Stiftung Warentest: Bambusbecher setzen Schadstoffe frei


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Die Stiftung Warentest hat unlängst die Coffee to go Bambusbecher getestet. Dabei ist herausgekommen, dass die beliebten Kaffeebecher jede Menge Schadstoffe freisetzen, wenn sie benutzt werden. Teilweise wurden die Becher auch falsch deklariert und hätten gar nicht verkauft werden dürfen.

Der Umwelt zu liebe steigen viele Kaffeetrinker auf die Coffee to go Becher aus Bambus um. Denn schließlich will man ja den Plastikmüll reduzieren. Zumal die Plastebecher beim kleinsten Windhauch aus dem Müll fliegen und sich am Straßenrand und in Parks ein neues Zuhause suchen. Schön sieht das dann auch nicht mehr aus.

Die Industrie schien nun eine Lösung dafür zu haben: Coffee to go Bambusbecher. Wer es ohne eine „Tasse Kaffee“ nicht vom Frühstück auf Arbeit schafft, greift gerne auf die Becher zurück, um in der Bahn, im Auto oder auch zu Fuß noch ein paar Schlucke des schwarzen Goldes hinunter zu schlürfen. Dabei werden die Becher von Anbietern als biologisch abbaubar oder recycelbar angepriesen.

Doch ein Test der Stiftung Warentest macht deutlich: dem ist gar nicht so. Viele Becher wurden falsch deklariert. Außerdem weißen viele Bambusbecher eine hohe Freisetzung an Schadstoffen bei Verwendung auf.

Welche Coffee to go Becher wurden getestet?

Insgesamt wurden 12 Produkte getestet. Nur ein Becher war ohne Auffälligkeiten. Das war der Chicmic Bamboo Cup.

Eine irreführende Kennzeichnung weisen folgende Becher auf:

  • Ebos Bambusbecher Coffee-to-go
  • Morgenheld
  • Pandoo
  • ppd Travel Mug Bamboo

Zu hohe Schadstoffmengen wurden bei den nachfolgenden Bechern entdeckt:

  • Aldi Nord Mehrwegbecher
  • Ecoffee Cup
  • Grafik Werkstatt Premium Cup Bamboo to go
  • Ikea Mugg
  • La Vida

Es gab auch Becher, die sowohl eine irreführende Kennzeichnung hatten, als auch zu hohe Schadstoffmengen aufwiesen:

  • Rex London Bamboo Travel Mug
  • Zuperzozial Cruising Travel Mug


Wie kommt der Schadstoff in die Becher?

Die Bambusbecher werden aus fein zermahlenen Bambusfasern hergestellt. Doch das Pulver allein ergibt noch keinen Becher. Dafür bedarf es noch eines Klebstoffes. Dieser ist Melaminharz – ein Kunststoff der aus Formaldehyd und Melamin zusammengesetzt ist. Das Melaminharz wurde auch in allen Bechern nachgewiesen. Solange dieser Stoff gründlich verarbeitet ist und man sich beim Gebrauch an bestimmte Bedingungen hält, ist er nicht gefährlich. Nur bei falscher Verarbeitung oder unsachgemäßer Anwendung gelangen die Schadstoffe in die Lebensmittel.

Schadstoffe halten sich in den Bechern

Um den Gebrauch mit Kaffee zu simulieren nutzte die Stiftung Warentest dreipozentige Essigsäure und hielt diese Flüssigkeit über zwei Stunden auf 70 Grad warm. Der Melamingehalt wurde nach der jeweils dritten und siebten Befüllung gemessen. Dabei sind erstaunliche Messwerte herausgekommen:

In vier der zwölf Becher fanden wir bereits nach der dritten Befüllung sehr hohe Gehalte von Melamin, in drei weiteren nach der siebten Befüllung. Auch Form­aldehyd fanden wir in teils hohen Mengen in der Flüssig­keit. Die Analysen zeigen: Nicht nur zu Beginn der Nutzung gehen Schad­stoffe über. Nach der siebten Migrations­prüfung lagen die Werte teil­weise sogar noch höher. Die Schad­stoffe verflüchtigen sich also nicht. Sie gelangen auch nach längerer Nutzung noch in die Getränke.

Stiftung Warentest am 23.07.2019

Dies ist potentiell gesundheitsgefährdend. Melamin kann Blase und Niere schädigen.Formaldehyd kann Haut, Atemwege oder Augen reizen sowie Krebs im Mund- und Rachenraum verursachen, wenn man den Stoff einatmet.



