Betrug beim Onlineshopping: Ware auf fremden Namen bestellt (Video)


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Es kann jeden treffen. Immer häufiger klauen Betrüger Identitäten ahnungsloser Personen und bestellen Ware auf fremden Namen. Die Pakete erhalten die Opfer allerdings nicht. Diese werden oft erst durch Mahnungen und Inkassobriefe auf den Betrug aufmerksam. Oder Sie erhalten ein wundersames Paket mit Ware, die sie gar nicht bestellt haben.

Auf Onlinewarnungen.de berichten wir immer wieder über Betrugsmaschen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. So haben wir beispielsweise darüber berichtet, wie es zu unbestellten Warensendungen kommen kann und welche Masche dahinter steckt. Der NDR widmet sich ebenfalls diesem Thema und beleuchtet eine ganz andere Seite. Mit der neusten Masche werden ahnungslose Opfer geschädigt und bekommen davon zunächst nichts mit. Sie erhalten nämlich kein Paket, sondern nur die Rechnung. Nur im Ausnahmefall bekommen die Opfer eine unerwartete Paketsendung.

Klingeling, Klingeling die Post ist da. Wer freut sich nicht über ein Päckchen. Doch wenn Sie nichts bestellt haben, sollten Sie vorsichtig sein. Der NDR Ratgeber berichtet über Harry A., der eines Tages ein Paket via DHL bekam. Zunächst wunderte sich der Herr nicht, denn er bestellt immer wieder im Internet. Doch das Paket von Hugo Boss hatte außergewöhnliche Maße. Ein Blick in die Sendung offenbarte, dass dort zahlreiche Markenklamotten im Wert von rund 1.250 Euro enthalten waren. Komischerweise passten diese dem Onlineshopping-Kunden in Bezug auf die Größe und den Stil nicht. Schnell war klar, dass er diese Ware nicht bestellt hatte. Das bestätigte sich nach einem Anruf beim Kundenservice des Onlinehändlers.



Wie kam es zu der betrügerischen Bestellung?

Betrüger suchen sich ahnungslose Opfer heraus, die für diese Betrugsmasche strategisch günstig wohnen. Dann bestellen die Kriminellen in diversen Onlineshops Ware auf den Namen des Kunden. Dafür legen die Ganoven eine E-Mail-Adresse mit dem Namen des Opfers an und nutzen die persönlichen Daten missbräuchlich. Für eine Bestellung in vielen Onlineshops genügt häufig der Name, die Adresse und das Geburtsdatum des Kunden. Zu 100 Prozent prüfen, können die Shops die Daten allerdings nicht. Die potenziellen Opfer der Betrugsmasche erfahren von der missbräuchlichen Bestellung nichts, da die Bestätigung des Auftrages an die neu angelegte E-Mail-Adresse und nicht an die echte E-Mail-Adresse des Opfers gesendet wird.

Wie kommen die Kriminellen an die gelieferte Ware?

Leider ist auch das in vielen Fällen recht einfach. Die Onlineshops informieren ihre Kunden über die Zustellung der Sendung. So bekommt der Kunde beispielsweise die Sendungsnummer und sieht genau, wann sein Paket zugestellt wird. Im Falle einer betrügerischen Bestellung bekommt jedoch der Kriminelle diese Informationen und der echte Kunde erfährt davon nichts. Am Tag der Zustellung fangen die Kriminellen die Pakete an der Haustür oder auf offener Straße ab und verschwinden mit der oft sehr wertintensiven Ware.

Darf der Paketbote die Ware einem Dritten aushändigen?

Nein, aus unserer Sicht handelt es sich hier um Versäumnisse der Paketdienstleister. Der Paketbote muss sicherstellen, dass er das Paket nur dem tatsächlichen Empfänger aushändigt. Im Zweifelsfall müsste er sich den Ausweis des Kunden zeigen lassen, wenn ihm dieser nicht bekannt ist. Mindestens muss der Paketdienstleister jedoch nachweisen können, wem er das Paket ausgehändigt hat, beispielsweise einem Nachbarn. Doch häufig stehen Paketboten unter Zeitdruck. Das nutzen die Kriminellen mit ihrer geschickten Vorgehensweise und einigen Tricks aus.

Opfer bekommen Rechnungen und Mahnungen für nicht bestellte Waren

Die Opfer der Betrugsmasche erfahren zunächst gar nichts von den Bestellungen, sondern werden durch die Rechnungen der Versandhäuser und später die Mahnungen von Inkassounternehmen überrascht. Spätestens dann sollten Verbraucher jedoch reagieren. In einzelnen Fällen gelingt es dem Betrüger nicht, das Paket abzufangen. Dann wird die Ware dem echten Kunden zugestellt, der sich über die Sendung der nicht bestellten Ware wundert.

