Warnung: Hier drohen hohe Streaming-Rechnungen und Ärger – nicht registrieren

cinemaflix.de

2017-10-13 Neue Streamingportale mit Rechnung nach 5 Tagen
(Quelle: Screenshot/streamago.de)

Sie möchten einen Kinofilm auf Ihrem Computer oder einem Smartphone anschauen? Dann könnten Sie bei einer Suche auf dubiose Streaming-Anbieter stoßen. Diese versuchen Sie mit fiktiven Webseiten und gefälschten Identitäten in eine Kostenfalle zu locken. Vor allem Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet. Denn auf den ersten Blick ist der Betrug nicht erkennbar. Jetzt warnt auch die Verbraucherzentrale vor diesen Angeboten.

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Wir haben schon häufiger vor mysteriösen Streaming Plattformen gewarnt, die in den letzten Monaten wie Pilze aus dem Boden schießen. Dabei unterscheiden sich die Plattformen lediglich in der URL und teils in dem angegebenen Anbieter im Impressum. Das Design der Webseiten ist nahezu identisch. Alle haben gemeinsam, das kurz nach der Anmeldung eine Rechnung folgt. Angeblich hat der Nutzer ein Abo für die Nutzung der Streaming-Webseite abgeschlossen. Und tatsächlich, wer genau liest kann das auch erkennen. Dennoch scheint es sich bei diesen Angeboten um betrügerische Offerten zu handeln.

Die Onlineportale richten sich überwiegend an deutschsprachige Nutzer und bieten für Filmliebhaber genügend Stoff für einen gemütlichen Kinoabend auf der Couch. Neben einigen aktuelleren Filmen wie „Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ sind in der Onlinevideothek auch ältere Streifen bis in das Jahr 2003 zu finden. Nach Angaben der Portale können alle Filme vollkommen legal angesehen werden. Diese Portale sind uns bisher bekannt:

  • bigflix.de
  • bigostream.de
  • binoflix.de
  • boboflix.com
  • bobstream.de
  • bonostream.de
  • cinemadome.net
  • cinemaxx24.com
  • cinemaflix.de
  • cineplex24.de
  • dasflix.de
  • dodoflix.com
  • felixkino.com,
  • ilmpalast24.com
  • fixago.de
  • flexkino.com
  • flixago.de
  • flixkino.com
  • gigaflix.de
  • imaxcine.com
  • imaxdome.com
  • imaxFilme.com
  • imaxkino.com
  • imaxtime.com
  • imaxWelt.com
  • kinoflexx.com
  • kinolox.de
  • kinopalast24.com
  • kinoplexx.com
  • kinowelt24.com
  • kinozeit.net
  • loxostream.de
  • maxxflix.de
  • meinkinowelt.com
  • mexflix.com
  • mexkino.com
  • moroflix.de
  • soyaflix.de
  • streamago.de
  • streamdome.de
  • streamflix.de
  • streamgogo.de
  • streamino.de
  • streamlox.com
  • streamnox.com
  • streamogo.de
  • streamoro.de
  • streamtime.de
  • streamtoto.de
  • streamtox.com
  • streamzeit.de
  • wowflix.de
  • yalastream.de

Teilweise werden die Angebote nach kurzer Zeit wieder entfernt und die Webseiten gehen offline. Das ist auch kein Wunder. Onlinewarnungen.de hat herausgefunden, dass einige Webseiten mit gestohlenen Identitäten publiziert wurden. Die im Impressum, in den AGB und in den Rechnungen genannten Firmen haben gar nichts mit dem Angebot zu tun und sind selbst geschädigt, da die Daten missbraucht werden. Das trifft beispielsweise auf die Firma ANMAMA LIMITED aus England zu. Diese fordert weder Geld von Nutzern für das Streaming noch hat das Unternehmen diese Streaming-Portale ins Internet gestellt. Wer eine Rechnung von dieser Firma bekommt, kann sich Anrufe und einen Schriftverkehr sparen, da das Unternehmen nicht helfen kann.


