Onlineshopping: Fallen beim Einkauf im Webshop erkennen und vermeiden

Wer online einkauft muss die Gefahren kennen
Wer online einkauft, muss die Gefahren kennen. (Quelle: fotolia.com/ © Andrey Popov #187853777)

Heutzutage ist es gang und gäbe, gewisse Einkäufe im Internet zu tätigen. Doch wo sich Käufer tummeln, sind in der Regel auch Betrüger nicht weit. Der weltweite Handel über das Internet macht den Online-Einkauf nicht einfacher. Dabei ist eine ausbleibende Lieferung noch gar nicht das größte Problem. Aus diesem Grund ist es wichtig, Gefahren beim Online-Shopping direkt zu erkennen und nicht in die fiesen Fallen hineinzutappen.

Es gehört heute zu unserem Alltag, verschiedene Produkte via Internet im Webshop einzukaufen. Die Bandbreite der Online-Einkaufsmöglichkeiten ist besonders groß. Längst werden nicht nur Produkte mit geringem Wert im Onlineshop gekauft. Für Verbrauchsmaterial über Schmuck und Handys bis hin zu Einrichtungsgegenständen und Autos können Sie viel Geld im Internet ausgeben. Deshalb sollten Sie als Verbraucher vor dem Einkauf gründlich die Internetseiten und die angepriesenen Waren prüfen, bevor sie auf „Kaufen“ klicken.

Seit Jahren fallen jeden Tag neue Nutzer auf sogenannte Fakeshops herein. Das sind Onlineshops, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Sie existieren nur virtuell, kassieren das Geld der Kunden und liefern keine Ware. Wer darauf hereinfällt, ist nicht nur sein Geld los. Oft droht mit den übermittelten Daten nach einem Einkauf im Fakeshop weiterer Ärger. Doch der weltweite Einkauf im Internet über Ländergrenzen hinweg hat Potenzial für weitere Probleme in Zusammenhang mit der Wahrnehmung Ihrer Verbraucherrechte. 

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Verbraucherrechte des Kunden sind beim Einkauf im Ausland ein Problem

Als Kunde hat man im Geschäft häufig die Möglichkeit, gekaufte Ware im Laden wieder zurückzugeben. Sei es, dass sie nicht gefällt oder nicht passt. Diese Möglichkeit verwechseln viele aber mit einem Recht auf Umtausch beziehungsweise Rückgabe, das es im stationären Handel so nicht gibt. Die Geschäfte sind nicht dazu verpflichtet, die Waren wieder zurückzunehmen, tun dies aber oft aus Kulanz. Verlangt wird lediglich die Vorlage des Kassenbons, da die Rückgabefrist bei manchen Waren auf 14 Tage beschränkt ist.

Wegen der Handlung aus Kulanz haben Sie als Kunde im Offline-Handel auch keinen Anspruch darauf, den Betrag in Form von Bargeld zurückzubekommen. Eine Auszahlung als Gutschein ist eine legitime Alternative. Ist die Ware allerdings fehlerhaft oder ohne Zutun des Kunden beschädigt, muss der Verkäufer das Produkt zurücknehmen.



Schutz des Käufers bei Online-Geschäften

Bei Onlinekäufen werden Käufer durch das Widerrufsrecht geschützt. In den meisten Fällen steht dem Kunden per Gesetz ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Die gesetzliche Widerrufsfrist beginnt am Tag nachdem Sie die bestellten Waren erhalten haben oder am Tag, nach Vertragsschluss bei einer Dienstleistung.  Auf das Widerrufsrecht muss der Händler Sie als Kunde vor der Bestellung klar und verständlich informieren. Versäumt der Händler die Information zum Widerruf, beginnt die Frist erst dann, wenn Sie die Widerrufsbelehrung erhalten. Allerdings genügt es heute nicht mehr, die Ware einfach zurückzusenden. Vielmehr müssen Sie den Widerruf des Kaufvertrages gegenüber dem Händler eindeutig erklären. Weitere Informationen zum Widerrufsrecht finden Sie bei der Verbraucherzentrale.

Zum Schutz vor Abo-Fallen und ungewollten Bestellungen müssen Onlineshops seit Januar 2012 den Kaufabschluss explizit kennzeichnen. Das geschieht über einen Button, auf den der Nutzer explizit klicken muss, um die Bestellung zu vollziehen. Diese Schaltfläche muss eindeutig mit „Jetzt kostenpflichtig kaufen“ oder einem ähnlichen Text versehen sein. Außerdem muss der Kunde spätestens im letzten Schritt der Bestellung über die gesamten Kosten informiert werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. Der Kaufvertrag kommt nicht zustande, wenn der Button für den Abschluss der Bestellung falsch oder irreführend gekennzeichnet ist.

