Fiese Masche: Rentnerin mit Gewinnversprechen abgezockt

Symbolbild Gewinnspiel
Symbolbild Gewinnspiel (Quelle: pixabay.com/Clker-Free-Vector-Images)

Bundesweit werden ahnungslose Verbraucher mit Bargeldgewinnen abgezockt. Die Masche funktioniert seit vielen Monaten und nimmt rasant zu. Jetzt hat es eine Seniorin aus Eschwege getroffen, die zum Glück nicht alle Ersparnisse verlor.

In Eschwege erhielt Anfang dieses Jahres eine ältere Dame einen dreisten Anruf. Die 77-jährige wurde am 11.01.19 und am 14.01.19 von Gewinnspiel-Betrügern kontaktiert. Die Kriminellen erzählten der Frau, dass sie angeblich 146.000 Euro gewonnen hätte. Rhetorisch geschickt forderten die dreisten Ganoven zuerst eine Bearbeitungsgebühr, bevor der Gewinn ausgezahlt werden könne.

Als Erstes wurde sie dazu verleitet zwei 100-Euro Gutscheine für Amazon zu erwerben. In den späteren Anrufen sollte die Frau dann die Codes der Amazon-Gutscheine frei rubbeln und durchgeben. Das tat sie und verlor somit das gekaufte Amazon-Guthaben.

Betrüger werden gierig und wollen noch mehr

Nachdem die Frau auf die Masche mit den Amazon-Gutscheinen hereingefallen war, kamen die Betrüger erst richtig in Fahrt. Die Gewinne der Frau sollten ihr für eine teure Transfergebühr übermittelt werden. Sie wurde dazu aufgefordert etwa 3.900 Euro auf ein Bankkonto zu überweisen. Die Dame besaß jedoch nur 1.000 Euro und erklärte diese Tatsache den Betrügern. Sie wurde schließlich dazu verleitet diese Summe von 1.000 Euro auf ein Bankkonto der Western Union Bank in China zu transferieren. Den Differenzbetrag von 2.900 Euro würde die Gewinn-Gesellschaft als Bürgschaft für die Dame freundlicherweise selbst tragen.

Die 77-jährige begab sich auf den Weg zur örtlichen Post, um das Geld zu bezahlen. Dort wurden die Postmitarbeiter misstrauisch, da die Frau 1.000 Euro auf ein chinesisches Bankkonto überweisen wollte. Dies erschien ihnen sehr seltsam. Sie wurde aufgeklärt und dazu aufgefordert den Vorfall der Polizei zu melden.



Wie können Sie sich vor solchen dreisten Betrügern schützen?

Prinzipiell sollten Sie niemals auf die Aufforderung reagieren, Gutscheine als Zahlungsmittel zu verwenden. Gutscheine sind nicht zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen vorgesehen, sondern als Geschenk gedacht. Meist verlieren Sie das Geld, wenn Sie eine Ware oder eine Dienstleistung mit einem Gutschein bezahlen sollen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Steam-Karten, iTunes-Karten oder Amazon-Gutscheine handelt. Vor allem nicht, wenn nach dem Gutschein-Kauf ein Gewinn angekündigt wird.

Ebenfalls sollten Sie keine kostenpflichtigen Telefonnummern bei Gewinnspielen anrufen. Besonders ein Gewinn-Code oder die Anforderung eines Gewinnes darf nicht durch einen kostenpflichtigen Anruf übermittelt werden.

Wenn Sie an keinen Gewinnspielen teilgenommen haben, dann können Sie auch nichts gewinnen. Deswegen überlegen Sie zuerst, ob Sie in der letzten Zeit überhaupt an Gewinnspielen teilgenommen haben.

Außerdem sollten Sie konkret nach dem Thema oder Inhalt des Gewinnspiels fragen. Schreiben Sie sich die Telefonnummer des Anrufers auf. Vorsicht ist geboten, wenn die Firma ohne Rufnummernanzeige anruft. Doch Vorsicht, auch die angezeigte Rufnummer kann gefälscht sein. Am besten erfragen Sie den Namen und die Firmenadresse des Anrufers. Generell sollten Sie am Telefon niemals Geld-Transfers vornehmen oder Überweisungen an unbekannte Firmen senden.

Lassen Sie sich die frohe Botschaft des Gewinns immer schriftlich per Post zusenden. Und das Wichtigste: Wer etwas gewonnen hat, muss nichts bezahlen. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber, wie Sie sich vor dubiosen Gewinnversprechen schützen können.

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