WhatsApp Kettenbrief: Erhalte eine kostenlose Kiste Red Bull ist ein Fake

2018-04-16 Kettenbrief WhatsApp eine kostenlose Kiste Red Bull ist Fake
So sieht der dubiose Kettenbrief aus, der nicht von WhatsApp stammt. (Quelle: Screenshot)

Haben Sie auch eine WhatsApp-Nachricht erhalten, nach der Sie eine kostenlose Kiste Red Bull bekommen können? Sicher werden Sie darauf reagieren, wenn Sie den Energy-Drink mögen. Wir erklären in diesem Artikel, was Sie wirklich bekommen und warum Sie an der Aktion auf keinen Fall teilnehmen sollten.

Gefühlt müsste jeder WhatsApp-Nutzer schon einmal auf die vermeintlichen Gratis-Aktionen gestoßen sein. Immer wieder gibt es kostenlose Produkte, die es dann doch nicht gibt. Vor diversen Aktionen haben wir bereits gewarnt. Darunter vor der 199 Euro Geschenkkarte für Kaufland, den kostenlosen Boxen Kinder Riegel oder den kostenlosen Boxen Haribo-Süßigkeiten. Jetzt soll es also eine Kiste Red Bull gratis geben. Ob das wieder nur ein Joke ist? Führt die Aktion wieder nur zu einem Datensammler, in eine Abofalle oder zu einem Virus? 

Angeblich feiert Red Bull ein 100-jähriges Jubiläum. Doch das stimmt nicht ganz, denn ganz so alt ist der beliebte Energy-Drink dann doch nicht. Die Marke aus Österreich bringt es gerade mal auf 31 Lenze. Das ist ein erstes Anzeichen dafür, dass diese Aktion nicht seriös ist. Doch wer das Geburtsdatum des Engery-Drinks nicht im Kopf hat, kann den Unfug unabhängig vom Produkt und der Marke auch an jeder Menge weiteren Punkten erkennen. Welche das sind, erklären wir in diesem Artikel.

Hinweis vorab: Die Marke Red Bull beziehungsweise die Red Bull GmbH haben mit der Aktion nichts zu tun. Die WhatsApp-Nachrichten wurden weder von Red Bull versendet, noch ist Red Bull Sponsor der Aktion.

Wir warnen gleich vorab: Nehmen Sie an dieser Aktion nicht teil. Sie wissen nicht was passiert und können Ihre Teilnehme nicht rückgängig machen.

Woher kommt die Nachricht mit den kostenlose Red Bull-Dosen?

Versendet wird die Nachricht in typischer Kettenbrief-Manier von einem Ihrer Kontakte, also einem Freund über WhatsApp. Dieser hat den Kettenbrief wie üblich ebenfalls von einem seiner Freunde bekommen. Der Text wurde von Ihrem Kontakt jedoch nicht selbst verfasst, sondern von den Kriminellen vorbereitet. So lautet der Text in der WhatsApp-Nachricht zum Thema 100 Jahre Red Bull:

Ich habe gerade eine kostenlose Kiste Red Bull erhalten, du kannst dir auch eine holen, indem du den Link besuchst. Bedanke dich später bei mir. 😊🎉 http://redbull-de.com/

Uns erinnert die Nachricht sehr an die Fake-Aktion mit den Haribo-Produkten. Im Grunde wurde nur das Produkt ausgetauscht und eine neue Domain registriert. Alles andere ist gleich:

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So sieht die Nachricht aus, die Sie von einem Ihrer Freunde bekommen. Reagieren sollten Sie darauf allerdings nicht. (Quelle: Screenshot)

Der weitere Ablauf ist immer gleich. Sie klicken auf den Link in der Nachricht, da Sie Ihrem Freund vertrauen und kostenlose Energy-Drinks haben möchten. Sie gelangen beim Aufruf des Links auf eine gefälschte Webseite mit der URL redbull-de.com. Doch wir warnen immer wieder:

Klicken Sie keine unbekannten Links in SMS oder WhatsApp-Nachrichten an!



Gefälschte Webseite suggeriert Red Bull-Website

Aufgrund der optischen Gestaltung der Webseite und der Verwendung des Red Bull-Logos und eines Fotos der bekannten Red Bull-Dosen geht der Nutzer natürlich davon aus, dass es sich wirklich um eine Aktion des Energy Drink-Herstellers handelt. In typischer Gewinnspiel-Mannier sollen Sie zunächst drei unwesentliche Fragen beantworten, was schnell erledigt ist. Allerdings würde kein Unternehmen für die Beantwortung dieser Fragen jedem Nutzer eine Pallette Red Bull schenken. Die optische Gestaltung der Webseite kommt uns sehr bekannt vor und erinnert an einige Fake-Aktionen aus der Vergangenheit. Vermutlich handelt es sich um die gleichen Macher, wie bei der gefälschten REWE-Aktion und den H&M-Gutscheinen. Lediglich der Text und die Farbauswahl wurden etwas verändert. Das Prinzip bleibt gleich.