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Die Marktwächter der Verbraucherzentralen warnen auch vor den Angeboten und bemängeln folgende Punkte:

Unvollständige Informationen für Verbraucher auf den Streamingportalen

In Deutschland müssen Verbraucher vor Abschluss eines Vertrages umfassend über die Konditionen und die Bedingungen des Angebotes informiert werden. Dazu zählt neben dem Preis auch die Angabe einer möglichen automatischen Verlängerung des Angebotes. Das geschieht auf einigen Streaming-Plattformen nicht oder nicht in ausreichender Form. Maximilian Heitkämper, Rechtsreferent im Marktwächter-Team Digitale Welt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, erklärt:

Bei einem seriösen Angebot erhalten Verbraucher zudem eine Vertragsbestätigung mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zu den geltenden Konditionen per E-Mail. Und sie können auf die Inhalte des Streaming-Dienstes sofort zugreifen. Auf den hier betroffenen Webseiten sind aber offensichtlich gar keine Filme oder Serien zum Abruf vorhanden.Maximilian Heitkämper, Rechtsreferent im Marktwächter-Team Digitale Welt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Aggressive Zahlungsaufforderung nach kurzer Testphase von 5 Tagen

Die Angebote auf den Streaming-Portalen sind von einer sehr kurzen Testlaufzeit gekennzeichnet. Wer sich anmeldet, kann das Portal gerade einmal 5 Tage in Augenschein nehmen. In dieser Zeit soll sich der Vertrag auch kündigen lassen, was jedoch viele Verbraucher versäumen. Nach der fünftägigen Testphase flattert dem Streaming-Kunden eine Rechnung bzw. Mahnung per E-Mail in das Postfach. Die vermeintlichen Anbieter weisen den Kunden dann darauf hin, dass er ein Jahresabo abgeschlossen hat und einen Betrag in Höhe von 144 € bis 359 € zahlen soll. Schnell wird mit der gerichtlichen Durchsetzung der Ansprüche und einem Inkasso gedroht, wenn der Kunde sich mit dem Absender der Streaming-Mahnungen in Verbindung setzt.

YouTube-Videos sollen die Seriosität des Angebots bescheinigen

In letzter Zeit haben die Betrüger aufgerüstet und senden zahlungsunwilligen Kunden einen Link zu einem scheinbar unabhängigem Video auf YouTube zu. Darin wird das Angebot scheinbar unter die Lupe genommen und die Rechtslage eingeschätzt. Natürlich kommt dabei heraus, dass der Nutzer die Kosten für das Jahresabo zahlen muss. Allerdings ist hier zu vermuten, dass die Betrüger die Videos selbst erstellt haben, um Ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.


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Verbraucherzentrale schaltet die Ermittlungsbehörden ein

Die Verbraucherzentrale hat ihre Erkenntnisse nun an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet, da die Verbraucherschützer an der Richtigkeit der Firmenangaben auf den Webseiten zweifeln.

Wir bezweifeln, dass die in den Impressen genannten Firmenangaben stimmen. Vielmehr scheinen sich Betrüger hinter diesen falschen Angaben zu verstecken. Daher ist dies ein Fall für Polizei und StaatsanwaltschaftMaximilian Heitkämper, Rechtsreferent im Marktwächter-Team Digitale Welt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Das deckt sich mit den Recherchen von Onlinewarnungen.de, nach denen die Angaben im Impressum und den AGB auf einigen Streaming-Portalen missbräuchlich verwendet werden.

Verbraucher sollten sich nicht registrieren

Die Marktwächter der Verbraucherzentralen raten Verbrauchern, sich auf diesen Internetportalen nicht zu registrieren. Generell sollten sich Nutzer vor der Eingabe ihrer persönlichen Daten die Bedingungen des jeweiligen Angebotes genau ansehen. Der Ärger im Nachhinein ist sehr groß, wenn sich das Angebot als unseriös herausstellt.

Legale Streaming-Angebote. die Sie teils sogar kostenlos nutzen können, finden Sie in unserem Übersichtsartikel zum Thema Video on Demand.

Updates des Artikels

13.02.2018 Aktuell werden von dem Portal CinemaFlix.de Mahnungen versendet. Auch hier wird wieder die bekannte Rufnummer 03025559884 verwendet. Auch per E-Mail kommen Sie bei diesem Unternehmen nicht weiter, da Ihnen eher mit Inkasso gedroht, als nach einer Lösung gesucht wird. Nach wie vor empfehlen wir Ihnen, rechtlichen Rat bei einem Rechtsanwalt oder der Verbraucherzentrale einzuholen.

