Trickdiebstahl: die Maschen im Überblick

Langfingern das Leben schwer machen


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Egal ob Weihnachts- Frühlings- oder Herbstmarkt, Urlaub oder einfach auf der Straße. Zu finden sind sie überall. Die Rede ist von den gemeinen Trickdieben, die an Ihre Wertsachen wollen. Taschendiebe nutzen die oft unübersichtlichen Situationen zwischen den Buden und Menschenmengen aus und stehlen ihren Opfern nicht nur das Portemonnaie sondern auch Wertgegenstände. Auf welche Aktionen Sie besonders achten sollten und wie Sie Ihre Wertgegenstände in jeder Situation schützen, lesen Sie hier.

Ob der Bummel mit der Familie oder ein Punsch unter Arbeitskollegen auf dem Weihnachtsmarkt, der Besuch mit Freunden auf dem Herbstmarkt, der Urlaub in einer Touristenhochburg oder ein einfacher Spaziergang auf der Straße. Passieren kann es überall. Gerade unübersichtliche Situationen sind besonders gefährlich. Da tummeln Sie sich am liebsten. Die Rede ist von Taschendieben und Trickbetrüger. Menschenansammlungen und unübersichtlichen Gänge laden die Diebe geradezu ein, die neuesten und auch altbewährte Tricks zu nutzen, um fette Beute zu machen.

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2018 in Deutschland etwa 105.000Taschendiebstähle angezeigt. 2017 waren es immerhin knapp 130.000 Taschendiebstähle. Der dabei entstandene Schaden beträgt über 34 Millionen Euro. Auch wenn die Statistik zeigt, dass ein leichter Rückgang zu den Vorjahren zu verzeichnen ist, sind die Zahlen dennoch sehr hoch. Und mit Sicherheit werden auch nicht alle Diebstähle angezeigt.

Bei den Taschendieben handelt es sich laut der Polizei meist um professionelle und international agierende Täter. Diese sind meist grenzüberschreitend aktiv. Es gibt auch zeitliche Schwerpunkte zu registrieren. Beispielweise in öffentlichen Nahverkehrsmitteln die abendliche „Rush-Hour“. Bei Fernverkehrsmitteln ist es  eher die Urlaubs- oder Hauptreisezeit. Brennpunkte in den Einkaufszentren sind meist die Stunden vor Ladenschluss, während des Sommer- und Winterschlussverkaufs sowie in der Vorweihnachtszeit.


Wie erkennen Sie gefährliche Situationen?

Die Diebe versuchen, Ihre Opfer auf den Märkten, der Straße, bei Konzerten oder wo auch immer gezielt abzulenken. Dies weiß auch Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes:

Taschendiebe suchen die Enge, da bieten sich die Gänge zwischen den Buden auf dem Weihnachtsmarkt geradezu an. Einer lenkt das Opfer ab. Der zweite stiehlt die Beute und gibt sie an einen Dritten weiter, der damit verschwindetAuszug aus der Webseite der Polizeilichen Kriminalprävention

Hinweis: Die hier beschriebenen Tricks werden nicht nur auf Weihnachtsmärkten angewendet. Auch andere Menschenansammlungen wie Konzerte, Festivals, Märkte oder auch Demonstrationen, Touristenhochburgen werden von den Tätern für ihre perfiden Tricks genutzt.

Meist haben die Diebe einen typisch suchenden Blick drauf und meiden den direkten Blickkontakt zu den Opfern. Als Tricks werden verschiedene Maschen verwendet. Diese möchten wir Ihnen nachfolgend kurz erläutern.

Beispiel 1: Der Drängel-Trick

In den engen Gassen auf dem Weihnachtsmarkt rücken die Diebe unangenehm dicht an Sie heran. Wenn Sie sich dann ärgerlich abwenden, sollten Sie nach wie vor Ihre Handtasche und den Rucksack beziehungsweise die Wertgegenstände im Blick behalten. Denn genau in diesen Momenten schnappen die Täter zu.

Beispiel 2: Der Rempel-Trick

Klingt erst einmal dem ersten Beispiel recht ähnlich. Aber ein wenig anders ist der Trick schon. Dieser wird vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln benutzt, die Sie für die Anfahrt auf den Weihnachtsmarkt nutzen sollen. Das Opfer wird dabei im Gedränge angerempelt, sozusagen „in die Zange“ genommen. Das könnte beispielsweise so aussehen, dass der Vordermann des Opfers sich plötzlich bückt oder stehenbleibt. Das Opfer läuft dann auf und ist dadurch abgelenkt. Genau in dieser Situation schnappen die Diebe zu.

