Achtung! Schützt unsere Schüler – Falschmeldung um Droge an Schulen in Brausepulverpackungen

Brausepulver Drogen Fakemeldung_titel
(Quelle: Screenshot)

Drogen, Kinder und Schulen ist ein Thema, was viel diskutiert wird. Besorgte Eltern teilen aktuell wieder eine WhatsApp-Nachricht beziehungsweise einen Facebook-Post bei der/dem vor einer neuen Droge an Schulen in Form von Brausepulverpäckchen die Rede ist. Doch was ist an dem Kettenbrief dran? Ist die Meldung echt oder handelt es sich um einen Hoax?

Das Thema Drogen und Schule kommt uns bekannt vor. So haben wir in der Vergangenheit bereits über die Meldung um die Droge „Erdbeere schnell“ (Strawberry quick) in Deutschland berichtet. Auch die rosa Teddybärenpillen als Pop Rocks-Droge sind uns noch in Erinnerung. Doch an beiden Gerüchten war nicht wirklich viel dran. Das bekam man aber nur heraus, wenn man einmal tiefer recherchiert hat.

Nun sollen also Drogen in Brausepulver-Verpackungen an den Schulhöfen verteilt werden. Dieser vermeintliche Elternbrief wird aktuell bei WhatsApp geteilt. Auch im sozialen Netzwerk Facebook hat der Brief schon die Runde gemacht. Kein Wunder: geraten einige Eltern bei dem Thema gleich in Panik und teilen alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Sind die Brausepulverpackungen also die neuen Drogen in Deutschland? Und handelt es sich dabei um Chrystal Meth?

Um welche Drogen-Warnung geht es?

Im Wortlaut ist auf dem abgebildeten Zettel Folgendes zu lesen:

!!Achtung!!

Schützt unsere Schüler

Es gibt leider wieder einmal eine neue Droge auf dem Markt. Das Gefährliche daran ist, dass sie aussieht wie ein Brausepulver:

Bei diesem Pulver handelt es sich um Christal Meth mit verschiedenen Geschmacksrichtungen (Erdbeere, Wassermelone etc.)

Diese Droge macht nach der ersten Einnahme sofort Abhängig und kann tödlich sein.

Außerdem ist zu der Nachricht zu lesen:

Diese Nachricht kommt von den Schulen. Es sollen so viele wie möglich informiert werden. Bitte weiter schicken.

Und so sieht die WhatsApp-Nachricht aus:

Brausepulver Drogen Fakemeldung
(Quelle: Screenshot)


Die Geschichte des Elternbriefs

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es handelt sich bei dieser Meldung zu den Brausepulverpäckchen um einen Hoax. Sie brauchen den Kettenbrief also nicht weiter teilen. Und nein: Neu ist dieser Kettenbrief auch nicht.

Allein, wenn Sie sich im Internet etwas zu diesem Thema belesen, erfahren Sie, dass dieser Kettenbrief bereits längere Zeit im Umlauf ist. Nicht ständig und immer. Aber immer mal wieder. Bei Facebook allein werden Sie bei der Suche nach den Begriffen fündig. Die Ergebnisse zum gleichen Thema reichen da bis in das Jahr 2015 zurück.

Wie unserer Kooperationspartner Mimikama berichtet ist der Inhalt des Textes wohl schon seit 2007 im Umlauf. Der Absender soll das „Memorial Physican Services“ sein. Diese dementieren das allerdings im Jahr 2012 in einer öffentlichen Stellungnahme. Allerdings war die vermeintliche Warnung da schon im deutschen Sprachraum angekommen.

Nachdem der Kettenbrief dann im Jahr 2015 fast flächendeckend in Deutschland Einzug gehalten hatte, fing auch die Polizei an davor zu warnen. So gibt es beispielsweise vom Oktober 2016 einen Facebook-Post der Polizei Rostock.

Brausepulver schulen droge Fakemeldung Polizei Warnung
(Quelle: Polizei Rostock/facebook.com/Polizei.HRO.LRO)

Im Text der Polizeimeldung auf Facebook ist zu lesen:

+++ Vorsicht vor Falschmeldungen im Internet +++

Derzeit wird in den sozialen Netzwerken erneut eine bereits seit Jahren bekannte Falschmeldung über als Brausepulver getarnte Drogen verbreitet. Diese werden angeblich in Schulen und Wohngebieten an Kinder und Jugendliche verteilt.

Der Rostocker Polizei ist ein solcher Fall nicht bekannt bzw. auch nicht angezeigt worden.

Immer wieder tauchen im Internet solche Falschmeldungen, sogenannte Hoax-Meldungen, auf. Der Begriff stammt aus dem Englischen und steht für „hocus“, was wiederum Jux oder Schabernack bedeutet. Häufig geht es in diesen Meldungen um Warnungen vor angeblich kriminellen Methoden. Diese Nachrichten zielen auf die größtmögliche Verbreitung ab und die Wahrheit bleibt leider oftmals auf der Strecke. Problematisch wird es dann, wenn viele Menschen einer solchen Nachricht Glauben schenken und sie in den sozialen Netzwerken teilen. Tatsächlich wird dadurch meist nur Angst und Misstrauen verbreitet.

Wir raten in diesem Zusammenhang dringend, mit derartigen Meldungen besonders kritisch und besonnen umzugehen.

Weitere Informationen zu solchen Hoax-Meldungen findet ihr auf der Webseite der Technischen Universität Berlin https://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/hoaxlist.shtml



Was sollen Sie mit der Meldung machen?

Auf keinen Fall sollten Sie den Kettenbrief weiter teilen. Ignorieren Sie die Meldung einfach. Vielleicht informieren Sie den Absender der Nachricht darüber, dass es sich bei dieser Meldung um eine Fakemeldung handelt. Tragen Sie zur Aufklärung bei, anstatt den Unsinn weiterzuverbreiten.

Wir benötigen Ihre Hilfe

Sie haben ebenfalls eine dubiose WhatsApp-Nachricht erhalten, deren Inhalt Sie anzweifeln oder die ihnen komisch vorkommt? Wir prüfen das. Leiten Sie diese einfach per WhatsApp an 03054909774 weiter. 

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