Kinderschutz: Meldungen über Vorfälle an Berliner Schulen – Was ist dran?


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Symbolbild Schüler
(Quelle: pixabay.com/OpenClipart-Vectors)

In den sozialen Netzwerken häufen sich die Meldungen über Vorfälle an Berliner Schulen. Angst macht sich sowohl unter den Eltern als auch unter den Schülern breit, vor allem in Berlin Reinickendorf. Doch gab es die Vorfälle wirklich und ist die Angst begründet? 

In den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, aber auch bei WhatsApp, gibt es aktuell viele Meldungen, wonach es an mehreren Berliner Schulen Vorfälle mit einer männlichen Person gegeben haben soll, die gezielt Kinder angesprochen hat. Aufgrund der Panikmache im Netz, schaltet sich die Polizei Berlin jetzt in die sozialen Medien ein und versucht die Lage wieder zu beruhigen. Erfahren Sie, was bei den Berichten stimmt und wo vielleicht Panikmache dahintersteckt.

Gibt es wirklich gemeldete Vorfälle?

Ja, die gibt es. So habe am 8. Januar ein Mann laut Aussagen einer Schülerin vom Georg-Herwegh-Gymnasium versucht, sie zu küssen, ohne sie körperlich zu bedrängen. Die Wohnanschrift und Lebensumstände des Mannes wurden mittlerweile ermittelt. Dieser Vorfall wurde den umliegenden Schulen mitgeteilt.

Kurze Zeit später soll der Mann eine Bierdose in Richtung von Schülerinnen der Carl-Bosch-Oberschule gezeigt haben. Bei beiden Fällen soll der Mann betrunken gewesen sein.

Sensibilisierung führt zu Gerüchten

Aufgrund der Vorfalle wurden von den umliegenden Schulen vorsorglich Warnhinweise an die Eltern herausgegeben und die Kinder sensibilisiert. Das und unzureichende Auskünfte führten offensichtlich dazu, dass neue Gerüchte entstanden. Diese wurden auch in sozialen Medien geteilt und sorgten für weitere Unruhe und Angst. Weitere Hinweise aus der Bevölkerung wurden von der Polizei geprüft. Diese stellten sich aber als Folgen der Verunsicherung heraus. Eine tatsächliche weitere Bedrohungslage gab es demnach nicht.

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Polizei bittet darum, Kindern keine Angst zu machen

In Ihrem Post bittet die Berliner Polizei darum, einen kühlen Kopf zu bewahren und vor allem die Kinder nicht zu ängstigen. Vielmehr wird geraten, dass Kinder entweder zur Schule gebracht und abgeholt werden. Alternativ können die Kinder auch in Gruppen gehen und so gegenseitig auf sich aufpassen.

Außerdem sollten die Eltern gegenüber den Kindern konkrete Verhaltenshinweise äußern, ohne den Kindern dabei Angst zu machen. Vor allem raten sie davon ab, Warnungen und Hinweise ungeprüft in den sozialen Medien zu teilen und weiterzuleiten. Denn das trage zur allgemeinen Verunsicherung bei.

Um diesen konkreten Post der Berliner Polizei geht es:

Kinder – sie sind für uns alle das Kostbarste. Wir lieben sie, schützen sie, sorgen uns um sie. Wir haben Angst um sie, wenn wir sie in einer gefährlichen Situation vermuten. Uns Polizistinnen und Polizisten geht es da nicht anders als allen anderen Eltern auch.

Seit einigen Tagen erreichen uns Nachfragen zu vermeintlichen Vorfällen an Berliner Schulen auf allen Kanälen. Eltern haben Angst vor Männern, die ihren Kindern auf dem Schulweg auflauern könnten. Derzeit scheinen sich Verdachtsfälle zu häufen. Insbesondere in #Reinickendorf zeigen sich Eltern momentan stark verunsichert und besorgt, aber die Nachrichten verbreiten sich berlinweit.

Was ist wirklich dran an diesen Fällen, wie reagieren unsere Kolleg. darauf und was können Sie als Eltern tun?

