Persönliche Daten von Politikern veröffentlicht – Hackerangriff in Berlin

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Symbolbild (Quelle: pixabay.com/geralt)

Laut dem rbb-Inforadio gab es einen Cyberangriff in Berlin. Dabei wurden persönliche Daten von hunderten Politkern gestohlen und auf einem Twitteraccount veröffentlicht.

Cyberattacken sind nichts Neues. Immer wieder sind größere Unternehmen von derartigen Hackerangriffen betroffen. So wurden schon Dell, Facebook oder auch Yahoo gehacked. Auch die Imgur-Bilder-Plattform musste sich bereits mit Hackerangriffen rumschlagen. Dabei hatten es die Kriminellen immer auf die Daten von großen Unternehmen abgesehen.

Eine neue Dimension nimmt der aktuelle Hackerangriff an. Demnach wurden laut Medienberichten massenweise persönliche Daten und Dokumente von hunderten Politikern auf Bundes- und Landesebene im Internet veröffentlicht. Genauer gesagt auf einem Twitter-Account. Die Leaks wurden am 3. Januar im Laufe des Abends bemerkt. Seitdem beschäftigen sich Partei- und Fraktionsführungen mit dem Problem.

Welche Partei ist vom Hackerangriff betroffen?

Kurios bei der ganzen Sache ist, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien betroffen sind. Einzige Ausnahme ist die AFD.

Zusätzlich sind auch Journalisten und Prominente betroffen. Bei genauer Recherche wird laut Medien deutlich, dass es vorwiegend Personen getroffen hat, die sich aktiv gegen Rechts engagieren.

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Welche Daten wurden veröffentlicht?

Unter den betroffenen Daten befinden sich Handynummern, Adressen, teilweise Personalausweise, Chats, Briefe, Rechnungen und Kreditkarteninformationen. In Einzelfällen wurden sogar Chats im Familienkreis und Kreditkarteninformationen von Familienmitgliedern ins Internet gestellt. Auch parteiinterne Briefe, Mitglieder- oder Adresslisten, die zum Teil mehrere Jahre alt sind, befinden sich unter den veröffentlichten Dokumenten. Die Auswahl der Dokumente scheint willkürlich zu sein.

Laut den Medienberichten wurden die Daten bereits vor Weihnachten auf einer Art Adventskalender verbreitet. Bemerkt wurde das Ganze aber erst gestern Abend.

Wer ist der Inhaber des Twitter-Accounts mit den geleakten Daten?

Der Inhaber des Twitter-Accounts beschreibt sich selbst mit Begriffen wie Security Researching, Künstler, Satire und Ironie. Laut den Twitter-Angaben befindet er sich in Hamburg. Angeblich hat der Account mehr als 16.000 Follower. Mittlerweile ist der Benutzer aber scheinbar gesperrt.

Wer der Benutzer ist, ist im Moment noch nicht klar. Auch mit welcher Motiviation der Nutzer die Daten veröffentlicht hat, wissen die Medien zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht.



Wo wurden die Daten gestohlen?

Unklar ist, aus welcher Quelle die Daten stammen. Getippt wird allerdings auf die Schwachstelle Mensch. Patrick Breyer, Spitzenkandidat der Piratenpartei, meint dazu:

Der grob fahrlässige Umgang diverser Politiker mit telefonischen und elektronischen Kontakten kann nicht nur hohe Funktionsträger erpressbar machen, sondern bringt auch ihr persönliches Umfeld und ihre Informanten in Gefahr. Dass selbst prominente Bundespolitiker und ‚Netzpolitiker‘ ihre Gesprächspartner großen US-amerikanischen Digitalkonzernen wie Google, Facebook oder Twitter ausliefern, ist unverantwortlich. Die bisher veröffentlichten Daten sind nur die Spitze des Eisbergs, den professionelle Hacker und ausländische Dienste enttarnen könnten.

Geschäftsführer der Piratenpartei Daniel Mönch hat dazu ebenfalls eine eindeutige Meinung:

Dieser Fall zeigt die Auswirkungen von Sicherheitsschwachstellen bei digitalen Systemen. Offenbar wurden einige Benutzer durch ein zu schwaches Passwort oder Schadsoftware kompromittiert.

Wir hoffen, dass diese Veröffentlichung persönlicher Daten einige Politiker zum Umdenken in Sachen Datenschutz und Datensicherheit anregt.

Fazit

Es bleibt abzuwarten, ob es in Sachen Datenschutz und Datensicherheit ein Umdenken bei den Politkern geben wird. Mönch führt dazu aus:

Umdenken beginnt schließlich oft dort, wo man selbst betroffen ist. Der Schutz persönlicher Informationen muss im Zeitalter der Digitalen Revolution einen ganz neuen Stellenwert erhalten, denn von ihm hängt zunehmend unsere persönliche Sicherheit ab. Das Internet ist für viele Menschen kein ‚Neuland‘ oder ‚Noch nicht durchschrittenes Terrain‘, sondern alltäglicher Arbeitsplatz, Freizeiteinrichtung, Kontakt zu Freunden und Familien. Viele Lebensentwürfe beruhen darauf, dass das Internet als freies, offenes, sicheres und diskretes Medium zur Verfügung steht.



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