Phantasialand gibt 4 Freikarten für 500 Familien zum 50-jährigen Jubiläum per Kettenbrief über WhatsApp – Wirklich?

WhatsApp Kettenbrief Phantasialand Brühl
(Quelle: Screenshot)

Das Phantasialand in Brühl ist einer der ältesten Freizeitparks in Europa. Wer möchte da nicht gerne ein paar Freikarten für die Familie gewinnen. Denn bei den saftigen Eintrittspreisen ab 37 Euro für eine Tageskarte für Kinder lohnt sich so ein Gewinn allemal. Doch kann es wirklich sein, dass das Phantasialand in Brühl gleich an 500 Familien 4 Freikarten verschenkt?

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Gewinnspiele gibt es im Internet sehr viele. Ist ja auch bequem. Sie müssen das Haus nicht verlassen, in der Regel ein bis drei Fragen beantworten und einfach Ihre Daten eingeben. Das ist schnell erledigt. Doch manchmal kommt nach so einem Gewinnspiel die große Werbeflut ins Haus. Erst dann wird klar, dass man auf einen Datensammler hereingefallen ist, der nur an Ihre Daten wollte, um diese an Drittunternehmen (meist als Sponsoren bezeichnet) weiterzuverkaufen.

Derzeit sind die Gewinnspiele per WhatsApp für Freizeitparks sehr beliebt. Kein Wunder, denn bald sind Ferien. Neben dem vermeintlichen Gewinnspiel von Adidas zur Fußball WM haben wir unlängst auch über die WhatsApp-Aktionen im Namen von Disneyland Paris und Europapark Rust berichtet.

In der Vergangenheit haben wir zudem über WhatsApp Kettenbriefe im Namen von dm, Rossmann, LIDL, Knoppers, Duplo, Kaufland, Kinder-Riegel, Haribo und anderen bekannten Marken berichtet. Meist werden diese Gewinnspiele per WhatsApp-Nachricht versendet. Aber auch der Facebook-Messenger wird hin und wieder für den Versand derartiger Nachrichten genutzt.

Doch was ist nun mit dem aktuellen Gewinnspiel vom Phantasialand in Brühl? Ist dieses wirklich von dem Freizeitpark oder stecken wieder Datensammler dahinter? Wir möchten die Anspannung gleich vorweg auflösen: das Phantasialand hat mit der Aktion nichts zu tun. Der Freizeitpark ist weder Veranstalter der Aktion noch ist das Phantasialand in Brühl für den Versand der E-Mails verantwortlich. Der Freizeitpark ist selbst geschädigt, da der Name und auch das Logo missbräuchlich verwendet werden.

Übrigens: Das Phantasialand feiert dieses Jahr seinen 51. Jahrestag. Damit liegt die Nachricht im Messenger zwar nur knapp daneben. Dennoch ist die WhatsApp Nachricht demnach falsch.

Wie sieht die WhatsApp-Nachricht mit den Freikarten aus?

Sie fragen sich woher die Nachricht mit den Freikarten für das Phantasialand kommt? Das ist eigentlich relativ einfach erklärt:

Mal wieder kommt die Nachricht von einem Freund beziehungsweise Kontakt per WhatsApp. Dieser hat den Kettenbrief ebenfalls von einem seiner Freunde bekommen. Der Text wurde von Ihrem Kontakt jedoch nicht selbst verfasst, sondern von den Kriminellen vorbereitet. So lautet der Text in der WhatsApp-Nachricht zum 50-jährigen Jubiläum des Phantasialands:

Hello! Der Phantasialand gibt 4 Freikarten für 500 Familien zum 50-jährigen Jubiläum. Ich habe gerade einen von hier bekommen.: http://www.phantasialand-com.win/ Viel Spaß und danke mir später.

WhatsApp Kettenbrief Phantasialand Brühl
(Quelle: Screenshot)

Sollten Sie eine andere Textnachricht erhalten, senden Sie uns diese bitte per WhatsApp an 03054909774 zu. Wir werden den Artikel dann aktualisieren.



Nur wenn Sie sich genau auskennen, wissen Sie, dass die Webseite des Phantasialands eine .de-Domain ist. Selbst wenn man phantasialand.com eingibt, wird man auf die .de-Domain umgeleitet. Aber wer das nicht weiß, kann hier schnell in die Falle tappen.

Am Ablauf ändert sich zu den anderen Kettenbriefen nichts. Sie klicken auf den Link in der Nachricht, da Sie Ihrem Freund vertrauen und kostenlose Eintrittskarten haben möchten. Sie gelangen beim Aufruf des Links auf eine gefälschte Webseite mit der URL phantasialand-com.win (derzeit [22.06.2018] gilt dies sowohl für das Smartphone, als auch für den PC). Doch wir warnen immer wieder:

Klicken Sie keine unbekannten Links in SMS oder WhatsApp-Nachrichten an!