Achtung beim Autokauf im Internet

Symbolbild Auto
Symbolbild Auto (Quelle: pixabay.com/Alexas_Fotos)

Ob Neuwagen oder gebraucht: Die Suche nach einem Auto beginnt in den meisten Fällen im Internet. Auf zahlreichen Plattformen werden verschiedene Fahrzeugklassen in den unterschiedlichsten Gebrauchszuständen zum Verkauf angeboten. Leider meint es nicht jeder Verkäufer gut mit seinen Käufern. Vor allem in Kleinanzeigenportalen, auf denen Autos von privat verkauft werden, tummeln sich zwischen redlichen Verkäufern auch viele Betrüger.

Es kommt immer wieder zu Fällen, bei denen ein Auto als hochwertig und schadenfrei angepriesen wird, sich das Fahrzeug nach dem Kauf aber als reparaturreifer Wagen offenbart. Falsche Angaben im Internet sind dabei eine Sache, doch manche Verkäufer gehen noch einen Schritt weiter und halten auch dann noch an ihren falschen Aussagen fest, wenn sich der Interessent den Wagen zum vereinbarten Termin anschauen kommt.



Sie täuschen ihre Kunden ganz bewusst, damit diese sich für den Kauf entscheiden. Unter bestimmten Voraussetzungen spricht man dann von arglistiger Täuschung. Zum Beispiel dann, wenn der Verkäufer bei seinem Kunden absichtlich falsche Vorstellungen weckt, die ihn zum Kauf des Fahrzeugs bewegen, oder solche Vorstellungen nicht berichtigt.

Dabei ist es die Pflicht des Verkäufers, den potenziellen Käufer bezüglich des Fahrzeugs über folgende Punkte zu informieren: Alter, Baujahr, Laufleistung, Vorbesitzer, (Unfall-)Schäden, Schadstoffemissionen sowie darüber, ob es sich bei dem Auto um einen Import oder Reimport handelt.

Betrugsfälle beim Autokauf und KFZ-Verkauf nehmen zu

In letzter Zeit mussten wir immer öfter über Betrug in Zusammenhang mit Autokäufen und PKW-Verkäufen berichten. Beispielsweise warnen wir vor einer weitverbreiteten Masche, mit der ahnungslosen Kunden das Geld beim Autokauf aus der Tasche gezogen wird. Ebenfalls täglich werden Kunden beim Autokauf mit sogenannten Treuhändern oder Fake-Speditionen abgezockt, die das neue Fahrzeug zum Schnäppchenpreis angeblich sicher aus dem Ausland liefern sollen. Doch auch wenn alles gut geht und Sie Ihren Wagen erfolgreich an einen Käufer verkauft haben, ist der Spuk noch nicht vorbei. Immer öfter werden Verkäufer nach dem Verkauf vom vermeintlichen Käufer bedroht

Typische Fallen beim Online-Shopping

Symbolbild
Symbolbild Fakeshop (Quelle: pixabay.com/geralt)

Wer im Internet Waren bestellen möchte, sollte sich im Vorfeld gründlich über mögliche Fallen informieren, die beim Online-Shopping lauern. Oft lassen sich unseriöse Händler, risikobehaftete Onlineshops oder die besonders gefürchteten Fakeshops vor dem Kauf erkennen. Sie müssen nur wissen, worauf Sie achten müssen.

Doch wie kommt es überhaupt, dass Onlineshops die Verbraucherrechte umgehen oder sogar betrügen können? Das ist recht einfach erklärt. Über das Internet haben Sie nicht nur Zugriff auf deutsche Onlineshops, sondern können weltweit einkaufen. Oft sind die Preise in anderen Ländern deutlich günstiger. Allerdings halten sich Verkäufer aus anderen Ländern oft nicht an unsere Verbraucherrechte. Hinzu kommt, dass Betrüger im Internet ebenfalls auf „Kundenfang“ gehen. Wer hier in die Falle tappt, ist oft sein Geld los.

Unseriöse Onlineshops und Fakeshops

Mit wem haben Sie es beim Einkauf im Webshop überhaupt zu tun? Diese Frage lässt sich oft gar nicht so leicht beantworten, denn Sie sitzen dem Verkäufer ja nicht gegenüber. Sie können sich nie sicher sein, ob es den Onlineshop wirklich gibt. Im schlimmsten Fall geraten Sie als Käufer an einen unseriösen Geschäftspartner, der die versprochene Leistung nicht erbringt oder keine Waren liefert. 

