MadBid.com: Online-Auktionsseite mit Schnäppchen-Garantie?

Jedes Gebot kostet Geld

Vorteile Nachteile Symbolbild

MadBid.com ist ein Online-Auktionshaus. Die Nutzer nehmen hier an Live-Auktionen teil und können auf eine begrenzte Auswahl von Produkten ihr Gebot abgeben. Wie das Verkaufssystem funktioniert, welche Kosten auf den Nutzer zukommen und ob sich das Mitbieten lohnt, erfahren Sie in unserem Artikel.

Werbung:

Die Werbung von MadBid sieht rosig aus. Mit niedrigen Preisen lockt das Unternehmen auktionswillige Nutzer an. So suggeriert die Werbung, dass Sie einen Audi in der Auktion für 338,69 Euro oder einen iMac für 465,40 Euro bekommen. Die Preise liegen extrem weit unter den regulären Marktpreisen. Kann das funktionieren und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, ein solches Schnäppchen zu bekommen. Und wer ist bei diesem Geschäft der Gewinner und wer der Verlierer? Wir sind diesen Fragen nachgegangen und haben nachgerechnet. Einen Gewinner gibt es immer, soviel sei schon einmal verraten.

So kaufen Sie bei MadBid.com ein

Ohne Registrierung können Sie bei den Auktionen auf MadBid.com nicht mitbieten. Hierbei geben Sie einen Benutzernamen, Ihre E-Mail Adresse und ein Passwort an. Die E-Mail zur Bestätigung Ihrer Registrierung ist rein informativ und dient keiner weiteren Verifizierung Ihrer Daten.

Nach der Anmeldung werden Sie automatisch auf die Webseite weitergeleitet, auf der Sie das Zahlungsmittel von MadBid.com erwerben sollen. Gebote können nur mit der Eigenwährung, den „Bids“ abgegeben werden. Je nachdem welche Menge Sie im Paket ordern und welche Gutscheine Sie nutzen, kostet ein Bid zwischen rund 4 Cent und 12 Cent.

Die Auktionen auf MadBid.com

Haben Sie sich einen Vorrat an Bids zugelegt, könnte es eigentlich losgehen. Allerdings kommt an dieser Stelle schon die erste Ernüchterung. Das Angebot von Artikeln ist äußerst überschaubar und nicht mit bekannten Auktionsplattformen wie eBay vergleichbar. Der Beginn der verfügbaren Auktionen ist über den Tag verteilt zeitlich gestaffelt. Im Test fiel uns auf, dass es in circa einem Drittel der Auktionen nur um den Kauf weiterer Bids ging. Bei den restlichen Angeboten handelte es sich um „echte“ Artikel.

Wie schon erwähnt, bieten Sie bei MadBid.com mit der hauseigenen Währung. Jedes Ihrer Gebote erhöht den Kaufpreis um einen Cent. Allerdings gibt es von Auktion zu Auktion unterschiedliche Preise für ein Gebot. In unserem Test lag der günstigste Preis für ein Gebot bei drei Bids. Das entspricht also im schlechtesten Fall 36 Cent und im günstigsten rund 12 Cent je Gebot. Es gibt aber auch Auktionen, bei denen Sie 12 Bids pro Gebot berappen müssen.

Haben Sie ein Gebot abgegeben, bleibt dieses für maximal 60 Sekunden stehen. Ist die Zeit abgelaufen und es wurde kein weiteres Gebot abgegeben, haben Sie die Auktion gewonnen. Bietet ein anderer Nutzer vor Ablauf der Zeit, startet der Countdown von vorn. Im Laufe der Auktion wird das Intervall auf fünf Sekunden verkürzt.

Die Produkte sind doch so günstig! Gibt es einen Haken?

Eines sollte bei diesem Geschäftsmodell klar sein: MadBid.com ist immer der Gewinner. In unserem Test sind uns mehrere Dinge aufgefallen, die den Namen „Haken“ verdienen.

