Peinlich: Schüler versenden Nacktfotos – Eltern alarmiert

Snapchat Symbolbild
Snapchat Symbolbild (Quelle: pixabay.com/TeroVesalainen)

Stellen Sie sich vor, Nacktbilder von Ihrem Kind werden in der Schule per Smartphone verbreitet. Das ist Horror für Kinder und Eltern. Immer häufiger werden Jugendliche zum Opfer. Nicht das erste Mal werden Nacktbilder einer Schülerin zum Verhängnis.

Smartphones und Handys sind heute eine Selbstverständlichkeit und gehören zum Alltag, nicht nur für Erwachsene, sondern auch und gerade für Jugendliche und Kinder. Wird eine weiterführende Schule besucht, ist ein Smartphone einschließlich Zugang zum Internet heute üblich. Die Nutzung von WhatsApp und Facebook wird damit zur täglichen Beschäftigung. Aber damit sind auch Gefahren verbunden, wie ein aktueller Fall aus Oberfranken deutlich macht.

Eine Schülerin der fünften Klasse verschickte intime Fotos an einen ihr bekannten Jugendlichen. Die Aktion blieb aber nicht wie gedacht privat, sondern die Bilder kursierten anschließend im Netz, sie wurden öffentlich. Denn offenbar war der Freund nicht so vertrauenswürdig, wie die Schülerin das gedacht hatte.

Einmal versendete Fotos kann man nicht zurückholen

Sind Fotos einmal verschickt, verschwinden sie in den Weiten des Internets und auf den Smartphones der Empfänger. Zurückholen lassen sich weder Bilder noch Daten – was Viele wissen, aber nur Wenige beachten. Das Problem ist allen Nutzern von Facebook oder WhatsApp grundsätzlich bekannt, es gilt aber auch für Snapchat.

Bei dieser Foto-App sollte das versendete Foto eigentlich nach 10 Sekunden gelöscht werden, und so geschah es auch im Fall der fränkischen Schülerin. Aber inzwischen war es auf dem Smartphone des Bekannten gelandet, und der konnte das Bild problemlos über einen Screenshot auf seinem Smartphone abspeichern. Doch damit nicht genug. Er verschickte es weiter an mehrere Schulkameraden.

Bei Snapchat kann ein User sich ab dem Alter von 13 Jahren eintragen – offiziell.  Die Schülerin mit ihrem intriganten Bekannten, der ihr Foto an der eigenen Schule weitergab, war jünger. Auch WhatsApp, zugelassen ab 16, nutzen bereits Kinder. Wer schreibt heute noch SMS?



Die Eltern sind gefordert

Eltern sind in der Pflicht, ihre Kinder auch dann zu beaufsichtigen, wenn ihre Sprösslinge mit einem internetfähigen Telefon hantieren und sogar in der weiten Welt unterwegs sind. Mit allen Einzelheiten und immer wieder sollte dem Nachwuchs klar gemacht werden, welchen Gefahren er sich aussetzt. Schließlich können Messenger nicht nur die Privatsphäre des Kindes, sondern die der gesamten Familie, bedrohen. Private Aufnahmen haben im Internet nichts zu suchen, auch wenn der „Applaus“ der Fan-Gemeinde in Form von Likes und Smileys gesichert scheint. Was einmal öffentlich ist, bleibt öffentlich, auch wenn es privat gemeint war.

Wir haben in unseren Ratgebern auf das Problem des Sexting hingewiesen. Außerdem sollten Eltern und Jugendliche sich unsere Tipps zur sicheren Messenger-Nutzung ansehen, beispielsweise mit welchen Einstellungen Sie WhatsApp sicher nutzen können.

Im Fall der Realschülerin wurden Lehrer aufmerksam, denn das Mädchen hatte aus Scham begonnen, sich selbst zu verletzten. Der Schulleiter meldete den Vorgang der Polizei. Diverse Telefone wurden von den Behörden eingesammelt. Ermittelt wird wegen Verbreitung von Kinderpornographie.

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Ein Rat an die Eltern

Die Polizei legt allen Eltern nahe, ihre Kinder immer wieder darauf hinzuweisen, dass diese keine intimen Fotos im Internet versenden, auch nicht an „Freunde“. Schließlich ändert sich der Freundeskreis in jungen Jahren und damit auch die Loyalität.

Ist doch etwas schief gegangen und Kinder oder Eltern merken, dass persönliche Informationen unberechtigt veröffentlich werden, dann sollten sie schnell handeln. Erklären Sie Ihren Kindern, dass diese nicht den Kopf in den Sand stecken oder sich schämen müssen. Schämen müssen sich die Täter, nicht die Opfer. Wichtig ist, dass Jugendliche bei ersten Anzeichen reagieren. In schwerwiegenden Fällen, wie der Veröffentlichung von Nacktfotos, sollte sofort die Polizei eingeschaltet werden. Außerdem stehen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

  • Deutschland: Nummer gegen Kummer | Unter 116 111 finden Kinder und Jugendliche einen ersten Ansprechpartner für diverse Sorgen. Die Telefonnummer ist montags bis samstags von 14 Uhr bis 20 Uhr kostenlos aus den deutschen Handynetzen und dem Festnetz erreichbar. Der Anruf erscheint nicht auf der Telefonrechnung. Wer lieber schreibt, kann unter nummergegenkummer.de auch anonym chatten. Bei Bedarf legen Sie Ihrem Kind einfach einen Zettel mit der entsprechenden Nummer auf den Tisch oder weisen Sie in einem offenen Gespräch auf diese Ansprechpartner hin. Denn gerade wenn das Kind nicht mit den Eltern reden mag, kann diese Nummer eine echte Hilfe und Anlaufstelle sein.
  • Nummer gegen Kummer Elterntelefon (anonym & kostenlos) | Auch Eltern haben die Möglichkeit sich beraten zu lassen. Denn gerade bei heiklen Themen ist es fraglich, ob der Rat von anderen Eltern immer der Sinnvollste ist. Unter 0800 111 0 550 können sich Eltern beraten lassen. Das Telefon ist montags bis freitags von 9:00 Uhr bis 11 Uhr und dienstags und donnerstags von 17:00 Uhr bis 19 Uhr besetzt.

Weitere Ansprechpartner und Informationsquellen entdecken Sie unter jugendschutz.net und intenet-beschwerdestelle.de. Außerdem empfehlen wir Ihnen unsere kostenlosen Anleitungen zum Thema Sicherheit und Datenschutz bei Snapchat.

Quelle: Polizei Bayern



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