Gefälschte Phantasialand-Webseite irritiert Nutzer

Aufgrund der optischen Gestaltung der Webseite und der Verwendung des Logos vom Phantasialand geht der Nutzer natürlich davon aus, dass es sich wirklich um eine Aktion des Familien- und Freizeitparks bei Köln handelt. In typischer Gewinnspiel-Mannier sollen Sie zunächst vier unwesentliche Fragen beantworten, was schnell erledigt ist. Allerdings würde kein Unternehmen für die Beantwortung dieser Fragen 500 Familien je 4 Freikarten für den Freizeit-Park schenken. Die optische Gestaltung der Webseite kommt uns sehr bekannt vor und erinnert an einige Fake-Aktionen aus der Vergangenheit. Vermutlich handelt es sich um die gleichen Macher, wie bei der gefälschten REWE-Aktion und den H&M-Gutscheinen. Lediglich der Text und die Farbauswahl wurden etwas verändert. Das Prinzip bleibt gleich.

WhatsApp Kettenbrief Phantasialand Brühl
(Quelle: Screenshot)


Anschließend beginnt der Kettenbrief-Wahnsinn. Sie sollen die Phantasialand-Aktion jetzt mit 20 Freunden auf WhatsApp teilen, damit Sie die Freikarten bekommen. Natürlich machen das viele Nutzer an dieser Stelle. Schließlich könnte man unheimlich viel Geld sparen. Gerade eine vierköpfige Familie würde bei den Eintrittspreisen in der Regel um die 170 Euro bezahlen, wenn die zwei Kinder zwischen (4 und 11 Jahren sind). Bei zwei Kindern ab 12 Jahren liegt man als Familie schon bei 190 Euro Eintritt. Da kommen die vermeintlichen Freikarten natürlich sehr gelegen.

WhatsApp Kettenbrief Phantasialand Brühl
(Quelle: Screenshot)

Doch das ist genau die Stelle, an der auch Ihr Freund war, als er Ihnen die Nachricht gesendet hat. Wer die Aktion hier mit seinen WhatsApp-Freunden teilt, verbreitet den Kettenbrief weiter und viel schlimmer, lockt seine eigenen WhatsApp-Kontakte in die Falle. Deshalb an dieser Stelle unser Hinweis. Immer wenn Sie etwas mit Ihren Freunden teilen müssen, bevor Sie es bekommen, ist es Betrug. Stoppen Sie den Kettenbrief, indem Sie diesen nicht teilen.

Teilen Sie die Aktion nicht mit Ihren Freunden!

Wenn Sie die Aktion mit Ihren Freunden geteilt haben, dürfen Sie, nur wenn der Zufall es will, Ihre persönlichen Daten eingeben. Allerdings gibt es einen Haken. Diese dienen nicht für den Versand der versprochenen Tickets für den Freitzeitpark. In unserem Fall sind wir auf die Webseite von Lead Spot Media gelangt, auf der wir uns plötzlich einen Freizeitpark aussuchen durften, um danach die Daten einzugeben.

WhatsApp Kettenbrief Phantasialand Brühl
Auf der Webseite der Lead Spot Media GMbH geht es plötzlich um Reisen im Wert von 1.000 Euro, aber nicht mehr um die 4 Karten für 500 Familien. Außerdem können Sie sich nun den Freizeitpark aussuchen. (Quelle: Screenshot)

Sie nehmen durch die Eingabe der Daten an einem Gewinnspiel des Datensammlers Lead Spot Media GmbH teil. Ob das Unternehmen etwas mit dem Versand des WhatsApp-Kettenbriefs zu tun hat, ist allerdings fraglich. Im Zweifel müssen wir davon ausgehen, dass Lead Spot Media nicht der Initiator der WhatsApp-Aktion ist. Wahrscheinlicher ist, dass ein unbekannter Dritter sich hier für jeden vermittelten Datensatz eine Provision „verdient“.

Wenn Sie Ihre Daten an dieser Stelle eingeben, erteilen Sie dem Unternehmen eine Werbeerlaubnis. Lead Spot Media verkauft Ihre Daten an andere Unternehmen. Im besten Fall bekommen Sie nur viel Werbung per E-Mail, SMS und nervige Werbeanrufe. Kommen die Daten in kriminelle Hände, könnten Sie auch betrügerische E-Mails oder Anrufe bekommen. Fakt ist, dass Ihre persönlichen Daten nicht an das Phantasialand in Brühl gesendet werden.

Hinweis: Auf dem Smartphone öffnen sich unter Umständen andere Seiten als auf Ihrem Computer.



Teilnahme rückgängig machen – aber wie?

In unserem Fall war, wie bereits erwähnt, Lead Spot Media der eigentliche Veranstalter des Gewinnspiels. Auf Onlinewarnungen.de erfahren Sie, wie Sie die erteilte Werbeerlaubnis bei Lead Spot Media GmbH widerrufen können.

