Belauscht: Facebook lässt Sprachnachrichten abhören und abtippen


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Großer Lauschangriff bei Facebook. Laut Medienberichten hat das soziale Netzwerk Facebook, beziehungsweise der dahinterstehende Konzern, Sprachnachrichten seiner Nutzer abgehört und diese sogar abtippen lassen. Diese Praxis soll mittlerweile eingestellt wurden sein.

Immer wieder fragen wir uns, wie wir unsere Privatsphäre schützen können. Bei Facebook ist das gar nicht so einfach. Wie Sie die Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook richtig nutzen, haben wir Ihnen in einem ausführlichen Ratgeber erklärt. Facebook kommt aber auch immer wieder in die Schlagzeilen. So wurden Ende 2018 50 Millionen Nutzerkonten gehackt. Außerdem gab es da noch den Datenskandal, bei dem Nutzerdaten einfach weiterverkauft wurden.

Nun soll der Facebook-Konzern Sprachnachrichten seiner Nutzer ausspioniert haben. Aber halt. Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor. Denn auch die Nachrichten von WhatsApp (das Netzwerk wurde bekanntlich von Facebook gekauft) werden zukünftig ofenbar analysiert. Auch die Sprachaufnahmen von Amazon’s Alexa wurden durch Zeitarbeiter ausgewertet.

Wozu werden Facebook-Sprachnachrichten abgetippt?

Angeblich sind von diesem Abhör-Skandal nur die Nutzer betroffen, welche die Transkriptions-Funktion für Sprachunterhaltungen aktiviert haben. Das Anhören und Abtippen der Nachrichten geschah laut dem Konzern nur zu Zwecken der Qualitätssicherung. Dabei sei die Aufgabe der Mitarbeiter gewesen, zu überprüfen, ob die Software die gesprochenen Sätze korrekt verstanden hat. Die Nachrichten seien anonymisiert wurden.

Die Arbeiter stammen von externen Dienstleistern und seien im Unklaren gelassen wurden, unter welchen Umständen die Aufnahmen gemacht wurden und warum sie diese abtippen sollen. Die Unterhaltungen hätten zum Teil vulgäre Inhalte gehabt.

Dem Finanzdienst Bloomberg liegt laut Medienberichten eine Mitteilung von Facebook vor. Daraus gibt es ein Zitat vom Facebook-Konzern:

Genauso wie Apple oder Google haben wir die Praxis, Tonaufnahmen von Menschen abhören zu lassen, vergangene Woche eingestellt.

Unter Berufung auf die bereits aufgedeckten Abhöraktionen von Amazon, Apple und Google versucht Facebook sich gut darzustellen. Die genannten Konzerne waren ebenfalls in die Kritik geraten, da sie Mitschnitte von Sprachassistenz-Software von Mitarbeitern auswerten lassen haben. Und das ebenfalls ohne das Wissen der Nutzer.

Video Player von Glomex (Datenschutzrichtlinien)

Konzernchef Zuckerberg äußert sich zu Abhöraktion

Doch bei Facebook gibt es seit Jahren Gerüchte, dass Apps des Online-Netzwerks den Nutzern zuhören, um personalisierte Werbung auszuspielen. Als angebliche Belege wurden Fälle genannt, in denen die Anzeigen zu einer vorher statt gefundenen Unterhaltung passen. Aber Facebook weist diese Vorwürfe stets zurück. Facebook Chef Mark Zuckerberg stand im Frühjahr 2019 vor dem US-Kongress und verneinte diese Anschuldigung. Er sprach sogar von einer „Verschwörungstheorie“ und versicherte, dass Facebook dies nicht tun würde.

Damals sagte Zuckerberg, das das Netzwerk Audio-Daten nur verarbeitet, wenn der Nutzer dem zugestimmt hat. Auch wenn klar ist, dass für Transkriptions-Funktionen Aufnahmen verarbeitet werden müssen, so ist nicht klar, dass in einigen Fällen Menschen diese Aufnahmen zu Gehör bekommen.



Nur pauschale Erlaubnis für die Verbesserung des Dienstes

Oft ist es so, dass sich die Dienste eine pauschale Erlaubnis für die Verbesserung des Dienstes vom Nutzer einholen. Dabei wird aber nicht explizit erklärt, das Sprachaufnahmen möglicherweise nicht nur von Software ausgewertet werden.

Zumindest bei Apple gab es in einem Sicherheitsdokument für Entwickler einen Hinweis auf die Möglichkeit solcher Transkriptionen. Für einen gewöhnlichen Nutzer sind diese aber schwer zu finden. Apple setzte die Mitschnitte aus und versprach für die Zukunft, sich die ausdrückliche Erlaubnis vom Nutzer einzuholen.

Google stoppte die Praxis ebenfalls. Und Amazon bietet seinen Nutzern seit kurzem an, die Auswertung von Mitschnitten durch Menschen zu verhindern oder die durch Alexa aufgezeichneten Sprachbefehle zu löschen.

Wir sind gespannt, wie Facebook dieses Problem lösen wird.

Quelle: bloomberg.com

Was halten Sie vom Abhören der Sprachnachrichten?

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Glauben Sie, dass die Konzerne das wirklich nur machen, um die Dienste zu verbessern? Oder steckt vielleicht doch mehr dahinter? Nutzen Sie die Kommentare unter dem Artikel, um mit anderen Lesern über dieses Thema zu diskutieren.

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