Um das zu vermeiden, ist es immer sinnvoll, das Impressum einer Internetseite genau unter die Lupe zu nehmen. Wenn dort die Angaben des Anbieters wie Name und Adresse nicht vertrauenserweckend wirken, unvollständig oder widersprüchlich sind, sollte man lieber vorsichtig sein. Das gilt auch für den Fall, dass statt einer Adresse nur ein Postfach oder keine Telefonnummer angegeben ist. Fehlt das Impressum, sollten Sie in dem Webshop nicht bestellen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie vor dem Einkauf in einem neuen Onlineshop achten sollten. Außerdem erklären wir an einem Praxisbeispiel, an welchen Kriterien Sie einen seriösen Onlineshop erkennen.



Der Preis beinhaltet nicht alle Kosten

Gerade bei ausländischen Onlineshops sollten Sie darauf achten, dass der angegebene Preis auch wirklich alle Kosten enthält. Oft wird ein sehr günstiger Preis für das Produkt angezeigt. Doch die Versandkosten sind so hoch, dass das Schnäppchen nur noch halb so gut ist. Wenn Sie dann noch feststellen, dass im Preis keine Zollkosten und keine Steuern enthalten sind, könnte das vermeintliche Schnäppchen schnell sehr teuer werden. Sie bekommen Ihre Ware dann nämlich nicht geliefert, sondern dürfen diese beim Zoll nach Zahlung der Zollgebühren und Steuern abholen. Wir haben über diese Preisangaben in Zusammenhang mit dem populären Anbieter wish.com berichtet. Hier sollten Sie allenfalls geringwertige Produkte erwerben, um nicht in die Zoll-Falle zu tappen.

Unsichere Zahlungsarten

Den Online-Einkauf kann man meist über verschiedene Zahlungsarten bezahlen. Immer mit dabei ist die Option Vorkasse beziehungsweise Vorausbezahlung. Hierbei muss der Käufer erst das Geld an den Verkäufer übermitteln, bevor dieser die Ware verschickt. Das kann unter Umständen zum Problem werden, da Sie das gesamte Risiko übernehmen.

Ist der Verkäufer unseriös, wird er die Ware auch dann nicht verschicken, wenn das Geld längst angekommen ist – der Käufer bleibt auf seinen Kosten sitzen. Gleiches passiert dann, wenn der Verkäufer nach Abschluss des Kaufvertrages pleite geht. Deshalb unser Rat: Zahlen Sie in neuen oder unbekannten Onlineshops niemals per Vorkasse via Banküberweisung.

Problematisches Widerrufsrecht und schwierige Rückgabe

Das Shirt ist zu groß, die Porzellanvase hat schon Macken – es gibt verschiedene Gründe, warum Waren, die im Internet bestellt wurden, zurückgeschickt werden. Als Käufer hat man das oben beschriebene Widerrufsrecht, sprich wer innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware davon Gebrauch macht, bekommt sein Geld zurück.

Schwierig wird es, wenn Sie in einem ausländischen Onlineshop eingekauft haben und dieser sich nicht an unsere Verbraucherrechte hält. Oft wird eine Rücksendung verweigert oder so erschwert, dass diese quasi unmöglich ist. Achten Sie auch auf Rücksendekosten. Wenn Sie die Bluse für 10 Euro zwar zurückgeben können, aber die Kosten der Rücksendung nach China selbst übernehmen müssen, wird die Rückgabe schnell teurer als das zurückgegebene Produkt.



Gefälschte Bewertungen

Gerade, weil man als Käufer die Ware vor dem Bestellen im Internet nicht begutachten kann, von Fotos abgesehen, sind die Bewertungen und Kommentare anderer Käufer hilfreich bei der Kaufentscheidung. Hierbei sollten Sie aber genau hinschauen, denn auf einigen Plattformen werden die Produktbewertungen nicht selten durch gekaufte Bewertungen aufgehübscht.

Eine gefälschte Bewertung erkennt man an ihrem unnatürlichen und übertrieben positiven Tonfall. Der Name des Produktes wird darin sehr häufig und immer vollständig genannt. Wenn es solche Bewertungen auch für das Produkt gibt, für das Sie sich interessieren, sollten Sie vielleicht lieber von einem Kauf absehen oder es bei einem anderen Anbieter erwerben.