1. Maximaler Auktionspreis

Auf der Webseite werden Sie in den Angeboten auf den maximalen Auktionspreis stoßen. Was bedeutet das:

Sobald der maximale Auktionspreis einer Auktion erreicht ist, kann zwar noch normal geboten werden aber der Auktionspreis bleibt unverändert. Ein roter Balken mit der Aufschrift „Max. Preis erreicht“ zeigt an, dass der maximale Preis dieser Auktion erreicht wurde. Wenn die Zeituhr abgelaufen ist, gewinnt der Letztbietende die Auktion!!Auszug aus den FAQ von MadBid.com

Das hört sich im Grunde sehr gut an, da der Maximalpreis bis zu 60 % unter der angegebenen UVP liegt. Jetzt kommt aber der Haken. Es ist kein Zeitlimit für die weiteren Gebote festgelegt. Sie und andere Kaufinteressenten können also munter weiter bieten. Dabei verbrauchen Sie natürlich weiterhin Ihre Bids für jedes Gebot. In unserem Test beobachteten wir eine Auktion, in der auch 10 Stunden nach dem Erreichen des Maximalpreises weiter Gebote abgegeben wurden.

2. Erworbene Rabatte

Dann gibt es noch die erworbenen Rabatte. Das bedeutet:

Bei MadBid verlieren Sie Ihre Bids nie ganz, denn wenn Sie mit Ihren bezahlten Bids eine Auktion nicht gewinnen, sammeln sich die Bids zu einem Erworbenen Rabatt an, den Sie dann in unserem Onlineshop dafür nutzen können, um jedes beliebige Produkt im Sofortkauf günstiger zu erwerben. Der Erworbene Rabatt ist also wie ein elektronischer Gutschein.Auszug aus den FAQ von MadBid.com

Auch dieses System klingt seriös. Allerdings werden Sie im Onlineshop nicht wirklich auf attraktive Artikel stoßen. Es werden hier circa 50 Posten angeboten. Allerdings werden Ihnen in einem Fünftel der Angebote weitere Bids zum Kauf angeboten. Andere Produkte sind völlig überteuert. So konnte ein eBook Raeder Bundle für weniger als die Hälfte des MadBid.com Preises auf anderen Online-Marktplätzen gefunden werden.

3. Sonderaktionen

MadBid.com wirbt mit lukrativen Sonderaktionen, in denen Sie die Bids zu einem günstigen Preis kaufen können. Auch die „MadBid’s Überraschungs-Bids Box“ beinhaltet vermeintliche Schnäppchen. Aber auch hier konnten wir einen „Haken“ finden. Es gibt in der MadBid.com Finanzwelt zwei Arten von Bids:

BEZAHLTE Bids: Bids, die Sie bei einem Kauf erhalten und die einen Wert als Erbworbenen Rabatt haben.
GRATISBids: Bids, die Sie im Rahmen eines Promotionangebots oder mit einer Überraschungsbox erhalten .Auszug aus den FAQ von MadBid.com

Nur die bezahlten Bids haben einen Gegenwert. Wollen Sie also im MadBid.com-Shop einkaufen, können Sie das nur mit den gekauften Bids tun. Auch der Rabatt kann nur durch gekaufte Bids entstehen. Beim Verbrauch sollten Sie zudem beachten, dass Ihre bezahlten Bids nach 180 Tagen ablaufen. Gratisbids laufen schon nach 30 Tagen ab.

Eine Rechnung, bei der fast nur MadBid.com gewinnen kann

Das Angebot: iPad Pro 9.7″ (WLAM + Cellular, 32GB, Space Grau)
illumite kabellose Kopfhörer
Melkco Rahmen Case für Apple iPad Air 2
UVP: 958,98 Euro
Maximalpreis: 336 Euro
Kosten je Gebot: 10 Bids

Da der Preis jeweils nur um einen Cent je Gebot steigt, müssen bis zum Erreichen des Maximalpreises 33600 Gebote eingegangen sein. Jedes Gebot kostet 10 Bids. Also wurden 336.000 Bids verbraucht. Wir gehen in der Rechnung davon aus, dass ein Bid nur 4 Cent kostet.

Somit wurden bei dieser Auktion Bids im Wert von 13.440 Euro eingesetzt. Geld, was die Bieter verloren haben. Diese Auktion ist allerdings noch nicht beendet. Nach weiteren 10 Stunden läuft die Auktion noch. Wenn wir von einem Gebot alle fünf Sekunden ausgehen, wurden in dieser Zeit weitere Bids im Wert von 1.440 Euro eingesetzt. Zu diesen Geboten kommt am Ende der Auktion noch der Verkaufspreis von 336 Euro. Die Summe der Gesamteinnahmen zugunsten von MadBid können Sie sicherlich selbst ausrechnen.

