Facebook & WhatsApp Kettenbrief: „Familienkasse zahlt für jedes Kind 500 €“ ist ein Fake

Facebook & WhatsApp Kettenbrief: „Familienkasse zahlt für jedes Kind 500 €“ ist ein Fake

Wieder ist Aufruhr im Netz, weil ein Kettenbrief in den beliebten sozialen Netzwerken Facebook und WhatsApp 500 Euro extra Kindergeld verspricht. Dazu soll man einen Link anklicken und ein Formular ausfüllen. Wir haben uns die Nachricht angesehen und geprüft, ob es sich um einen Virus oder Trojaner handelt.

Immer wieder versuchen lustige Zeitgenossen mit Kettenbriefen Stimmung zu machen oder das Netz zu verunsichern. Erst gestern haben wir über den Herzchen-Kettenbrief zum Weltfrauentag berichtet, der reichlich verfrüht im Umlauf ist. Jetzt verspricht eine WhatsApp-Nachricht, die auch auf Facebook die Runde macht, dass Sie 500 Euro Kindergeld zusätzlich bekommen können. Wir haben geprüft, was es damit auf.

Fraglich ist nicht nur, ob die Information mit den 500 Euro stimmt, sondern auch, ob es sich bei dem Link in der Nachricht um eine Bedrohung handelt. Schließlich mussten wir in der Vergangenheit schon öfter über Kettenbriefe berichten, die Nutzer in Abofallen oder auf schädliche Webseiten gelockt haben. Insofern ist die Frage vieler Nutzer nach der Schädlichkeit des Links nicht ganz unbegründet.

So sieht die Kindergeld-Nachricht in WhatApp und Facebook aus

In dem Kettenbrief wird nicht dazu aufgefordert, diesen zu teilen. Dennoch machen es zahlreiche Nutzer. Wir werden gleich auflösen, warum das so ist. So lautet der Text der WhatsApp-Nachricht:

Habt ihr gehört? Die Familienkasse zahlt für jedes Kind 500 € extra dieses Jahr (siehe Link) Formular gleich ausfüllen und an die Familienkasse bis zum 31.01.2017 abschicken. [Link]

Der angegebene Link in der Nachricht führt uns zu dem kostenlosen Blog-Dienst „blogspot.com“ von Google. Allerdings ist der Link recht lang und enthält sehr viele Ziffern. Bereits an der URL kann man erkennen, dass es sich um keinen offiziellen Link einer Behörde handelt.

Für Kindergeldangelegenheiten ist die Familienkasse zuständig, die zur Bundesagentur für Arbeit gehört. Der Link zu einem offiziellen Formular der Behörde würde also immer mit „www.arbeitsagentur.de“ beginnen.

Kettenbrief wurde von Spaßvögeln in die Welt gesetzt

Wahrscheinlich haben Spaßvögel diese Nachricht ins Leben gerufen. Wer den Link öffnet, sieht ein Bild mit einem alten Mann, der mit seiner Hand eine Geste zeigt. Diese Geste soll bedeuten, dass Sie veräppelt und an der Nase herumgeführt wurden. Das Ganze war also nur ein Spaß.

WhatsApp Kettenbrief Kindergeld Klick auf Link
Dieses Bild wird angezeigt, wenn Sie auf den beigefügten Link klicken (Screenshot)

Sie müssen sich also keine Sorgen machen: Es handelt sich bei der Nachricht und dem Link weder um einen Virus noch um einen Trojaner oder eine Abofalle. Dieser Kettenbrief ist ein Joke, den man allenfalls als Spam bezeichnen könnte. Wir gehen davon aus, dass die Nachricht aufgrund des Spaßfaktors immer wieder geteilt wird.



Bundeszentralamt für Steuern warnt vor der Falschmeldung

Manch einer freut sich auf die zusätzlichen 500 Euro pro Kind so, dass er einfach nicht glauben möchte, dass es sich um einen Joke handelt. Deshalb hat das Bundeszentralamt für Steuern dazu Stellung genommen und erklärt, dass es sich um eine Falschmeldung handelt. Aus der Steuerbehörde heißt es:

Das Bundeszentralamt für Steuern warnt davor, dem Link zu folgen und weist darauf hin, dass es sich um eine Falschmeldung handelt. Diese Nachricht stammt nicht von einer amtlichen Stelle. Sie entbehrt jeglicher rechtlichen Grundlage. Es ist keine Sonderzahlung des Kindergeldes vorgesehen.Bundeszentralamt für Steuern

Damit wird auch dem letzten Zweifler die Illusion genommen, dass es eventuell doch zusätzliches Geld geben könnte.

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Welche Kettenbriefe haben Sie bekommen?

Bitte senden Sie uns Kettenbriefe, die Sie per WhatsApp bekommen haben oder in der Timeline auf Facebook immer wieder entdecken. Wir prüfen den Wahrheitsgehalt und berichten darüber, ob es sich um eine schädliche Nachricht handelt. Leiten Sie die Kettenbriefe bitte per E-Mail an kontakt@onlinewarnungen.de weiter. Haben Sie die Kindergeld-Nachricht mit einem anderen Inhalt bekommen, dann bitten wir ebenfalls um Weiterleitung per E-Mail.

Finden Sie solche Nachrichten lustig?

Hinterlassen Sie einen Kommentar, was Sie von solchen Nachrichten halten. Ist das für Sie eher Spam oder eine gelungene Aufheiterung zwischendurch?

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