Phishing-Mails führen oft zu Fakeshops

Betrüger versuchen immer wieder, an persönliche Daten von Menschen zu kommen, die online einkaufen und bestellen. Das versuchen sie häufig auch über sogenannte Phishing-Mails. Das sind E-Mails, die auf den ersten Blick genauso aussehen wie die üblichen E-Mails mit Angeboten, die man von Zeit zu Zeit von Online-Anbietern erhält. Doch häufig führen die Links in diesen E-Mails nicht auf die Webseiten der Markenhersteller, sondern auf gefälschte Webshops. In letzter Zeit wurden diese Fake-Mails häufig mit Ray-Ban-Angeboten versendet. Allerdings ist Ray-Ban nicht der Versender dieser Spam-Mails.

Sie enthalten oftmals eine Aufforderung persönliche Daten preiszugeben. Dafür werden die verschiedensten Gründe genannt, die den Nutzer verunsichern und dazu anregen sollen, der Aufforderung nachzukommen. In anderen Fällen befinden sich Dateien im Anhang, die gefährliche Computerviren oder Ähnliches enthalten. Diese zerstören Dateien auf dem Rechner und können persönliche Daten wie Passwörter ausspionieren.



Tipps für den Einkauf im Internet

Damit Sie in Zukunft gegen Ärgernisse beim Online-Einkauf gewappnet sind, haben wir hier einige Tipps zusammengestellt. Wer diese berücksichtigt, kann die typischen Fallen umgehen.

Anbieter unter die Lupe nehmen

Abgesehen von dem Impressum sollten Sie als Käufer im Internet auch immer ein Auge darauf haben, ob die Seite des Anbieters Gütesiegel vorweisen kann. Das Siegel „Trusted Shops“ ist ein rundes Zeichen mit einem „e“. Es zeigt an, dass auf dieser Internetseite Qualitätsmerkmale wie Datenschutz oder die Zahlungsoptionen überprüft wurden. Das Prüfsiegel „s@fer-shopping“ von TÜV-Süd bestätigt sogar ein dreistufiges Prüfungsverfahren. Das besteht aus einer Online-Prüfung, einem Security-Check und einem Audit vor Ort.

Wichtig: Prüfen Sie die Siegel immer auf den Originalseiten der Herausgeber. Es ist heute kein Problem, ein Siegel auf einer Internetseite abzubilden. Viel wichtiger als das Siegel ist, ob dieses auch gültig ist.

Zahlungsarten überprüfen und sichere Zahlungsweise nutzen

Nach Möglichkeit sollten Sie nur bei Online-Anbietern kaufen, die sichere Zahlungsmethoden anbieten. Am sichersten ist das Zahlen auf Rechnung. Der Käufer bezahlt erst nach dem Erhalt der Ware und überweist den fälligen Betrag auf das Konto des Verkäufers. Sollte diese Option nicht zur Verfügung stehen, ist das Zahlen via PayPal zu empfehlen. Für viele Einkäufe bietet PayPal einen Käuferschutz.

Wer seine Ware per Nachnahme bestellt, bezahlt den Betrag beim Erhalt der Ware in bar an den Postboten. Hierbei ist es zu empfehlen, sich eine Zahlungsbestätigung aushändigen zu lassen. Sollten Sie nach der Annahme der Ware feststellen, dass diese beschädigt ist, wird es sonst schwierig zu beweisen, dass Sie die Ware auch bezahlt haben. Außerdem haben Sie keine Garantie, dass in dem übergebenen Paket auch die Ware ist, die Sie bestellt haben. In der Vergangenheit wurden schon Ziegelsteine oder Gummibärchen versendet. Außerdem sollten Sie unbedingt die Masche mit der Rechnung für Nachnahme-Sendungen kennen.

E-Mails von Anbietern prüfen

E-Mails, die scheinbar von seriösen Anbietern stammen, sollten Sie sicherheitshalber immer überprüfen und keinesfalls angehängte Dateien öffnen oder persönliche Daten angeben. Die echten Anbieter würden das nämlich niemals per E-Mail-Aufforderung von ihren Kunden verlangen. Nutzen Sie niemals Links aus unaufgefordert zugesandten E-Mails für den Onlineeinkauf oder die Anmeldung beim Webshop.

Ein weiteres Indiz für eine Phishing-Mail ist ein auf den zweiten Blick etwas anderes Layout. Am häufigsten erkennt man solche gefährlichen Mails aber an Grammatik- und Rechtschreibfehlern in den Sätzen und einer allgemein gehaltenen Kundenansprache. 

Auf Onlinewarnungen.de informieren wir Sie mit unseren Fakeshop-Listen immer aktuell über neue Fakeshops. Und falls Sie doch einmal in einem Fakeshop eingekauft haben, hilft Ihnen unser Ratgeber mit nützlichen Tipps, wie Sie Ihr Geld zurück bekommen.

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