Bundesweite Vorladungen als Beschuldigter – Anhörung bei der Polizei enthält Trojaner-Link


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Trojaner Vorladung Polizei Mail
(Quelle: Screenshot)

Aktuell befinden sich weiterhin massenhaft Vorladungen der Polizei in vielen Posteingängen. Danach sollen Sie eine Straftat begangen haben und sich nun zur Anhörung bei der Polizei einfinden. Über einen Link sollen angeblich weitere Dokumente zu dem Fall heruntergeladen werden. Doch Vorsicht! Die Dateien sind mit einem Trojaner versehen.

Auf Onlinewarnungen.de weisen wir Sie immer wieder darauf hin, dass bestimmte Schreiben nicht von den Behörden stammen, von denen sie vorgeben zu sein. So haben wir Sie beispielsweise vor den gefälschten E-Mails im Namen des Zollamts und den gefakten Mails im Namen von Interpol gewarnt. Und auch die E-Mail im Namen des Bundesfinanzministerium über eine Steuerrückzahlung war nicht echt.

Jetzt versuchen es die Kriminellen mit der Polizei als Mittel zum Zweck. Denn derzeit befinden sich Schreiben im Umlauf, die vorgeben, von der deutschen Polizei zu stammen. Darin geht es um eine Vorladung des Empfängers wegen der Begehung einer Straftat. Nachdem wir bereits E-Mails von unseren Lesern erhalten haben, warnt nun auch das bayrische Landeskriminalamt vor diesen Schreiben. Die vermeintlichen Vorladungen werden nicht nur in Bayern, sondern bundesweit versendet!

Hinweis: Die in dem Schreiben genannten Polizeiinspektionen und Polizeidienststellen haben mit dem Versand der E-Mails nichts zu tun.

Wie sehen die gefälschten Vorladungen aus?

Grundsätzlich werden die Nachrichten derzeit noch nicht personalisiert versendet, werden jedoch ständig besser und optimiert. Als Absender ist „München-Polizei <Gschorr Polizeiobermeisterin@metricblog.com>“ oder „Polizei Munchen Kriminalkommissariate <majunggil@kvandju-police.icu>“ angegeben. Angeblich schreibt Ihnen die Polizeiobermeisterin Gschorr. Das kann sich aber jederzeit ändern und wir sind auf Ihre Mithilfe angewiesen. Haben Sie eine Nachricht mit einem anderen Text, Absender oder Betreff erhalten, so leiten Sie diese bitte an kontakt@onlinewarnungen.de weiter. Wir werden diesen Artikel dann aktualisieren. Folgende Daten kennen wir bisher:

Betreff:

  • Einberuft an die Polizeidirektion
  • Vorladung „Polizei“
  • Einladung zur Polizei
  • Vorladung als Beschuldigter
  • Vorladung zur Polizei
  • Vorladung fur die Polizei Unser Zeichen: DE9021-018901-19/7

Text:

Ihr Zeichen:

Ihre Nachricht vom:

Unser Zeichen: DE9021-018901-19/7

Unsere Nachricht vom:

Sachbearbeitung durch: Gschorr, POMin/D

Zimmer: 2.17

 

Datum 22.02.2019

Vorladung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Dies ist eine Vorladung der deutschen national Polizeiabteilung.
Die Polizei ermittelt zurzeit gegen Sie

wegen folgender Straftat:

Straftat 44, 43 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz)

Wir bitten Sie daher,

am 4. Marz um 15:00 Uhr
zur Polizeistation
Polizeiinspektion Munchen 41
RapotostraBe 1, 80687 Munchen, Deutschland

zur Anhorung zu kommen und diese Vorladung und Ihren Personalausweis bzw. Reisepass mitzubringen.

Ihre Geschaftsnummer und die Unterlagen mit der Ermittlungssache finden Sie im Anhang dieser Nachricht. Lesen Sie sich die Unterlagen zu Ihrem Fall sorgfaltig durch.

Bemerkungen/Konkretisierung/Alternativtermin(e)
Alternativtermin(e): Samstag, 09.03.2019, 19:00 Uhr

Im Falle der Verhinderung (z.B. berufliche Grunde, Krankheit) bitten wir Sie um rechtzeitige Mitteilung, damit ein neuer Termin vereinbart werden kann. Bitte teilen Sie uns vorab mit, ob ein Dolmetscher benotigt wird, wenn ja, fur welche Sprache.

Mit freundlichen GruBen,

Gschorr
Polizeiobermeisterin



Vorladung Polizei
(Quelle: Screenshot)

Der Virus steckt im Anhang oder im Link

Wie in der E-Mail beschrieben, sollen Sie sich den Anhang genauer ansehen, um einen Einblick in die Unterlagen zu der Ermittlungssache zu bekommen. In neueren Versionen der Vorladung gibt es keinen Anhang mehr. Dafür ist ein Link „Ihre Dokumente“ enthalten. Nach einem Klick auf den Link wird die schädliche Datei heruntergeladen. Die meisten werden die Datei im Anhang oder die heruntergeladenen Dokumente wahrscheinlich öffnen, da sie sich keiner Schuld bewusst sind und wissen möchten, was ihnen vorgeworfen wird.

Achtung: Öffnen Sie keine Dateien!