Erfahrungen von MadBid.com Nutzern

Bei der Recherche fanden wir in Foren oder Tests Erfahrungsberichte von MadBid.com Nutzern. Diese fielen überwiegend negativ aus. Es ist oft die Rede von investiertem Geld ohne eine einzige gewonnene Auktion:

[…] ich habe mein Lehrgeld (€50,00) bezahlt und meinen Account gelöscht, wenn man die Gebote bei einem evtl. Zuschlag mit verrechnet hat man nichts gewonnen […]

In den Erfahrungsberichten werden auch oft die langen Lieferzeiten und die hohen Versandkosten beanstandet:

[…] Kopfhörer für 0,01 Cent ersteigert soll jetzt aber fast 13 € Portokosten zahlen. das ist Abzocke[…] […] Parfum ersteigert man für 1 Cent und zahlt 29,99 € Versand[…]

In unserem Test fanden wir heraus, dass Sie bei einem ersteigerten „3750 MadBids Paket“, eine Bearbeitungsgebühr von 3,99 Euro zahlen müssen. Tatsächlich dürften bei diesem Kauf keine Kosten entstehen. Die erworbenen Bids werden ja nur per Mausklick oder gar automatisch, Ihrem Konto gutgeschrieben.

Fazit der Redaktion von onlinewarnungen.de

Beim Bieten auf MadBid.com können Sie durchaus ein Schnäppchen machen. Die Chance dafür ist allerdings verschwindend gering. Wir empfehlen Ihnen die Finger von MadBid.com zu lassen. Unter Umständen ist Ihr investiertes Geld nach kurzer Zeit verloren und Sie haben keinen Artikel ersteigert. Dazu ist ein hohes Potenzial an Suchtgefahr vorhanden. Die auf der Webseite beworbenen Auktionen, in der der junge Waldemar einen BMW Z4 für nur 4.730 Euro oder die Catherine einen Fiat für nur 212 Euro erworben haben, sind reine Promotion. Sparen Sie sich dieses (Lehr)Geld und schauen Sie auf Angebote seriöser Händler.

Fraglich ist auch, ob MadBid mit deutschen Gesetzen vereinbar ist. Schließlich handelt es sich hier unter Umständen um ein Glücksspiel, denn um ein Schnäppchen zu machen, benötigen Sie vor allem sehr viel Glück.

Ihre MadBid-Erfahrungen sind gefragt

Was halten Sie von MadBid und welche Erfahrungen haben Sie mit der Auktionsplattform gemacht. Teilen Sie Ihre Erlebnisse und diskutieren Sie mit anderen Lesern über die Kommentare unterhalb des Artikels.


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Sebastian Bauer
Über Sebastian Bauer 57 Artikel
Sebastian ist seit November 2016 nebenberuflich für Onlinewarnungen.de tätig. Vorher verfasste er Anleitungen, Ratgeber sowie App- und Softwarebeschreibungen für große Onlinemagazine. Er kennt sich mit zahlreichen Maschen von Trickbetrügern und Onlinebetrug aus und beschäftigt sich Hobbymäßig mit dem Thema Video. Hauptberuflich ist Sebastian beim Land Thüringen angestellt.

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12 Kommentare zu MadBid.com: Online-Auktionsseite mit Schnäppchen-Garantie?