Beispiel 3: Versehentlich schmutzig machen

Ganz gemein ist die Variante des „versehentlichen“ Kleckerns. Die Kleidung der Opfer wird gezielt mit Senf, Ketchup oder anderen Sachen beschmutzt. Mit der Reinigung wollen die Langfinger vom eigentlichen Diebstahl der Wertsachen ablenken. Sollte Sie also jemand bekleckern, bitten Sie ihn am besten darum, sich von Ihnen zu entfernen und übernehmen Sie die Reinigung der Sachen selber. Behalten Sie auch dabei Ihre Wertgegenstände im Blick.



Beispiel 4: Das Gespräch suchen

Auch dies ist eine Masche der Täter. Unter fadenscheinigen Gründen suchen diese das Gespräch mit Ihnen. Während des Gesprächs werden Sie so abgelenkt, dass eine weitere Person sich an Ihren Wertgegenständen zu schaffen macht. Lassen Sie sich nicht in fadenscheinige Gespräche verwickeln und achten Sie auf Ihre Wertsachen.

Beispiel 5: Der Stadtplan-Trick

Das Opfer wird hier nach dem Weg gefragt. Dabei wird dem Opfer ein Stadtplan vor die Nase gehalten oder es wird an einen ausgehängten Plan gebeten. Während Sie sich orientieren, klauen die Täter Hand- oder Umhängetaschen sowie Wertgegenstände. Sie sollen jetzt nicht unhöflich werden und niemanden mehr dem Weg verraten. Aber achten Sie besonders auf Ihren Schmuck, die Uhr, die Geldbörse und Ihre Tasche.

Beispiel 6: Der Geldwechsel-Trick

Fremde bitten Sie aus irgendwelchen Gründen ein Geldstück zu wechseln. Wie der Trick genau funktioniert, haben wir Ihnen in einem weiteren Artikel beschrieben.

Beispiel 7: Der Hochhebe Trick

Die Täter behaupten, dass sie das Gewicht ihrer Opfer schätzen könne. Beim Hochheben zieht der Täter oder ein Komplize die Geldbörse aus Jacke, Hosentasche oder Handtasche.



Beispiel 8: Der Bettel-Trick

Kinder zeigen Ihnen ein Blatt Papier mit der Bitte um eine Spende. Alternativ tanzen und toben die Kinder auf dem Markt um Sie herum und betteln ihre Opfer an. Ist dieses genug abgelenkt, erfolgt der rasche Griff zur Geldbörse, den Wertgegenständen oder der Handtasche.

Beispiel 9: Der Blumen-Trick

Ein Fremder umarmt Sie freundschaftlich und möchte Ihnen einen Blume schenken beziehungsweise Ihnen diese Blume anstecken. Auch hier wird die Ablenkung für den Griff zur Geldbörse und den Wertgegenständen genutzt.

Beispiel 10: Der Taschenträger-Trick

Dieser wird vor allem bei älteren Menschen angewendet. Scheinbar hilfsbereit wird angeboten, die schweren Taschen zu tragen. Doch bei der vorgespielten Hilfsbereitschaft werden die Geldbörsen aus den Einkaufstaschen, natürlich unbemerkt, entfernt.

Beispiel 11: Der Supermarkt-Trick

Ja, auch im Supermarkt können Sie beklaut werden. Die Täter fragen hier nach einem ganz bestimmten Produkt. Sie sind eventuell so abgelenkt, dass Sie sich danach auf die Suche machen und Ihre Handtasche oder Geldbörse am Wagen vergessen. Ein zweiter Komplize schnappt sich die Wertsachen und das Geld und verschwindet. Denkbar ist auch, dass die Diebe gleich als Paar auftreten und der zweite Ihnen höflicherweise anbietet, auf Ihren Einkaufswagen aufzupassen, während Sie dem Partner das gesuchte Produkt zeigen.

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Taschendiebe Symbolbild

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In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie sich gezielt gegen Taschendiebe schützen. Denn die richtigen Vorkehrungen schrecken die Langfinger ab. Außerdem erfahren Sie in diesem Artikel, wie sich nach einem Diebstahl am besten verhalten.



Wurden Sie schon mal beklaut?

Wie ist Ihre Erfahrung auf Weihnachtsmärkten und Konzerten? Wurden Sie bereits Opfer von Dieben? oder hat man Sie gar in Ihrem Urlaub bestohlen. Ihre Erfahrung interessiert uns und unsere Leser. In den Kommentaren unter diesem Beitrag können Sie auch gern anonym mitdiskutieren.

Oder kennen Sie gar eine weitere Masche der Diebe. Gern können Sie uns auch eine E-Mail an kontakt@onlinewarnungen.de senden.

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1 Kommentar zu Trickdiebstahl: die Maschen im Überblick

  1. Das ist in Münster, Kreis NRW auch passiert mit dem Bettel Trick.ein angeblich stummer Mann sass dort und als ein passant seine geldbörse rausnehmen wollte um etwas zu geben,sprang dieser Bettler auf und riss die Geld Börse aus der Hand und rannte weg.(stand in der Zeitung).