit dieser E-Mail-Adresse werden die Freunde des Opfers in dessen Namen kontaktiert. Dabei wird eine Notsituation vorgegaukelt. Das Opfer befände sich gerade im Ausland und benötigt dringend Hilfe. So wird beispielsweise erklärt, dass das Opfer dringend eine Überweisung ins Ausland vornehmen müsse. Die E-Mail-Kontakte werden gebeten, diese Überweisung aushilfsweise zu erledigen. Das Geld würde nach der Rückkehr aus dem Ausland zurückgezahlt, zuzüglich einem Bonus für die Mühen. 

Textlich sieht das ungefähr so aus:

Hallo lieber Max,

Hoffe, du hattest ein schönes Wochenende!
Bin grad in Österreich unterwegs und haben eine sehr grosse Bitte an dich!
Hast vielleicht einen online banking-Account?

Liebe Grüsse
Moritz

Falls die Freunde nicht über Online-Banking verfügen, werden sie anschließend gebeten, zur Bank zu gehen und die Überweisung dort vorzunehmen. Auf diese Weise werden auch die Freunde und Kontakte des Opfers geschädigt. 

Diese Kontoverbindungen kennen wir bereits

Aus den Zusendungen unserer Leser sind uns bereits folgende Daten bekannt. Wir weisen daraufhin, dass es sich bei den Daten zum Kontoinhaber und der Adresse ebenfalls um gestohlene Daten handeln könnte.

  • Kontoinhaber: BOZHKO ASENOV
    Ul. Parva 9
    9395 Ovcharovo
    Bulgarien
    IBAN: BG27 STSA 9300 0024 6746 58
    BIC/Swift: STSABGSF
    Verwendungszweck: IhrNachname1234
  • Kontoinhaber: IVELIN MARINOV SAVOV
    Ul. Parva 9
    9395 Ovcharovo
    Bulgarien
    IBAN: BG94 TTBB 9400 1527 9657 80
    BIC/SWIFT: TTBBBG22
  • Kontoinhaber: RADOMIR ANGELOV IVANOV
    Ul. Parva 17
    9395 Ovcharovo
    Bulgarien
    IBAN: BG12 TTBB 9400 1528 0240 98
    BIC/SWIFT: TTBBBG22
    Bank Name: SOCIETE GENERALE EXPRESSBANK

In den E-Mails, in denen die Bankdaten mitgeteilt werden, fordern die Betrüger die Bestätigung der Überweisung an. Außerdem wird der Hinweis gegeben, dass der Kontakt bei einem Kontrollanruf der Bank bestätigen soll, dass die Überweisung in Ordnung geht. 

Wer hier hilfsbereit ist und das Geld überweist, wird dieses nicht wieder sehen. Und der Freund weiß von alldem nichts, da Kriminelle die Nachrichten mit seinem Namen versendet haben.

Sollten Sie andere Kontaktdaten und Kontoverbindungen bekommen haben, leiten Sie uns die Daten per E-Mail an kontakt@onlinewarnungen.de weiter.

Nehmen Sie sich bei Überweisungen ins Ausland genügend Zeit, um die Richtigkeit zu prüfen. Lassen Sie sich nicht drängeln und fragen Sie lieber einmal zu viel bei Ihren Freunden und Kontakten nach.

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Wie können Sie sich schützen?

Wenn Ihre Daten in die Hände von Verbrechern gelangt sind, sollten Sie alle Kontakte informieren, dass diese nicht auf derartige Tricks hereinfallen. Gern können Sie dafür auch unseren Artikel teilen.

Wenn Sie selbst eine E-Mail von einem Freund mit einer Bitte um Überweisung bekommen, sollten Sie dem nicht einfach Folge leisten. Kontaktieren Sie den Freund oder Kontakt über einen anderen Ihnen bekannten Weg. Rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail an eine andere Ihnen bekannte E-Mail-Adresse des Freundes. Fragen Sie nach, ob der Kontakt Ihnen wirklich geschrieben hat. Oft löst sich das Problem dann schon auf.

Generell gilt: Überweisen Sie niemals Geld aufgrund einer E-Mail-Konversation oder eines Chats. Sie wissen nie, wer Ihnen schreibt. Bestehen Sie auf ein Telefonat, bevor Sie den Gefallen tun.

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Franziska Baum
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Franziska arbeitet bereits seit 2012 als Redakteurin. Sie hat als freie Autorin schon für größere Unternehmen wie Chip und netzwelt redaktionelle Texte, Anleitungen zu IT-Themen und News verfasst. Bei onlinewarnungen.de ist Sie vom ersten Tag dabei und schreibt überwiegend Tipps und Tricks, Ratgeber, Warnungen und kümmert sich um den Bürokram.

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