Paket ohne Bestellung erhalten? – Wenn Ware einfach geliefert wird


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(Quelle: youtube.com/Neue Betrugsmasche: Paketsendung ohne Bestellung | Markt | NDR)

Firmen versenden Pakete, um Waren in kleinen Mengen an ihre Kunden auszuliefern. Der Inhalt dieser Sendungen wurde von Verbrauchern vorher geordert und wird meist von den Empfängern sehnlichst erwartet. Aber es gibt auch Unternehmen, die Waren ohne eine verbindliche Bestellung und ohne Wissen der Empfänger versenden. Wie es zu solchen Auslieferungen kommt und was dahinter steckt, erfahren Sie in unserem Artikel.

Der Handel im Internet floriert. Verkäufer beliefern ihre Kunden mit den bestellten Produkten. So werden täglich Tausende Pakete versendet. Doch nicht immer wissen die Empfänger, dass eine Sendung für Sie auf dem Weg ist. Es gibt Firmen, die versenden scheinbar willkürlich Pakete mit Waren an nichts ahnende Verbraucher. In den Paketen befinden sich nicht etwa kostenlose Werbegeschenke oder Produktproben.

Es hat sich eine neue mutmaßliche Betrugsmasche entwickelt, die auf den ersten Blick keinen Sinn macht. Zunächst werden Waren samt Rechnung verschickt. Soweit ein ganz normaler Prozess. Allerdings wurden diese Waren von den Empfängern nicht wissentlich bestellt. Aber warum versenden diese Firmen Pakete scheinbar ohne Grund? Die versendeten Waren haben schließlich einen Wert, der vorfinanziert werden muss. Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang ist allerdings: Woher kommen die Adressdaten der Empfänger? Bei der Verbraucherzentrale liegen nach eigenen Aussagen mehrere Beschwerden zu dieser Masche vor.

Was steckt hinter der scheinbaren Betrugsmasche?

So sinnfrei und wenig erfolgversprechend diese Masche auf den ersten Blick scheint, so simpel und scheinbar lukrativ ist sie für die Firmen. Wie bereits im Video beschrieben, werben diese Unternehmen in den sozialen Medien für ihre Produkte. Es scheint so, als würden genau die Plattformen herausgesucht, auf denen vorwiegend jüngere Verbraucher aktiv sind. Eine der werbenden Firmen die mit überraschenden Paketen auffällt ist laut dem NDR-Bericht die Digital Sourcing ApS.

Bei dem im Video beschriebenen Fall soll die Jugendliche eine Werbung angeklickt und dadurch die „Bestellung“ ausgelöst haben. Leider ist dieser Vorgang nicht wirklich nachvollziehbar. Denn um eine Postsendung zustellen zu können, brauchen die Firmen die Adressdaten ihrer „Kunden“. Aus diesem Grund gibt es nur zwei Möglichkeiten: Die persönlichen Angaben wurden auf der Webseite des Onlineshops hinterlassen oder die Firmen haben die Daten erworben. Dann wäre es ein sehr großer Zufall, dass die Jugendliche die Webseite besucht hat und dann auch das Paket an sie versendet wurde. Wahrscheinlicher ist allerdings die Eingabe der Daten auf der Webseite. Gerade unerfahrene Nutzer sollten zu diesem Thema sensibilisiert werden. Viele Verbraucher gehen sehr sorglos mit ihren persönlichen Daten um. Da wir derzeit nicht wissen, unter welchen Umständen die Daten an die Firma gelangten, bleiben nur Spekulationen.



Adressen von potenziellen „Kunden“ werden im Internet legal, aber auch illegal gehandelt. Adresslisten mit mehreren Tausend Datensätzen wechseln hier den Besitzer und können somit missbraucht werden. Sie können übrigens selbst überprüfen, ob Sie auf einer der im Internet gehandelten Adresslisten stehen. Das können auch unseriöse Firmen nutzen, die dann Ihre Waren auf gut Glück versenden. Im zugestellten Paket ist nicht nur die angeblich bestellte Ware. Eine Rechnung wird gleich mitgesendet, was bei einem legalen Vertragsabschluss völlig normal ist. Bei dieser Masche geht unter Umständen kein rechtmäßiger Vertragsabschluss voraus. Entweder ist der Preis oder der Kaufen-Button nicht richtig gekennzeichnet. Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, warum verschiedene Kunden sich an keine Bestellung erinnern können. Um das Geld trotzdem zu kassieren, wird sofort Druck auf den Verbraucher aufgebaut. Eine kurze Zahlungsfrist wird gesetzt. Zudem drohen die Firmen sofort mit einem Inkassounternehmen, falls das Geld nicht rechtzeitig eingeht.