Denn genau das wollen die Kriminellen. Die vermeintlichen Dokumente mit weiteren Informationen enthalten einen Trojaner. Dieser wird mit Öffnen der Datei aktiviert. Das Landeskriminalamt München warnt:

Tatsächlich handelt es sich bei dem Anhang jedoch nicht um eine Akte, sondern um einen Trojaner, der sich durch das Öffnen der Datei auf dem Computer des Email-Empfängers installiert. Welchem Zweck die Schadsoftware dient, ist derzeit noch nicht bekannt und muss durch Experten des Bayerischen Landeskriminalamts erst in einer Testumgebung analysiert werden.

Möglich wäre beispielsweise, dass der Trojaner weitere Schadsoftware aus dem Internet nachlädt. Oder es handelt sich um Ransomware, welche Ihren Computer verschlüsselt und unbrauchbar machen soll.



Was sollen Sie mit der Nachricht machen?

Normalerweise empfehlen wir Ihnen, die Nachricht sofort zu löschen und aus dem Papierkorb zu entfernen. Doch das Landeskriminalamt München schreibt dazu:

Das Bayerische Landeskriminalamt empfiehlt, die Email im Original aufzubewahren und bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle Anzeige zu erstatten. Im Zweifelsfall kann mit einem Anruf auf der jeweiligen Polizeiinspektion zweifelsfrei geklärt werden, ob es sich um eine echte oder um eine gefälschte Vorladung handelt. Grundsätzlich werden Vorladungen seitens der Bayerischen Polizei mit Briefpost verschickt oder persönlich überbracht.

2017-07-25 Spam-Mail Bundeszentralamt fuer Steuern Virus

E-Mail „Ihre steuerliche Identifikationsnummer benötigt eine aktualisierung.“ vom Bundeszentralamt für Steuern (Update)

Wir warnen erneut vor einer E-Mail mit dem Betreff „Ihre steuerliche Identifikationsnummer benötigt eine aktualisierung.“ im Namen des Bundeszentralamtes für Steuern. Angeblich ist eine Aktualisierung der Informationen zur elektronischen Lohnsteuerkarten notwendig. […]

Im Moment wissen wir auch noch nicht, auf welches Betriebssystem es die Kriminellen abgesehen haben. Sollten wir dazu neue Informationen bekommen, werden wir diesen Artikel aktualisieren.

Vorsichtsmaßnahmen, wenn Sie den Anhang geöffnet haben

Haben Sie die Datei im Anhang der Mail geöffnet, ist der Virus wahrscheinlich aktiv. Das Problem: Sie erkennen das unter Umständen zunächst selbst nicht, da die Schadsoftware im Hintergrund arbeitet.

Wir raten nach dem Öffnen der Datei zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

  • Schalten Sie den Computer so schnell wie möglich aus.
  • Lassen Sie von einem Spezialisten die Daten sichern und den Virus entfernen.
  • Ändern Sie die Passwörter für alle Onlinedienste, die Sie nach dem Anklicken der Datei genutzt haben oder die auf dem Windows-Computer installiert sind.
  • Wenn Sie geschädigt wurden, sollten Sie zudem Strafanzeige bei der Polizei erstatten.

Aus Erfahrung wissen wir, dass der Virus sich über das lokale Netzwerk (LAN/WLAN) auf andere Computer übertragen kann. Deshalb sind besondere Vorsichtsmaßnahmen nötig. Falls Sie die Malware selbst entfernen oder den PC noch einmal einschalten möchten, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass keine Verbindung zum Netzwerk beziehungsweise Internet besteht.



Kann ich solche E-Mails vermeiden?

Grundsätzlich lassen sich derartige Spam-Mails nicht zu 100 Prozent vermeiden. Der Absender einer E-Mail lässt sich relativ einfach fälschen. Der Betreff und der Text sowieso. Deshalb sind immer wieder neue Versionen im Umlauf, vor denen wir fast täglich warnen. Doch Sie selbst können auch etwas dafür tun, dass es nur noch wenige E-Mails in Ihren Posteingang schaffen. Das Werkzeug dafür heißt Spam-Filter und dieser ist fast überall verfügbar. Wir erklären in ausführlichen Anleitungen, wie Sie den Spam-Filter bei diversen E-Mail-Anbietern pflegen und konfigurieren:

Haben Sie die Gefahr rechtzeitig erkannt?

Haben Sie erkannt, dass es sich bei der Vorladung der Polizei um eine Fälschung handelt? Bitte nutzen Sie die Kommentare unter dem Artikel, um mit anderen Lesern über den Trojaner zu diskutieren, der im Namen der Polizei versendet wird.

Falls Sie in unserem Artikel keine Antwort auf Ihre Frage finden, können Sie diese ebenfalls in den Kommentaren unter dem Artikel stellen.

Nützliche Links zu diesem Thema

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1 Kommentar zu Bundesweite Vorladungen als Beschuldigter – Anhörung bei der Polizei enthält Trojaner-Link

  1. Gerichtsvorladungen kommen stets per Briefpost und meist sogar mit Postzustellungsurkunde. Daher war mir diese Nachricht sofort verdächtig und ich habe aus Interesse mal nach der vorgeblichen Beamtin gegoogelt. So bin ich auf diese Website gestoßen und konnte meinen Verdacht bestätigt finden. Ein solches Vorgehen kostet nur Sekunden und erspart einem bestimmt – vor Anklicken irgendwelcher Links in der Email – heftigen Ärger.
    Fazit: Nie Links in Emails anklicken oder Anhänge öffnen, wenn man sich über die Herkunft der Email nicht 100%ig sicher ist.