Datenpanne: Weitere 1,5 Milliarden E-Mail-Adressen und Passwörter im Internet aufgetaucht

Hacker Datendiebstahl Symbolbild
Symbolbild (Quelle: pixabay.com/geralt)

Ständig tauchen neue Datensätze mit vertraulichen Informationen von Verbrauchern im Internet auf. Jetzt sind erneut rund 1,5 Milliarden E-Mail-Adressen im Internet aufgetaucht. Jeder Internetnutzer sollte sofort aktiv werden und prüfen, ob seine Daten im Internet verbreitet werden.

Wir haben gerade erst über die sogenannte Collection #1 berichtet, die rund 700 Millionen gehackter Nutzeraccounts enthielt. Das Hasso-Plattner-Institut berichtet über weitere Datenfunde. Die Datensammlungen sollen insgesamt 2,2 Milliarden E-Mail-Adressen samt der zugehörigen Passwörter enthalten. Teilweise handelt es sich um bereits bekannt gewordene Datenlecks.

Seit 2014 haben mit dem Identity Leak Checkers des Hasso-Plattner-Instituts mehr als 9 Millionen Nutzer ihre E-Mail-Adresse überprüfen lassen. In letzter Zeit führte fast jede zweite Prüfung zu einem Treffer, sodass der Nutzer über die Offenlegung seiner persönlichen Daten im Internet informiert werden musste.

Welche Gefahr besteht durch die Datenpanne und die Veröffentlichung?

Da die veröffentlichten Daten neben der E-Mail-Adresse auch das zugehörige Passwort enthalten, besteht für die Nutzer eine besonders große Gefahr. Gerade der E-Mail-Account ist als besonders sensibel einzuschätzen. Haben Kriminelle Zugriff auf die E-Mail-Adresse des Nutzers, können sie nahezu alle Onlinekonten übernehmen. In der Regel ist die E-Mail-Adresse über die „Passwort vergessen-Funktion“ der Schlüssel zu allen verbundenen Onlinekonten.

Onlinewarungen.de sind bereits Fälle bekannt, in denen durch den Zugriff auf die E-Mail-Adresse Bankkonten abgeräumt wurden oder Punkte bei Bonussystemen gestohlen wurden. Hinzu kommen natürlich noch die Begehung von Straftaten im Namen des Nutzers durch einen Identitätsmissbrauch. Auch Waren und Dienstleistungen werden über die gehackten Onlinekonten geordert. Das Opfer erhält jedoch nur die Rechnung.



Datenfund Collections #2 bis #5 sehr umfangreich

Die riesige Datenmenge von 700 Millionen veröffentlichten E-Mail-Adressen und Passwörter war schon ein riesiger Skandal. Laut heise Security wird der Umfang der gehackten E-Mail-Konten bei Teil 2 bis 5 noch deutlich umfangreicher eingeschätzt. Die Datei von Collection #1 war mit 87 Gigabyte schon unvorstellbar groß. Heise Security schätzt die Dateigröße der weiteren Datenfunde auf rund 600 Gigabyte ein. Rein rechnerisch ergibt sich, dass in den Daten rund 1,5 Milliarden E-Mail-Adressen und Passwörter gespeichert sind. Diese wurden im Internet veröffentlicht und sind demzufolge unter Kriminellen im Umlauf.

Bei den Datenfunden handelt es sich offenbar auch um Sammlungen älterer Datenlecks. Insofern sind das keine neu gehackten Konten. Das macht die Angelegenheit jedoch nicht ungefährlicher. Im Gegenteil: Die Daten sind womöglich schon länger im Umlauf und können von Cyberkriminellen schon länger genutzt werden. Wer sein Passwort noch nicht geändert hat, ist für Betrüger wie ein offenes Buch und kann jederzeit und immer wieder digital ausgeraubt werden.



Das sollten Sie jetzt für Ihre Sicherheit tun

Wurde meine E-Mail-Adresse gehackt? Diese Frage sollte nicht nur neugierige Nutzer bewegen. Vielmehr raten wir jedem Internetnutzer unverzüglich zu prüfen, ob die eigenen Daten im Internet veröffentlicht sind. Zurückholen lassen sich die Daten wie E-Mail-Adresse, Passwörter, Name, Geburtsdatum und weitere Informationen nicht. Allerdings sollten betroffene Nutzer unverzüglich reagieren.

Wir erklären in unserem Ratgeber „E-Mail Account gehackt? So prüfen Sie ob Hacker Daten gestohlen haben“ ausführlich, mit welchen Diensten Sie Ihre E-Mail-Adresse überprüfen können und was Sie tun sollten, wenn Sie von der Datenpanne betroffen sind. Nutzen Sie für die Prüfung unbedingt den Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts, da in der Datenbank des Instituts der gesamte Datenbestand eingearbeitet sein soll. Ergänzend raten wir jedoch, dass Sie auch die anderen vorgestellten Tools verwenden. Sie erhalten detailliert Auskunft darüber, welche Ihrer Daten im Internet gehandelt werden.

Haben Sie Fragen?

Erfahrungsgemäß entstehen bei Verbrauchern sehr viele Fragen und Unsicherheiten. Ihre Fragen können Sie unterhalb des Artikels über die Kommentare stellen. Wir werden diese soweit möglich dort beantworten.



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