02.02.2018 Und wieder taucht eine neue URL auf. binoflix.de fordert von seinen Kunden ebenfalls 358,80 Euro. Laut Impressum soll für das Internetangebot die OLJO LTD aus England verantwortlich sein. Allerdings kann es sich dabei auch um einen Datenmissbrauch handeln, wie wir aus der Vergangenheit wissen. Als Telefonnummer ist 03025559884 angegeben. Die Telefonnummer scheint für diverse unseriöse Stremaingportale verwendet zu werden.

01.02.2018 Wir bekommen aktuell Anfragen zu dem Anbieter SoyaFlix.de, der teils bereits die zweite Mahnung versendet. Gefordert werden 358,80 Euro. Als Absender der E-mails ist info@soyaflix.de genannt. Wir raten davon ab, mit dem Anbieter unter der Telefonnummer 030/25559884 Kontakt aufzunehmen. Vielmehr sollten Sie rechtlichen Rat bei einem Rechtsanwalt oder der Verbraucherzentrale einholen.

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5 Kommentare zu Warnung: Hier drohen hohe Streaming-Rechnungen und Ärger – nicht registrieren

  1. habe auch diese wunderbare email bekommen mit 358 euro zu zahlen. die neuste seite ist DASFLIX.de . nicht regestrieren. wollen das geld, man kann aber nicht schauen

  2. Hallo, haben ebenfalls dieselben Mahnungen mit selben Text und Forderungen erhalten. Im Impressum ebenfalls eine englische Firma mit derselben bekannten Telefonnummer.In Österreich unter boxflix.de bekannt.

  3. Sehr geehrte Damen und Herren, Mir ist heute eine Mahnung per E-Mail rein geflattert von CINEMAFLIX.de ich Soll innerhalb von 3 tagen 358,80 bezahlen sie drohen mir mit Anwalt etc. Leider habe ich denn beitrag über diese dubiosen seiten erst jetzt bei ihnen gelesen . Wie von ihnen beschrieben mit einer Testphase von 5 tagen zwecks testen und zugleich Löschung des Accounts habe ich leider versäumt . ich habe darauf hin eine mail bekommen mit der Zahlungsaufforderung von 358,80E und dies selben telefonummern wie bei ihnen bekannt sind. die soll ich auf einen Konto ins Ausland bezahlen . Wie soll ich vorgehen bzw. wie kann ich mich verhalten und dagegen vorgehen ? ich hoffe sie können mir weiter helfen Hochachtungsvoll Andy Manfred Nötzig

  4. Auch bei den Videos werden wohl erfundende Identitäten genutzt. Ich habe ein zweites Video gefunden. Andere Domain, selber Inhalt, selbe Behauptungen. Anderer Autor…
    „https://www.youtube.com/watch?v=VHV-6NxmDrM“

    Ich habe das bei Youtube mal mit Verweis auf euren Artikel gemeldet. Sicherlich findet Youtube noch andere Videos mit demselben Inhalt.

  5. Ohhh ja…meine 12 Jährige Tochter hatte sich bei diesem BonoStream.de registriert. Nun kam die Nachricht.
    Ihre 5-Tage-Testphase ist abgelaufen

    NACHRICHT…
    Sehr geehrte(r) Herr/Frau xxxxxx, Sie haben sich auf unserer Webseite am 30.11.2017 für eine 5-Tage-Testphase registriert.
    Laut unseren Nutzungsbedingungen hatten Sie die Möglichkeit, Ihren Account während der gesamten Testphase aus Ihren Einstellungen löschen. Da Sie es nicht getan haben, wurde Ihr Account automatisch mit dem Premium-Status um 1 Jahr verlängert.
    Diesbezüglich möchten wir Sie über eine offene Rechnung in Höhe von 358,80€ zzgl. MwSt pro Jahr (12 Monate zu je 29,90€) bei einer Vertragslaufzeit von 1 Jahr benachrichtigen.

    Wir fordern Sie deshalb auf, die Ihnen ausgestellte Rechnung innerhalb von den nächsten 3 Arbeitstagen zu begleichen.
    Bei Nichtbezahlung innerhalb der Ihnen gewährten Zahlungsfrist sind wir gezwungen, die Informationen über die nicht bezahlte Rechnung an unseren Anwalt bzw. an das Inkassobüro weiterzugeben. Danach erhalten Sie von uns ein offizielles Schreiben an Ihre Adresse.