Trickdiebstahl an der Wohnungstür oder am Hauseingang – Die Maschen im Überblick (Video)

In diesem Artikel erfahren Sie, woran Sie bei einem Telefonanruf erkennen, ob es sich um die echte Polizei oder um Betrüger handelt.
Die Polizei - dein Freund und Helfer. Das trifft leider nicht immer zu. Mittlerweile nutzen Kriminelle das Vertrauen von Bürgern aus und geben sich als falsche Polizisten aus. (Symbolbild | Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes)

Betrüger gibt es nicht erst seit dem Internet. Auch offline werden fast täglich ahnungslose Menschen betrogen und bestohlen. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen nicht um einen Raub. Nein, die Trickdiebe lassen sich Wertgegenstände und Bargeld freiwillig aushändigen. Wir erklären welche Maschen Trickdiebe heute verwenden.

Wenn Betrüger sich von meist älteren Menschen Wertgegenstände oder größere Summen Bargeld freiwillig aushändigen lassen, dann handelt es sich um Trickdiebstahl oder Trickbetrug. Wir sprechen von sehr alten Betrugsmaschen, die allerdings in Zeiten des Internets längst nicht out sind. Im Gegenteil, wir müssen immer wieder über Diebstähle bei betrogenen Senioren berichten.

Seit Jahrzehnten haben sich die Betrugsmaschen nahezu nicht verändert. Besonders kurios: Sie funktionieren heute noch genauso wie am ersten Tag. Deshalb werden von den Tricktätern immer wieder die gleichen Maschen angewendet. Letztlich geht es immer darum, dass das potenzielle Opfer getäuscht werden soll. Das Ziel der Trickdiebe ist der Zugang zur Wohnung, wo sie sich nahezu ungeniert bedienen.

Gleich geblieben sind auch die Ratschläge, wie Sie sich vor derartigen Trickdieben schützen können. Lassen Sie keine fremden Personen in Ihre Wohnung. Auch dann nicht, wenn der vermeintliche Grund noch so klar oder ungewöhnlich ist. Trickdiebe haben ein Schauspieltalent und nutzen dieses, um Sie an der Nase herumzuführen. Nachfolgend führen wir die am häufigsten verwendeten Maschen und Tricks auf.

Letztlich folgen alle Tricks einem ähnlichen Muster. Entweder täuschen die Ganoven an der Haustür eine Notlage vor, geben vor als Handwerker in die Wohnung zu müssen, behaupten von Behörden oder sogar der Polizei zu sein oder täuschen vor ein naher Bekannter zu sein. Lassen Sie sich nicht aufs Glatteis führen.

Glas-Wasser Trick

Der Täter klingelt und gibt vor, eigentlich zu einem Nachbarn zu wollen. Plötzlich wird ihm aber schlecht und er fragt höflich, ob er ein Glas Wasser bekommen kann. So nutzt er die Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit älterer Personen aus.

Papier- und Bleistift-Trick

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In Kombination mit dem Glas-Wasser Trick wird gern diese Masche angewendet. Auch hier ist oft der Nachbar nicht da. Nun möchte der Überraschungsbesuch gerne eine kurze Nachricht hinterlassen und fragt, ob das Opfer ein Blatt Papier und einen Stift ausleihen kann. Häufig gelangen die Täter so in die Wohnung.

Blumen- oder Geschenkabgabe-Trick

Manchmal wollen die Besucher des Nachbarn auch ein Geschenk oder Blumen abgeben und nutzen diesen Anlass als Türöffner.

Wasserschaden im Haus

Trickdiebe kommen gerne als Handwerker verkleidet und klingeln beispielsweise, weil es im Haus einen Wasserrohrbruch gibt und sie nun die Ursache für die Nässe suchen. Auf diese Weise gelangen sie in die Wohnung und beschäftigen das Opfer trickreich, indem dieses bei der Suche des Wasserschadens oder kaputten Rohres hilft.

Symbolbild Handwerker

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Auf Ihrem Balkon sitzt ein Wellensittich

Ja, auch entlaufene oder ausgerissene Vögel müssen als Ausrede herhalten. Der Dieb klingelt an der Tür und möchte nur schnell sein Haustier einfangen, welches auf dem Balkon des Opfers sitzt. Und schon ist er in der Wohnung und meist auch im Wohnzimmer.

Haben Sie ein Telefon?

Dann dürfen Sie auf den Telefontrick nicht hereinfallen. Wenn es bei Ihnen klingelt und ein Unbekannter Ihr Telefon aufgrund eines Autounfalls vor der Haustür oder einer Erkrankung benutzen möchte, dann könnte das ein Trickdieb sein.



Toiletten-Trick

Handwerker oder andere Personen müssen auch mal austreten. Trickdiebe nehmen das menschliche Bedürfnis gern als Vorwand, um in die Wohnung zu gelangen.

„Offizielle“ Person benötigt Zutritt zur Wohnung

Sehr gerne geben sich Kriminelle auch als Mitarbeiter von Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerken, von der Hausverwaltung, von der Kirche, von der Rentenversicherung oder Krankenkasse, von der Polizei, von der Post oder vom Sozialamt/Arbeitsamt aus. Mit unterschiedlichen Storys fordern diese Personen dann den Zugang zur Wohnung.

Enkel-Trick

Seit Jahren versuchen Kriminelle mit dem sogenannten Enkeltrick das Vertrauen der Opfer zu bekommen. Dabei muss es nicht immer um Enkel gehen. Auch andere Verwandte werden gerne als Vorwand genommen. Meist geht es hier um viel Geld, was der angebliche Verwandte plötzlich benötigt. Übergeben werden soll das Bargeld meist an unbekannte Dritte, sogenannte Boten. Diese stellen sich auch schonmal als Notar oder Anwälte vor.

Enkeltrick aktuell

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So schützen Sie sich vor derartigen Betrugsmaschen

  • Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung. Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, jemanden unangemeldet in die Wohnung zu lassen.
  • Lassen Sie nur Handwerker herein, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung
    angekündigt worden sind. Rufen Sie im Zweifel die Hausverwaltung oder den Hausmeister an, ob alles seine Richtigkeit hat.
  • Lassen Sie sich auch bei angeblichen Notfällen, zum Beispiel einem Rohrbruch, nicht drängen. Fragen Sie im Zweifel bei den Stadtwerken, beim Hausmeister oder bei Nachbarn telefonisch nach.
  • Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür genau an,  zum Beispiel durch den Türspion oder das Fenster. Benutzen Sie die Türsprechanlage.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
  • Zeigen oder erklären Sie niemandem, wo Sie Geld oder Wertgegenstände aufbewahren.
  • Sind Sie allein, dann bitten Sie einen Nachbarn hinzu oder bestellen Sie den Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist. Zwei Personen haben die Besucher besser im Blick.
  • Reichen Sie bei einer angeblichen Notlage das Gewünschte hinaus oder bieten Sie an, nach Hilfe zu rufen. Lassen Sie dabei stets Ihre Tür durch eine Sperre gesichert.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.

Weitere Meldungen und Maschen finden Sie auf Onlinewarnunge.de in unserer Übersicht zum Thema Trickbetrug.



Haben Sie schon Erfahrungen mit Trickdieben gemacht?

Haben Sie schon Kontakt mit Tricktätern gemacht, die an der Wohnungstür geklingelt oder via Telefon angerufen haben? Bitte berichten Sie in den Kommentaren unter dem Artikel von Ihren Erfahrungen. Sie helfen damit anderen Lesern bei der Einschätzung solcher Situationen.

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