Warnung: Erpresser verlangen Geld per E-Mail für Besuch von Pornoseiten

Erpressung Angst Symbolbild
(Quelle: pixabay.com/3dman_eu)

Besuchen Sie Sexseiten und haben Angst, dass jemand einen Mitschnitt gemacht hat? Cyberkriminelle versuchen auf verschiedenen Wegen an das Geld ahnungsloser Verbraucher zu kommen. Hierbei schrecken sie nicht einmal vor der Begehung eines Verbrechens zurück. Um welche Art der Erpressung es sich in dem uns vorliegenden Fall handelt, erfahren Sie in unserem Artikel.

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In der Vergangenheit haben wir schon mehrfach über Erpressungsversuche durch Kriminelle berichtet. Hierbei wurden „Sex-Chats“ aufgenommen und mit deren Veröffentlichung gedroht oder unbescholtene Bürger wurden am Telefon erpresst. In der neuesten Masche werden die Opfer per E-Mail erpresst. Dabei drohen die Erpresser, ihre Opfer vor Freunden, Verwandten und Kollegen bloß zu stellen.

Aus Scham werden die geforderten Beträge oft gezahlt. Schließlich sehen scheinbar ertappte Nutzer nur so einen Ausweg, wie sie den Betrügern entkommen können. Hierbei spielt die virtuelle Währung Bitcoin eine sehr große Rolle. Für die Ermittlungsbehörden ist es oft schwer, den Weg des Geldes zu verfolgen, wenn in Bitcoin gezahlt wurde. Wurde der geforderte Betrag überwiesen, ist leider auch nicht gewiss, ob der Spuk damit ein Ende hat oder ob weitere Forderungen gestellt werden.

Womit werden die Opfer erpresst?

Für die Kriminellen ist das Tabuthema Sex ein beliebtes Mittel, ihre Opfer zu erpressen. Im vorliegenden Fall geht es um den Besuch von Webseiten mit pornografischen Inhalten. Das Opfer hat angeblich eine mit Schadsoftware verseuchte Seite besucht. Diese Software soll dann unbemerkt auf den PC des Opfers zugegriffen haben. Hierbei, so der Erpresser, wurden alle Kontakte und die E-Mail Adresse des Opfers ausgespäht und heruntergeladen. Ebenso wurde unbemerkt die Kamera des Computers aktiviert und eine Aufzeichnung gestartet.

Mit der Veröffentlichung dieses Videos droht nun der Erpresser und verlangt ein Lösegeld in Höhe von 290 US-Dollar innerhalb der nächsten 50 Stunden. Akzeptiert wird die Zahlung nur, wenn die Summe in der virtuellen Währung Bitcoin überwiesen wird. Hierzu findet das Opfer auch eine Zahlungs-Adresse in der E-Mail.

Wie sieht die Erpresser E-Mail aus?

Aufgrund mehrerer Lesermeldungen gehen wir bei den Erpresser-Mails aktuell nicht von einem Einzelfall aus. Im Gegenteil: Offensichtlich werden die Spam-Mails massenhaft versendet. Die Nachricht wurde in englischer Sprache mit der Absenderangabe admin@samael-arts.com versendet. So lautet die E-Mail mit dem Betreff „I hope you are able to fulfill the requirements„:

Good day,
I heartily look forward that I will not harm your heart. Shit happens, life didn’t give me a choice. I have nothing against people with weird tastes, moreover only God can judge u. But, life is life, so: Firstly, I put the particular soft on a web site with porn content (I think you understood me).

Secondly, when u tapped on a video, soft instantly started working, all cams turned on and screen started recording, then my soft collected all contacts from emails, messengers etc. Im really supercilious for this soft, it makes devices work as rdp with keylogger function, exciting. This email address Ive collected from your device, I message u here because I guess u definitely are going to check your working address.

Finally, I created a split screen video, with your involvement and porn video from your screen, its very strange. As a result, I can share this video with all your friends, colleagues, relatives etc. I guess it’s a big shame for you.

But we can resolve this problem. 290 Usd- in my opinion, very humanely cost for mistake like this.

I accept only bitcoin, here is my wallet’s address- (Bitcoin-Adresse gelöscht) U have 50 hours after reading my notification to complete transaction. I will know when u opened this message, I adjusted special tracking pixel in it. This time is enough only to complete all verifications and transaction, so you have to think rapidly. If I wont get my «wage», I will share this video with all contact Ive got from ur device.

You can ask cops for an assistance, but they wont locate me for even 100 hours, Im from Romania, so think twice. If Ill receive btc- all evidence will be erased forever and I will never message you again.