Am 8. Januar soll es am Georg-Herwegh-Gymnasium zu einem Vorfall gekommen sein, der über die Internetwache als Hinweis an unser LKA für Sexualdelikte gelangte und dort als Anzeige erfasst wurde. Eine junge Schülerin berichtete davon, dass ein Unbekannter versucht habe, sie zu küssen, ohne sie jedoch körperlich zu bedrängen. Der Mann, dessen Wohnanschrift und seine Lebensumstände konnten mittlerweile durch unsere Kolleg. ermittelt werden.

Nachdem dieser Vorfall durch das Georg-Herwegh-Gymnasium den umliegenden Schulen mitgeteilt wurde, soll der Mann kurze Zeit später eine Bierdose in Richtung von Schülerinnen der Carl-Bosch-Oberschule gezeigt haben. In beiden genannten Vorfällen soll der Mann betrunken gewesen sein.

Viele umliegende Schulen haben daher vorsorglich Warnhinweise an Eltern herausgegeben und die Kinder sensibilisiert. Was gut gemeint war, führte in der Folge zu zahlreichen Gerüchten und Hinweisen vermeintlicher Vorfälle an Schulverantwortliche und unsere Polizeiabschnitte. Jeder einzelne dieser Hinweise wurde polizeilich geprüft. Sie alle stellten sich bislang als Folge der allgemeinen Verunsicherung heraus, wie in Gesprächen unserer Kolleg. mit den meldenden Schulverantwortlichen deutlich wurde. Anhaltspunkte für weitere Handlungen des bereits ermittelten Mannes oder anderer Männer ergaben sich eindeutig nicht. Wir alle können und sollten also durchatmen. Natürlich haben wir immer Angst um unsere Kinder. Doch diese Angst sollte nicht dazu führen, dass wir uns gegenseitig sowie unsere Kinder zusätzlich verunsichern.

Wir können Ihnen versichern: Immer, wenn es Hinweise auf Gefahren für Ihre und unsere Kinder gibt, handeln wir und unsere Kolleg. präventiv, proaktiv und suchen nach den Verursachern dieser Gefahren. 365 Tage im Jahr sind unsere Präventionsbeauftragten zudem in Schulen im Einsatz, um Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren. Seit Jahren gibt es saisonal regelmäßig das durch unsere Direktionen und unser LKA unterstützte Präventionstheater. Wenn es Grund zur Beunruhigung gibt, sind unsere Kolleginnen und Kollegen für Sie und Ihre Kinder da. Zu Verdachtsfällen dieser Art wird unser LKA informiert, um Zusammenhänge sofort zu erkennen.

Was wir Ihnen raten: Helfen sie sich untereinander, begleiten Sie Ihre Kinder, lassen Sie sie gemeinsam zur Schule gehen, sensibilisieren Sie sie, indem Sie Ihnen konkrete Verhaltenshinweise an die Hand geben, jedoch ohne sie zu verängstigen. Kinder nehmen mit ihren Antennen sofort die Verunsicherungen in ihrer Umgebung wahr und reagieren darauf.

Wovon wir dringend abraten, ist das ungeprüfte Teilen und Weiterleiten vermeintlicher Warnungen und Gerüchte auf Social Media Kanälen oder über Messenger. Es ist nicht zielführend, sondern trägt oft eher zu einer unbegründeten Verunsicherung aller bei.

Sprechen Sie mit Ihren Kindern, sprechen Sie mit Lehrerinnen und Lehrern, sprechen Sie mit uns. Ein vertrauensvoller Austausch trägt am besten dazu bei, dass es dem Kostbarsten in Ihrem Leben gut geht: Ihren Kindern.

Polizei Berlin auf Facebook am 30.01.2019


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Haben Sie damit selber schon Erfahrung gesammelt? Nutzen Sie die Kommentare unter dem Artikel, um mit anderen Lesern über das Problem der Panikmache im Internet zu diskutieren.

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