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(Quelle: Screenshot)


Anschließend beginnt der Kettenbrief-Wahnsinn. Sie sollen die Aktion jetzt mit 15 Freunden auf WhatsApp teilen. Erst danach können Sie Ihre Adresse für den Versand der Red Bull-Pallette eingeben. Natürlich machen das viele Nutzer an dieser Stelle.

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An dieser Stelle wird aus der Aktion ein Kettenbrief. Die Nutzer verbreiten den Spam selbst. Der Initiator muss nichts mehr tun. (Quelle: Screenshot)

Das ist genau die Stelle, an der auch Ihr Freund war, als er Ihnen die Nachricht gesendet hat. Wer die Aktion hier mit seinen WhatsApp-Freunden teilt, verbreitet den Kettenbrief weiter und viel schlimmer, lockt seine eigenen WhatsApp-Kontakte in die Falle. Zudem lügen Sie Ihre Freunde mit dem Versand der WhatsApp-Nachricht an, denn darin steht, dass Sie Ihre kostenlose Kiste Red Bull schon bekommen haben. Das ist zu diesem Zeitpunkt jedoch definitiv nicht der Fall. Deshalb an dieser Stelle unser Hinweis. Immer wenn Sie etwas mit Ihren Freunden teilen müssen, bevor Sie es bekommen, ist es Betrug. Stoppen Sie den Kettenbrief, indem Sie diesen nicht teilen.

Teilen Sie die Aktion nicht mit Ihren Freunden!

Wenn Sie die Aktion mit Ihren Freunden geteilt haben, dürfen Sie, nur wenn der Zufall es will, Ihre persönlichen Daten eingeben. Allerdings gibt es einen Haken. Diese dienen nicht für den Versand der versprochenen Kiste Red Bull.

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Wer hier seine persönlichen Daten eingibt, übermittelt diese an unbekannte Dritte. (Quelle: Screenshot)

Sie nehmen durch die Eingabe der Daten an einem Gewinnspiel eines Datensammlers teil. Dieser verkauft Ihre Daten an andere Unternehmen. Im besten Fall bekommen Sie nur viel Werbung per E-Mail, SMS und nervige Werbeanrufe. Kommen die Daten in kriminelle Hände, könnten Sie auch betrügerische E-Mails oder Anrufe bekommen. Fakt ist, dass Ihre persönlichen Daten nicht an Red Bull, sondern an unbekannte Dritte, gesendet werden. Denn es ist vollkommen unklar, wer der Initiator der Aktion ist. Wir werden oft gefragt, was man tun kann, um das rückgängig zu machen. Leider können Sie nichts tun. Zurückholen lassen sich die Daten nicht.

Zwei auf einen Streich – Die zweite Falle

Doch damit noch nicht genug. Die bösartigen Kettenbriefe sind in letzter Zeit besonders dreist. Denn die einmalige Übermittlung der Daten genügt dem Initiator der vermeintlichen Red Bull-Aktion noch nicht. Nein, er möchte noch mehr Geld mit Ihrer Adresse verdienen. Deshalb wird ein weiterer Schritt eingefügt. Angeblich sollen Sie bestätigen, dass Sie ein Mensch sind. Und das sollen Sie tun, indem Sie gleich noch einmal an einem Gewinnspiel eines Datensammlers teilnehmen. In unserem Fall wurde ein Einkaufsgutschein im Wert von 250 Euro für H&M in Aussicht gestellt. Doch hier handelt es sich um das nächste Gewinnspiel eines Datensammlers. Die Marke H&M hat damit nichts zu tun. 

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Das ist keine menschliche Verifikation, sondern die zweite Falle. Hier sollen Sie wieder Ihre Daten bei einem Datensammler eingeben, damit der Initiator des Kettenbriefes ein zweites Mal verdient. (Quelle: Screenshot)


Wir raten dringend davon ab, an der irreführenden Aktion teilzunehmen. Denn die versprochene Kiste Red Bull bekommen Sie nicht geschenkt. Falls Sie versehentlich mitgemacht und die vermeintliche Aktion von Red Bull mit Ihren Freunden geteilt haben, sollten Sie Ihre Kontakte schnellstmöglich warnen. Dafür können Sie diese Warnung teilen, die sich auch via WhatsApp versenden lässt.

Bitte beachten Sie: Der Initiator der Aktion entscheidet allein, zu welcher Webseite Sie nach dem Teilen des Kettenbriefes weitergeleitet werden. Das kann in Abhängigkeit von der Internetverbindung im schlimmsten Fall eine Abofalle sein. Dann heißt es im letzten Schritt oft, dass eine Altersverifikation notwendig ist. Wer diese durchführt, landet dann in der Kostenfalle und zahlt wöchentlich bis zu sieben Euro.