U can reply, but this wont make sense, I sent you this message using my soft for anonymous messages, I don’t check the inbox after using it, because I think about my security too. Have a nice day, I hope u will make a good decision for u.

06.12.2017 Update Diese aktuelle Mail wurde vom Absender Mia Martin <madeline@play-mms.org> mit dem Betreff „[Ticкеt#481002357] XPT: [max@muster.de] Day after day I have to punish someone like you“ versendet.

Whats up.

I do not presume to judge you, but as a result of few occasions, we have point of contact from now. I do not think that caress oneself is very amiss, but when all your acquaintances see it- its obviously awful.

So, what am I implying? You surfed the internet with роrn, which I’ve adjusted with the virus. After you clicked on a video, virus started working and your device became acting as dedicated desktop immediately. Naturally, all cams and screen started recording at once and then my soft collected all contacts from your device.

I text you on this e-mail address, because I’ve collected it with my soft, and I guess you for sure check this work address.

The most important thing that I created video, on one side it shows your screen record, on second side your cams record. Its very amusingly. But it was sophisticated .

Eventually- if you want me to erase all this compromising evidence, here is my Bitcoin wallet address- 12Vht5EQnGcbsyeG6Fj4cQJsSNJP6234HM (it must be without «spaces» or «=»,check it). If you do not know how to make btc transactions, you can ask google or youtube for advice- its very easy. I suggest, that 295 usd will solve our problem and will destroy our touchpoint till kingdom come. You have thirty hours after opening this letter(I put special pixel in it, ill know when you read it). If you do not able to finish transaction, ill share the compromising with all contacts I’ve collected from you.

Finally, you can ask police for help, but, obviously, they will not find me for 1 day, so you will be shamed at all. Sorry for misprints, I am foreign.

Falls Sie einen abweichenden Text erhalten haben, leiten Sie diesen bitte an kontakt@onlinewarnungen.de weiter. Wir aktualisieren die Warnung zeitnah.


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Hat der Absender wirklich Videomaterial von Ihnen?

Von der E-Mail fühlen sich vor allem Nutzer angesprochen, die gelegentlich oder regelmäßig Pornoseiten im Internet besuchen. Und ganz selbstverständlich fragt sich dieser Nutzerkreis, ob der Absender wirklich belastendes Material hat. Schließlich möchte kaum einer, dass ein Video veröffentlicht wird, was den Besuch der Sexseite in Bild und Ton zeigt.

Wir können die Frage letztlich nicht beantworten, gehen aktuell jedoch davon aus, dass es dieses Videomaterial nicht gibt. Bisher ist uns kein Fall bekannt, wo im Nachgang dieser E-Mail Kontakte des Nutzers angeschrieben und Bildmaterial versendet wurde. Allerdings ist eine Infizierung des Computers mit Malware beim Besuch unseriöser Seiten nicht ausgeschlossen. Und rein theoretisch ist es auch möglich, dass Kriminelle so in den Besitz vertraulicher Daten gelangen.

Sollten Sie bezahlen?

Manch einer denkt sicher ernsthaft darüber nach, die geforderte Summe zu bezahlen, um danach Ruhe zu haben. Davon raten wir allerdings ab. Zahlen Sie nicht! Denn Sie haben es mit Kriminellen zu tun. Sie können sich auf das Wort eines Erpressers nie verlassen. Und wenn Sie einmal bezahlt haben, dann haben Sie sich als Opfer qualifiziert. Da lohnt es für Betrüger, weitere Forderungen zu stellen.

So schützen Sie sich vor Erpressungen

Ob Sie nun Seiten mit pornografischem Inhalt besuchen oder nicht: Sie sollten alle Vorkehrungen treffen, die Ihren Computer vor dem Befall von Schadsoftware schützen. Ein hochwertiger Virenscanner ist heute auf jedem Computer Pflicht. Ein infiziertes Gerät kann auch Ihre Kontakte zu Opfern machen. Erhalten Sie eine Nachricht mit einer Erpressung, sollten Sie die Sache ernst nehmen und bei der Polizei in Ihrer Nähe oder online Anzeige erstatten.


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Wurden Sie auch schon erpresst?

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Sebastian Bauer
Über Sebastian Bauer 137 Artikel
Sebastian ist seit November 2016 nebenberuflich für Onlinewarnungen.de tätig. Vorher verfasste er Anleitungen, Ratgeber sowie App- und Softwarebeschreibungen für große Onlinemagazine. Er kennt sich mit zahlreichen Maschen von Trickbetrügern und Onlinebetrug aus und beschäftigt sich Hobbymäßig mit dem Thema Video. Hauptberuflich ist Sebastian beim Land Thüringen angestellt.

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