Wir raten dringend davon ab, an der irreführenden Aktion teilzunehmen. Denn die versprochenen Tickets für das Phantasialand bekommen Sie nicht geschenkt. Falls Sie versehentlich mitgemacht und die vermeintliche Aktion mit Ihren Freunden geteilt haben, sollten Sie Ihre Kontakte schnellstmöglich warnen. Dafür können Sie diese Warnung teilen, die sich auf dem Smartphone auch via WhatsApp versenden lässt.

Bitte beachten Sie: Der Initiator der Aktion entscheidet allein, zu welcher Webseite Sie nach dem Teilen des Kettenbriefes weitergeleitet werden. Das kann in Abhängigkeit von der Internetverbindung im schlimmsten Fall eine Abofalle sein. Dann heißt es im letzten Schritt oft, dass eine Altersverifikation notwendig ist. Wer diese durchführt, landet dann in der Kostenfalle und zahlt wöchentlich bis zu sieben Euro.

Wir erklären in einer weiteren Anleitung, wie Sie sich auf dem Smartphone generell vor Abofallen schützen und damit nicht mehr in die Kostenfalle tappen.

Denkbar ist auch, dass Sie sich auf diesem Weg Schadsoftware einfangen. Nicht selten wird im letzten Schritt eine Software angeboten. Wer diese herunterlädt, könnte sein Smartphone mit Malware oder gar einem Bankingtrojaner infizieren. Letzterer kann Ihr Bankkonto plündern, wenn Sie Onlinebanking nutzen.

Symbolbild Geld

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Senden Sie uns Kettenbriefe mit abweichendem Inhalt

Aus Erfahrung wissen wir, dass diese Kettenbriefe häufig auch im Namen anderer Unternehmen versendet werden. Falls Sie eine WhatsApp-Nachricht mit einem anderen Inhalt erhalten oder einen ähnlichen Facebook-Post gesehen haben, dann leiten Sie uns diese bitte per WhatsApp an 03054909774 oder per E-Mail an kontakt@onlinewarnungen.de weiter. Wir aktualisieren diese Warnung oder verfassen einen neuen Artikel. Nur mit Ihrer Hilfe können wir gemeinsam den Wahnsinn stoppen.



Wir brauchen Ihre Hilfe in den Kommentaren

Sie haben den Kettenbrief bekommen oder auf Facebook gesehen? Bitte teilen Sie uns das in den Kommentaren mit, damit wir die aktuelle Verbreitung messen können. Falls Sie der Aktion bis zum letzten Schritt gefolgt sind, dann teilen Sie uns in den Kommentaren unterhalb dieser Warnung mit, auf welche Webseite Sie gestoßen sind.

Verpassen Sie keine Warnung.
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Häufige Fragen und Antworten zu diesem Kettenbrief

Nachfolgend beantworten wir die häufigsten Fragen zu diesem Kettenbrief. Falls Sie eine weitere Frage haben, die hier noch nicht beantwortet wurde, dann stellen Sie diese Frage bitte unterhalb des Artikels in den Kommentaren.

Ich habe meine Daten eingegeben und abgesendet. Was kann ich tun?

Das ist abhängig, bei welchem Anbieter Sie die Daten eingegeben haben. Der letzte Schritt kann variieren.  Sie können Ihre Werbeeinwilligung eventuell bei dem Anbieter widerrufen, bei dem Sie die Daten eingegeben haben. Diesen müssten Sie dazu jedoch wissen. Hier finden Sie Anleitungen für den Widerruf der Werbeerlaunbis.

Was kann passieren, wenn ich meine Daten eingegeben habe? Können Kosten entstehen?

Das wissen wir auch nicht. Es ist weder bekannt noch kalkulierbar, für welche Zwecke Ihre Daten verwendet werden. Denkbar ist auf jeden Fall, dass Sie viel Werbung per E-Mail, Post, SMS und Werbeanrufe bekommen. Letztere sind häufig sehr trickreich und können in eine Kostenfalle führen, wie dieses Beispiel zeigt.

Kann ich durch die Teilnahme an der Aktion in eine Abofalle geraten sein?

Das ist rein theoretisch möglich. Der Initiator des Kettenbriefes entscheidet, auf welche Webseiten Sie weitergeleitet werden. In der Vergangenheit gelangten Nutzer bei vergleichbaren Aktionen auch in Abofallen. Sicher bekommen Sie das nur heraus, indem Sie sich bei Ihrem Telefonanbieter erkundigen.

Ich habe nach der Teilnahme eine E-Mail zur Bestätigung bekommen. Was ist, wenn ich den Link zur Bestätigung nicht anklicke?

In diesem Fall dürfen Ihre Daten theoretisch nicht verwendet werden. Sie können dann Glück gehabt haben, wenn Sie den Link nicht angeklickt haben.



Handelt es sich um einen Handy-Virus?

Nein, grundsätzlich gibt es keine Anzeichen, dass mit der Aktion ohne eine Aktivität des Nutzers Schadsoftware verbreitet wird. Wenn Sie keine Daten eingegeben oder Software manuell heruntergeladen haben, müssen Sie sich nach derzeitigen Erkenntnissen keine Sorgen machen.

Nützliche Links zu diesem Thema

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