Wir erklären in einer weiteren Anleitung, wie Sie sich auf dem Smartphone generell vor Abofallen schützen und damit nicht mehr in die Kostenfalle tappen.

Denkbar ist auch, dass Sie sich auf diesem Weg Schadsoftware einfangen. Nicht selten wird im letzten Schritt eine Software angeboten. Wer diese herunterlädt, könnte sein Smartphone mit Malware oder gar einem Bankingtrojaner infizieren. Letzterer kann Ihr Bankkonto plündern, wenn Sie Onlinebanking nutzen.

Symbolbild Geld

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Senden Sie uns Kettenbriefe mit abweichendem Inhalt

Aus Erfahrung wissen wir, dass diese Kettenbriefe häufig auch im Namen anderer Unternehmen versendet werden. Falls Sie eine WhatsApp-Nachricht mit einem anderen Inhalt erhalten oder einen ähnlichen Facebook-Post gesehen haben, dann leiten Sie uns diese bitte per WhatsApp an 03054909774 oder per E-Mail an kontakt@onlinewarnungen.de weiter. Wir aktualisieren diese Warnung oder verfassen einen neuen Artikel. Nur mit Ihrer Hilfe können wir gemeinsam den Wahnsinn stoppen.



Wir brauchen Ihre Hilfe in den Kommentaren

Sie haben den Kettenbrief bekommen oder auf Facebook gesehen? Bitte teilen Sie uns das in den Kommentaren mit, damit wir die aktuelle Verbreitung messen können. Falls Sie der Aktion bis zum letzten Schritt gefolgt sind, dann teilen Sie uns in den Kommentaren unterhalb dieser Warnung mit, auf welche Webseite Sie gestoßen sind.

Verpassen Sie keine Warnung.
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Häufige Fragen und Antworten zu diesem Kettenbrief

Nachfolgend beantworten wir die häufigsten Fragen zu diesem Kettenbrief. Falls Sie eine weitere Frage haben, die hier noch nicht beantwortet wurde, dann stellen Sie diese Frage bitte unterhalb des Artikels in den Kommentaren.

Ich habe meine Daten eingegeben und abgesendet. Was kann ich tun?

Das ist abhängig, bei welchem Anbieter Sie die Daten eingegeben haben. Der letzte Schritt kann variieren. Wenn der vorletzte Schritt bei Ihnen so war, wie oben dargestellt, dann können Sie leider nichts tun. Andernfalls können Sie Ihre Werbeeinwilligung eventuell bei dem Anbieter widerrufen, bei dem Sie die Daten eingegeben haben. Diesen müssten Sie dazu jedoch wissen. Hier finden Sie Anleitungen für den Widerruf der Werbeerlaunbis.

Was kann passieren, wenn ich meine Daten eingegeben habe? Können Kosten entstehen?

Das wissen wir auch nicht. Es ist weder bekannt noch kalkulierbar, für welche Zwecke Ihre Daten verwendet werden. Denkbar ist auf jeden Fall, dass Sie viel Werbung per E-Mail, Post, SMS und Werbeanrufe bekommen. Letztere sind häufig sehr trickreich und können in eine Kostenfalle führen, wie dieses Beispiel zeigt.

Kann ich durch die Teilnahme an der Aktion in eine Abofalle geraten sein?

Das ist rein theoretisch möglich. Der Initiator des Kettenbriefes entscheidet, auf welche Webseiten Sie weitergeleitet werden. In der Vergangenheit gelangten Nutzer bei vergleichbaren Aktionen auch in Abofallen. Sicher bekommen Sie das nur heraus, indem Sie sich bei Ihrem Telefonanbieter erkundigen.

Ich habe nach der Teilnahme eine E-Mail zur Bestätigung bekommen. Was ist, wenn ich den Link zur Bestätigung nicht anklicke?

In diesem Fall dürfen Ihre Daten theoretisch nicht verwendet werden. Sie können dann Glück gehabt haben, wenn Sie den Link nicht angeklickt haben. Wie oben erläutert, wurden Ihre Daten jedoch an unbekannte Dritte übermittelt. Es ist unwahrscheinlich, dass diese sich an die Spielregeln halten.



Handelt es sich um einen Handy-Virus?

Nein, grundsätzlich gibt es keine Anzeichen, dass mit der Aktion ohne eine Aktivität des Nutzers Schadsoftware verbreitet wird. Wenn Sie keine Daten eingegeben oder Software manuell heruntergeladen haben, müssen Sie sich nach derzeitigen Erkenntnissen keine Sorgen machen.

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1 Kommentar zu WhatsApp Kettenbrief: Erhalte eine kostenlose Kiste Red Bull ist ein Fake

  1. Ich habe nicht mal Whatsapp und habe trotzdem einen Link für diese Seite erhalten… wie das ging? Werbeblocker ausgestellt und auf eine bekannte „Nachrichten“-Seite mit 4 Buchstaben gesurft. Da erscheint so was als „Werbung“