 

Was soll ich mit dem Paket und der Ware tun?

Als Erstes: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie keine Bestellung ausgelöst haben, sind die Forderungen unrechtmäßig. Meldet sich dann das Inkassounternehmen bei Ihnen, sollten Sie in jedem Fall handeln. Gehen Sie zur Polizei und erstatten Sie eine Anzeige. In einigen Bundesländern können Sie die Strafanzeige auch online erstatten. Leider prüft das Inkassounternehmen nicht, ob die Forderungen rechtmäßig sind. Der Betrag wird eingefordert und unter Umständen gerichtlich beigetrieben.

In einigen Foren und Beiträgen im Internet wird geschrieben, dass Sie die Ware vernichten können. Wir raten davon ab. Der Absender kann die Herausgabe und Rücksendung auf Kosten der Firma verlangen. Ist die Ware dann weg, sind Sie unter Umständen zum Schadensersatz verpflichtet. Sie sollten in jedem Fall das liefernde Unternehmen nachweislich darüber in Kenntnis setzen, dass Sie nichts bestellt haben und die Ware nicht möchten. Sicherheitshalber können Sie den Kauf auch Anfechten oder Widerrufen. Sie können dafür auch den Musterbrief der Verbraucherzentrale verwenden, den Sie nur an Ihre Bedürfnisse anpassen müssen. Erklären Sie, dass Sie die Ware gern auf Kosten des liefernden Unternehmens zurücksenden.



Nicht immer sind die liefernden Unternehmen selbst schuld. In einigen Fällen wird die Bestellung auf fremden Namen von dubiosen Diensten oder gar Kriminellen ausgelöst. Die entsprechende Firma hat dann gar keine Kenntnis darüber, dass in Wirklichkeit gar nichts bestellt wurde. Beispielsweise berichten Nutzer die sich bei Probenheld.de angemeldet haben immer wieder von dubiosen Paketsendungen, die sie plötzlich bezahlen sollen.

Welche Firmen versenden unaufgefordert Pakete?

An dieser Stelle sind Sie gefragt. Wurde Ihnen auch ein Paket zugestellt, ohne das Sie etwas bestellt haben und Sie sollen den Inhalt bezahlen? Schreiben Sie uns eine E-Mail an kontakt@onlinewarnungen.de oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel. Mit Ihren Erfahrungen helfen Sie anderen Verbrauchern, sich gegen unseriöse Unternehmen zu wehren oder sich sogar zu schützen.

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11 Kommentare zu Paket ohne Bestellung erhalten? – Wenn Ware einfach geliefert wird

  1. Ebenfalls ohne jede Bestellung von AboutYou ein großes Paket mit 3 Paar Sneakers à je 150 € erhalten. Ebenfalls Hinweiszettel im Paket das REchnung per Email gekommen sei – nix davon erhalten. Tja, ob ich mir nun die Mühe mache, das Paket per beigelegtem Retourenschein zurückzusenden…

  2. Meine Mutter (79 Jahre), die noch nie im Internet war und auch keine Mailadresse besitzt hat heute von ABOUT YOU ein Paket erhalten, adressiert auf dem Namen ihres Mannes der schon vor 6 Jahren verstorben ist und ebenfalls nie im Internet war und auch keine Mailadresse besaß. Im Paket war eine Regenjacke und noch irgendwelche Klamotten mit einem Beleg, dass die Rechnung per Mail zugesandt wurde. Ich frage mich am welche Mailadresse die Rechnung ging, wenn doch Beide nie eine hatten???

  3. ABOUT YOU sendet 1 Paket zu mit einem Artikel und stellt 4 Artikel in Rechnung, ohne das bei dieser Firma eine Bestellung ausgelöst worden ist.

  4. Habe heute ein Paket von PipeDream bekommen und hätte 229€ bezahlen müssen. Habe das Paket verweigert und zurück schicken lassen da ich nichts bestellt habe.

  5. Ich habe von „Online Shopping 59 C/O Aliaz“ aus Estonia Ware bekommen die ich nicht bestellt habe. War nur auf der Werbeseite über Facebook.
    Habe nichts bezahlt weil ich sicher nicht auf irgendeinen Button für BESTELLEN geklickt habe.
    Warte jetzt ab und werde dann wie im Artikel beschrieben, sobald sich ein Inkassounternehmen meldet, Anzeige erstatten.

    • Was passiert dann? Haben Sie eine Mahnung bekommen? Zahlen Sie es oder nicht? Heute habe ich auch ein Paket bekommen (von dem gleichen Unternehmen), das sicherlich ich nicht bestellt habe und gibt’s auch eine Rechnung dazu.