Müssen Verbraucher die Rechnungen für nicht bestellte Ware bezahlen?

Nein, denn der Versandhändler muss die Bestellung und den Erhalt der Ware dem vermeintlichen Besteller nachweisen, erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Allerdings sollte der Kunden auf die Rechnungen und Mahnungen reagieren und nicht einfach den Kopf in den Sand stecken. Das bedeutet, dass auf die Opfer der Betrugsmasche oft viel Ärger und Arbeit zukommt.

Was sollten Opfer des Warenbetrugs tun?

Von dem möglichen Betrug erfahren Sie entweder durch eine Paketsendung die Ihnen zugestellt wird, ohne das Sie die Ware bestellt haben. Oder Sie bekommen eine Rechnung beziehungsweise Mahnung des Versandhändlers. In jedem Fall müssen Sie sofort aktiv werden. Wir empfehlen folgende Maßnahmen:

  • Erstatten Sie sofort Anzeige bei der Polizei. Sehen Sie sich dazu auch unsere Tipps zur Anzeigenerstattung an.
  • Setzen Sie sich mit dem Onlinehändler in Verbindung und erklären Sie, dass Sie keine Bestellung erhalten haben. Falls Sie Ware erhalten haben, sollten Sie diese auf Kosten des Versandhändler zurücksenden oder abholen lassen.
  • Prüfen Sie vorsichtshalber auch, ob Ihre Onlinekonten gehackt wurden. Vergeben Sie im Zweifelsfall neue Passwörter. Wir erklären, wie Sie ein sicheres Passwort generieren.

In einigen Fällen nutzen Betrüger auch gehackte Onlinekonten, wie von Amazon. Häufig sind die Kriminellen dann über Phishing-Mails an die Zugangsdaten der Verbraucher gelangt. Deshalb raten wir vorsorglich zu dem dritten Schritt.



Können Sie sich vor der Masche schützen?

Einen 100-prozentigen Schutz vor der Masche gibt es leider nicht. Grundsätzlich sind hier alle gefordert. Die Paketdienstleister müssen noch besser aufpassen, wem sie die Pakete aushändigen. Verbraucher können sich bei dem Marktführer DHL kostenlos registrieren und erhalten so eine Information, wenn ein Paket zu der Adresse des Kunden unterwegs ist. Auf diese Weise können Verbraucher frühzeitig reagieren, wenn sie keine Ware bei dem jeweiligen Händler bestellt haben. Ob die anderen Paketdienstleister wie Hermes, UPS oder DPD einen ähnlichen Infoservice anbieten, ist uns derzeit nicht bekannt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit nicht bestellten Warenlieferungen?

Andere Leser interessieren sich für Ihre Erfahrungen mit nicht bestellten Warenlieferungen. Haben Sie schon einmal Pakete mit Ware bekommen, die Sie nicht bestellt hatten? Oder waren Sie gar schon Opfer der hier beschriebenen Betrugsmasche? Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar unterhalb des Artikels.

 

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4 Kommentare zu Betrug beim Onlineshopping: Ware auf fremden Namen bestellt (Video)

  1. Habe unglücklicher Weise Paket mit meiner Unterschrift angenommen, das mir, wie ich später bemerkte, nicht gehört. Adresse stimmt, aber anderer Name. Was kann ich tun, wenn kein Online Händler ersichtlich ist. Amazon ist allerdings Versandhändler

  2. Betrüger arbeiten auch mit „abweichender Lieferanschrift“. Sie kam im Artikel gar nicht zur Sprache.
    Und: Pakete, Päckchen, die von einem Versender kommen, bei dem man nichts bestellt hat, einfach nicht annehmen oder wenn ersatzweise zugestellt, wieder ungeöffnet retournieren.

  3. Ich habe gestern ein Paket von Amazon vor meiner Tür entdeckt (mit falschem Namen aber richtiger Adresse), das ich nie bestellt habe. Irrtum oder Betrug??

  4. Vorletzte Woche erhielt ich eine e-mail, daß mein Paket der Fa. Lidl ausgeliefert wurde und die dazugehörige Rechnung über 504.85
    Beim Klicken auf mein Kundenkontakt kontert ich erfahren, daß die Ware an eine Adresse in Bayern ausgeliefert wurde. Habe direkt bei Lidl angerufen und den Sachverhalt dargelegt. Außerdem habe ich am nächsten Tag Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Jetzt hoffe ich mal, daß es gut ausgeht!