  1. Hi!

    Habe mich angemeldet, weil ich mal schauen wollte, ob sich was günstig schießen läßt. Habe natürlich keine Bids gekauft, weil ich das sehr dubios fand. Erst nach der Anmeldung habe ich überhaupt eine Chance gehabt, mir mal alles richtig anzusehen. Aus Spaß wollte ich mal was mitmachen, und die Angebote schioeßen ja Purzelbäume. Wer gleich nach der anmeldung kauft, ist eigentlich selbst schuld. Ich habe inzwischen (rund zwei wochen her), mindestens zweimal Angebote erhalten: 1 Bidpaket kaufen und sieben erhalten. Aber ich habe auch durchgerechnet und maximalen Auktionspreis in Bids umgerechnet. Dazu den Preis (war Apple Ipad) als Sofortkauf mit dem bei bekannten Shops verglichen und was man wirklich sparen könnte. So um die 200 hatte ich ermittelt. Gut und schön, aber die Bids kosten … wieviel Ersparnis bleibt am Ende? Und wie lange muß man vor dem Rechner sitzen und im Sekunden-Takt ein neues Gebot abgeben? Und warum soll ich gegen Menschen bieten, die meine Interessen verfolgen? Weiß ich, ob nicht MadBid selber die Gebote fakt, denn die verdienen ja am Bid ausgeben. Kein Auslaufen der Auktion = immer neue Bids ins Rennen werfen.
    Nach diesem Artikel hier, verstehe ich noch wesentlich weniger, warum das ganze so … merkwürdig läuft. Der Autor rechnet über 13.000 Euro vor. Wenn ich die Kohle einstreichen kann und dafür für 600 aus dem Laden ein Ipad verschicken muß, dann mach ich das. Dann lasse ich doch keine Auktion noch zehn Stunden länger laufen, um nochmal 1,2 TEuro mehr einsacken zu können.
    Ich glaube, den Spaß werde ich mir nach diesem Artikel nicht mehr gönnen.

  2. Kann dem gesagten nur zustimmen .Finger weg- Gewinner ist immer Madbid. Habe Gott sei dank nur €30.- investiert und verloren……

  3. ICh kann dem ganzen nur Zustimmen selbst wenn man sogar als letzter bietet bekommt man den Artikel nicht
    habe 50 euro in den sand gesetzt
    Beim schreiben an Madbid kommen nur standart Antworten die überhaupt nichts aussagen

    Heute morgen für ein HAndy geboten XDDD habe die ganze zeit mit geboten war der letzte
    der Countdown ging auf Null bei mir und bekommen hat es dann ein anderer XD
    vermutlich ein Rechner von MAdbit.com

    lasst ja die Finger davon

  4. Ich kann dem oben Geschriebenen nur zustimmen.
    Gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, daß arglistige Täuschung hinter der Werbung steht.
    Z.B. sind die angegebenen „beendeten Auktionen“ nicht aufzufinden und meines Erachtens als Werbung nur verschönert dargestellt. Des Weiteren ist mir aufgefallen, daß vielfach die gleichen Menschen zum vermeintlichen Ende (und vorher schon länger) dauerhaft bieten. Hierbei werden Unmengen an Bids gesetzt, die umgerechnet wiederum entsprechend viele Euros sind. „Normal“ bietende Menschen und Beginner müßten über kurz oder lang aussteigen und hätten somit ziemlich schnell ihr Geld hilflos verloren.

  5. Madbid.com ist nichts weiter als raffinierte …. Ich habe es Gott sei Dank mit nur € 30 begonnen und auch dabei belassen. Es wird jedem Bieter innerhalb von wenigen Minuten klar, dass die Chancen auf den Gewinn einer Auktion verschwindend gering sind. Den Inhalten des Berichts kann ich nur voll und ganz zustimmen. Außer madbid gibt es keinen großen Gewinner. Das gesamte System ist in höchstem Maße unseriös. Wer noch keinen Account hat, sollte die Finger von madbid lassen. Wer einen Account hat, der sollte ihn löschen.

  6. Ich kann den was über die gerlnge Gewinnchance gsagt wird,nur zu stimmen.Habe schon weit über 100 Euro eingesetzt,nicht ersteigert.
    Kann nur sagen finger weg.

  7. Habe ca. 250€ an Bids ausgegeben, keine Auktion gewonnen! Manchmal konnte ich zusehen, wie die Auktion auslief, obwohl ich geboten hatte. Habe dann die Gutschriften zu einem Sofortkauf genommen (Handy, das ca. 90€ auf dem regulären Markt kostet) aber bis heute nichts erhalten. Auch keine Nachrichten vom Auktionshaus. Im Account steht, Artikel verschickt.

  8. ich habe 200,00 Euro investiert und bin von der ganzen Geschichte sehr enttäuscht. Mir wurde bei dem oben angeboten
    Angebot von dem iPad pro ein nachlass von ca.150,00 Euro gewährt bei Kauf bis 14.01.17 aber das sofortkauf Angebot stand nie zur Verfügung. Und die Restlichen Angebote wo ich die 150,00 Euro verbrauchen kann sind auch nur Schrott.
    Meine persönliche Empfehlung Finger weg.