Bambusbecher gehören nicht in die Mikrowelle

Ihren Bambusbecher dürfen Sie niemals in der Mikrowelle erhitzen. Die hohen Temperaturen zersetzen das Bechermaterial und die Oberfläche wird zerstört.Dadurch können die Schadstoffe ins Getränk übergehen. Der Warnhinweis wäre vor Benutzung des Bechers also sehr wichtig. Auf dem Zuperzozial-Becher fehlt die Warnung ganz. Andere Becher haben nur Tipps für eine lange Lebensdauer, aber keine echte Warnung. Diese Becher dürften gar nicht verkauft werden.

Missverständliche Recyclingsymbole und Fehlinformationen zur Verrottung

Der Morgenheld-Becher wirbt laut Stiftung Warentest damit, biologisch abbaubar zu sein. Pandoo schreibt sogar, dass Bambus keinen nicht abbaubaren Abfall verursacht. Das mag für reinen Bambus stimmen. Doch der kunststoffhaltige Becher lässt sich natürlich nicht kompostieren. Eine Verrottung ist hier ausgeschlossen.

Auf dem ppd und Rex London Becher finden Sie das Receyclingsymbol. Aber die Becher lassen sich nicht in ihre ursprünglichen Komponenten aufteilen oder einschmelzen. Lediglich eine Verbrennung ist möglich.

Es gibt aber auch reine Bambusprodukte wie Schüsseln oder Schneidebretter. Aber im Gegensatz zu den Bechern ist da die Materialstruktur erkennbar.

Quelle: test.de



Nutzen Sie Bambusbecher?

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3 Kommentare zu Stiftung Warentest: Bambusbecher setzen Schadstoffe frei

  1. Meine Güte, wie mans macht macht mans verkehrt…

    Zunächst verschreit man erst mal den Einmal-To-Go-Becher was ja ganz gut verständlich ist, da das Plastik-Papier-Gemisch ja nicht mehr wirklich wiederverwendbar sein könnte. Und dann stelle man sich vor, jemand Blindes (wie ich übrigens), rennt mit Stock, Handtasche und Rucksack durch die Innenstadt weil er/sie was erledigen muss und dann liegt da schon wieder so ein bescheppstes Einmal-To-Go-Teil herum. Das verstört beim Laufen, ist eklig und man kommt durcheinander und verläuft sich im schlimmsten Fall.

    Aber das liegt auch an den Herstellern der Mehrwegbecher die womöglich die ganze Zeit nur am Herumtrixen sind wie sie Billiges für viel Geld an den Mann bringen können. Klar geht das bloß wenn man Billigmaterialien einsetzt die nichts gutes für unseren Planeten bedeuten.

    Ich besitze seit dem 8. November 2019 selbst einen To-Go-Becher, zwar nicht aus Bambus sondern aus Plastik im Wert von 10,00 Euro, den man ganz schön oft wiederverwenden kann. Er stammt aus dem am o. g. Tag eröffneten Lush Big Shop in München (aus dem Café im 1. Stockwerk), ist aus Hartplastik und nicht ganz leicht. Zwar nicht so schwer wie eine Porzellantasse aber trotzdem hat man da schon ganz klar was in der Hand.

    Ich find’s nur schade dass die Kollegen vor Ort noch keine Erreichbarkeit via E-Mail geschaffen haben (Whatsapp mag ich nicht), denn dann hätte ich denen diesen Artikel jetzt gleich geschickt. Zum Glück muss ich auf Grund eines anderen Anliegens nochmal da hin, dann erwähne ich das auch mal, nicht dass man vor Ort auch derartige Modelle z. B. als Alternative anbieten möchte.

    Ich hoffe bloß dass mein robuster aus Hartplastik insofern OK ist, dass man den wenigstens am Ende seiner Lebensdauer recyceln und einschmelzen kann. Es handelt sich hierbei um ein etwas größeres und wie schon erwähnt robusteres Modell, welches einen ordentlichen Schraubdeckel hat. Auf demselben ist ein nahezu flächenabdeckender Druckknopf angebracht, welcher beim kräftigen Drücken so zu sagen die Trink-Funktion mechanisch aktiviert und deaktiviert, wenn man nochmal kräftig drückt. Man kann ihn also ganz verschließen. Trinkschnabel hat das Modell keinen, man sollte also bei meinem Modell vorsichtig sein, da der Kaffee aus dem ganzen Rondell rauskommen könnte, wenn die Konstellation nicht verschlossen wurde.

    Laut Lush ist dieses Modell gut für die Umwelt. Was das Recycling angeht hab ich noch nicht nachgefragt. Aber da Lush da eh in jeglicher Hinsicht so aktiv als möglich ist stelle ich jetzt einmal eine gute bis sehr gute Prognose auf.

    • Nein, getestet wurden nur Kaffeebecher. Küchenbretter und Schüsseln haben womöglich eine andere Zusammensetzung. Allerdings sollten Sie auch dort genau prüfen, ob diese beispielsweise in die Mikrowelle oder den Geschirrspüler dürfen.

      Beste Grüße